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Fussball

AS Monaco entlässt Trainer Niko Kovac - Nachfolger soll schon feststehen

Von SPOX/SID
Niko Kovac ist wohl nicht mehr Trainer in Monaco.
© getty

Niko Kovac ist nach eineinhalb Jahren bei AS Monaco entlassen worden. Das verkündete der Klub am Samstagabend.

 

Sechs dürre Zeilen zum Abschied - das war's. Nicht mal für ein "Dankeschön" war in dem Statement auf der Vereins-Internetseite zur Entlassung von Kovac Platz. Das kaltherzige Ende war wohl kein Zufall. Der frühere Coach des deutschen Rekordmeisters Bayern München dürfte im Fürstentum weniger an der sportlichen Situation als an internen Zerwürfnissen gescheitert sein.

Interimistisch übernimmt der Trainer der Reservemannschaft Stephane Nado, ein Nachfolger werde aber "in Kürze" vorgestellt. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf Quellen innerhalb des Vereins berichtet, soll der Belgier Philippe Clement Kovac beerben. Der 47-Jährige ist seit 2019 Cheftrainer des belgischen Meisters und aktuellen Tabellenzweiten FC Brügge.

Trotz Millionen-Investitionen blieb der ehemalige Bayern-Trainer hinter den Erwartungen. In der Ligue 1 beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Paris Saint-Germain 17 Punkte. Kovac sei von der Entscheidung "betroffen, aber nicht sonderlich überrascht" gewesen, berichtet die L'Equipe. Demnach habe es bereits in den vergangenen Wochen mehrfach Gespräche in der Klubführung über eine mögliche Entlassung von Kovac gegeben. Das Ergebnis: Der Coach habe das Vertrauen der Mannschaft verloren. Kovac werde ein "quasi-militärischer" Führungsstil vorgeworfen.

Bild und kicker berichten, dass der tatsächliche Auslöser der Entlassung ein Streit mit der Führung gewesen sei. So soll Kovac keinen guten Stand bei Sportdirektor Paul Mitchell gehabt haben.

Das kam offenbar so: Mitchell, der von 2017 und 2019 für RB Leipzig arbeitete, brachte im vergangenen Sommer mit James Bunce einen sogenannten "Performance Manager" in den Klub, damit dieser die Trainingsteuerung vornimmt. Beide arbeiteten bereits bei Tottenham Hotspur zusammen.

Kovac verlor Machtkampf gegen Sportdirektor Mitchell

Nach einem gegenseitigen Beschnuppern zwischen Kovac und Bunce war Ersterer von der Trainingsphilosophie des Zweiten nicht überzeugt. Dessen Trainingspläne passten für Kovac nicht zum eng getakteten Spielrhythmus, der von englischen Wochen mit Liga- und Europa-League-Spielen geprägt war. Bunce war somit außen vor, ein dauerhafter Streit mit Mitchell die Folge - den Kovac am Ende verlor.

Der Vertrag des Kroaten lief noch bis 2023, eigentlich hatte Kovac viel vor. Sein Ziel sei es "Monaco wieder an die Spitze der Ligue 1 zu bringen. Wir wollen hier das Maximum dessen erreichen, was möglich ist", hatte Kovac noch im Juli 2020 bei seiner Vorstellung gesagt.

Im ersten Jahr reichte es immerhin zu Rang drei, in den Playoffs zur Champions League scheiterte Monaco aber an Schachtjor Donezk. Aktuell liegt der französische Meister von 2017 nur noch auf Rang sechs.

Trotz Millionen-Investitionen war der ehemalige Bayern-Coach am Mittelmeer hinter den Erwartungen zurückgeblieben und wurde wie schon im November 2020 in München ein Opfer der Erfolglosigkeit.

Monacos Klubchef gegen Kovac

Auch Dmitri Rybolowlew, der schwerreiche Klubchef aus Russland, soll laut L'Equipe zuletzt mit dem 50 Jahre alten Kovac gehadert haben.

Der prominent verstärkte Kader, zu dem auch Kevin Volland, Alexander Nübel und U21-Europameister Ismail Jakobs gehören, blieb für seinen Geschmack zu oft hinter den Erwartungen zurück.

Zuletzt war es allerdings mit drei Siegen aus vier Spielen wieder aufwärts gegangen, die Niederlage im Topspiel bei Paris St.-Germain (0:2) war die einzige in den vergangenen sieben Ligaspielen. Auch in der Europa League steht Monaco im Achtelfinale.

Spannungen mit Kapitän Wissam Ben Yedder?

Doch offenbar stimmte es auch in der Kabine nicht mehr. Zuletzt soll es Spannungen zwischen dem gebürtigen Berliner und der Mannschaft gegeben haben, nicht zuletzt mit Kapitän und Stürmerstar Wissam Ben Yedder.

Damit ereilte Kovac dasselbe Schicksal wie in München. Dort hatte er Jupp Heynckes zur Saison 2018/19 als stolzer DFB-Pokalsieger mit Eintracht Frankfurt beerbt. In seinem ersten Jahr holte er das Double.

Nach einem enttäuschenden Start in die Folgesaison und der 1:5-Niederlage bei seinem früheren Arbeitgeber Frankfurt war Kovac in München Anfang November 2019 entlassen und durch Hansi Flick ersetzt worden.

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