U17 plant den Coup gegen Oranje

SID
Trafen beide im Halbfinale gegen Dänemark: Kaan Ayhan (r.) und Nils Quaschner (l.)
© Getty

Nach drei Titeln in den vergangenen Jahren steht ein Junioren-Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor einem weiteren Triumph. Die U 17 trifft im Finale der EM in Serbien auf die Niederlande, doch Sportdirektor Matthias Sammer will (noch) nicht über ein weiteren Coup sprechen.

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Matthias Sammer wollte die Lorbeeren nicht vorzeitig verteilen. "Wir sind voll auf das Endspiel fokussiert. Jetzt ist noch nicht die Zeit, an irgendetwas anderes zu denken", sagte der Sportdirektor des DFB, nachdem die deutschen U17-Junioren bei der EM in Serbien das Finale gegen die Niederlande am Sonntag (10.45 Uhr, LIVE-TICKER) erreicht hatte. Auch die erfolgreiche Jugendarbeit des DFB, dem der vierte Titel innerhalb von drei Jahren winkt, ist für Sammer (noch) nicht der Rede wert: "Ich bin zu diesem Zeitpunkt nicht bereit, darüber zu sprechen."

Nur mit Glück ins Halbfinale

Nach dem 2:0 (0:0) gegen Dänemark im Halbfinale steht das deutsche Team doch noch im Endspiel, was nach einem äußerst holprigen Turnierverlauf alles andere als selbstverständlich war. Nach dem 0:2 gegen das Oranje-Team im ersten Gruppenspiel und einer mäßigen Chancenverwertung in den folgenden Duellen gegen Tschechien (1:1) und Rumänien (1:0) zog das Team von Trainer Steffen Freund nur mit Glück in das Halbfinale ein, im dem auch noch vier Leistungsträger gelbgesperrt fehlten. Dennoch biss sich die Elf durch.

"Wir freuen uns, dass wir das Finale spielen können, nachdem wir mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten", sagte Sammer. Jetzt zählt nur noch das Finale, das neben Sammer auch DFB-Boss Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach live im Karadjordje-Stadion von Novi Sad verfolgen werden.

Nach umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen und den folgenden Sperren war sogar Ersatzkeeper Cedric Wilmes im Halbfinale für den Notfall als Feldspieler vorgesehen gewesen. Es ging gut, und der ganze Frust der vergangenen Tage fiel mit einem Mal von den deutschen Teenies und ihrem Coach Steffen Freund ab.

Freund auf die Tribüne verbannt

Der saß zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr auf der Trainerbank, Referee Steven McLean aus Schottland hatte den Europameister von 1996 kurz nach der Halbzeitpause auf die Tribüne verbannt. Zu emotional hatte der 41-Jährige zuvor an der Seitenlinie für sein Team Partei ergriffen. "Vielleicht sind wir nach diesen ganzen strittigen und unglücklichen Entscheidungen zuvor für unseren großen Zusammenhalt belohnt worden", sagte Freund.

Europameister mit der U19 im Jahr 2008, und ein Jahr später mit der U17 und der U21, dazu WM-Bronze für die U17 2007 - die Bilanz des DFB-Nachwuchses in den letzten Jahren kann sich sehen lassen. Und so soll es auch weitergehen. Im Juni steht die U17-WM in Mexiko an. Sammer: "Natürlich soll auch mal wieder ein WM-Titel her, aber auch daran denken wir im Moment noch nicht."

Die Tore im Halbfinale erzielten der Schalker Kaan Ayhan (58.) und der Rostocker Nils Quaschner (70.). Auch für sie kann es im Idealfall mit der ganz großen Karriere schnell gehen, wie das Beispiel Mario Götze zeigt. Im Mai 2009 wurde der Shootimgstar von Borussia Dortmund mit der U17 im eigenen Land Europameister, ganze 18 Monate später gab er sein Debüt unter Bundestrainer Joachim Löw.

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