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Fussball

Willians Corinthians-Rückkehr: Vom Traum-Comeback zum Fan-Albtraum

Von Ole Labes
Willian verließ Brasilien 2007 und kickte unter anderem für Chelsea und Arsenal, 2021 kehrte er in die Heimat zurück.

Willians Brasilien-Rückkehr zu Corinthians sollte ein Traum-Comeback werden. Aber ein Formtief und Drohungen machten aus dem Traum einen Albtraum.

Es ist ein typisches Muster für brasilianische Fußballer, die in Europa geglänzt haben: Zum Ende ihrer aktiven Karriere erfolgt das Comeback in der brasilianischen Liga, oftmals geht es für die Kicker sogar noch zum Heimatverein. Genau diesen Weg wollte auch Willian einschlagen.

Nach erfolgreichen Jahren in Donezk, beim FC Chelsea und FC Arsenal inklusive des Gewinns des UEFA-Cups und der Europa League feierte er mit 33 Jahren sein Comeback bei seinem Ausbildungsklub Corinthians, von dem er 2007 Richtung Europa gewechselt war. Doch das Traum-Comeback wurde für den 70-fachen brasilianischen Nationalspieler zu einem Albtraum.

Die Saison 2022 startete für Willian und Corinthians mehr als unbefriedigend: Das Team schied in der Staatsmeisterschaft von Sao Paulo im Halbfinale gegen den verhassten Rivalen FC Sao Paulo aus und begann die Copa Libertadores auf die denkbar schlechteste Art und Weise mit einer 0:2-Niederlage gegen Always Ready in der bolivianischen Stadt La Paz.

Willian muss sich mit Drohungen auseinandersetzen

Sportlich lief es nicht wie gewünscht - und auch neben dem Spielfeld gab es Probleme: Willian nutzte seine große Bekanntheit, um die Fan-Gewalt in Brasilien zu verurteilen. Durch Angriffe in den und außerhalb der Stadien wurden zahlreiche Menschen verletzt und mussten sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden.

"Den Angreifern passiert nichts. Sie machen einfach so weiter", sagte er im März auf Instagram in einem scharfen Angriff auf die angebliche Unfähigkeit der Behörden. Mit seinem gut gemeinten Statement machte sich Willian selbst angreifbar, er stellte sich in den Mittelpunkt - und wurde dann zur Zielscheibe in der Diskussion.

Zwei Monate später bekam Willian eine Reihe übler Drohungen, die sich nicht nur gegen den Flügelspieler, sondern auch seine Familie richteten. Laut ESPN führten sie dazu, dass Willians Töchter nicht zur Schule gehen konnten und aus Angst um die Sicherheit in ihrem Haus in Sao Paulo bleiben mussten.

"Einer sagte, dass er sein Auto anzünden würde und zielte auf Willian auf Instagram ab", erzählte der Vater des Spielers, Severino da Silva, Brasil Urgente.

Willian: Sportliche Leistung leidet natürlich

Willian ergriff eigene Maßnahmen, einschließlich der Einstellung von Sicherheitspersonal, das ihn von nun an zu den Trainingseinheiten begleitete. Er dachte angeblich sogar kurz darüber nach, das Comeback aufzugeben und den Verein und Brasilien ganz zu verlassen, weil er befürchtete, dass seine Familie in Gefahr sein könnte.

Dass sich der Ärger nicht gerade positiv auf die sportlichen Leistungen des Routiniers auswirkte, war keine große Überraschung. Auf dem Spielfeld hatte Willian Schwierigkeiten, seinen Rhythmus zu finden. Zwar läuft es für Corinthians in der aktuellen Saison wieder etwas besser, doch der Flügelspieler ist mit einem Tor und drei Assists in wettbewerbsübergreifend 23 Spielen weit davon entfernt, ein entscheidender Faktor zu sein.

Der Traum, als gefeierter Held zurückzukehren, ist inzwischen ausgeträumt. Die Rückkehr nach Brasilien hat sich für Willian eher zu einem Albtraum entwickelt.

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