Erste Niederlage für US-Nationaltrainer Klinsmann

SID
US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann (r.) unterlag Costa Rica mit 0:1
© Getty

Jürgen Klinsmann hat im zweiten Spiel die erste Niederlage als US-Nationaltrainer kassiert. Der ehemalige Bundestrainer verlor mit den Amerikanern gegen Costa Rica 0:1 (0:0).

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Jürgen Klinsmann denkt mal wieder positiv. "Sehr, sehr gut" habe ihm gefallen, was er alles gesehen habe, "die Mannschaft hat meine Vorstellung und Anweisungen perfekt umgesetzt. Wir haben die zweite Luft und sogar noch die dritte Luft bekommen", sagte er. Das Problem war: Seine US-Fußballer hatten gerade 0:1 verloren - und das auch noch gegen Costa Rica. Ein "shock defeat" für viele Medien, eine völlig unerwartete Niederlage.

Das war dem ehemaligen Bundestrainer natürlich nicht entgangen, er war "unglücklich" mit dem Ergebnis, versuchte aber konsequent, auf die positiven Seiten zu verweisen. Nach dem Abpfiff hatte er sich umgedreht, mit Co-Trainer Martin Vasquez abgeklatscht und seine Mannschaft aufgebaut.

Erste Niederlage als US-Nationaltrainer

Dann zog es ihn doch zügig in die Kabine, denn die erste Niederlage im zweiten Spiel als US-Nationaltrainer war schmerzhaft. Phasenweise hatte seine Mannschaft das gegnerische Tor bestürmt, aber Costa Rica verteidigte besonders nach dem 0:1 durch Rodney Wallace (65.) mit Mann und Maus, was Klinsmann recht genervt als "Zehn-Mann-Schutzwall vor dem Strafraum" bezeichnete: "Unser Gegner hat sich nur noch zurückgelehnt und gekontert."

Der destruktive Ansatz genügte allerdings auch, um insgesamt biedere Amerikaner, die seit fünf Spielen sieglos sind, in Schach zu halten. Landon Donovan hatte nach sechs Minuten die beste Gelegenheit der USA vergeben, ein 16-Meter-Schuss des früheren Bayern-Profis verfehlte das Ziel um 20 Zentimeter. Danach kam nicht mehr viel, trotz Belagerungsszenen.

"In der Kabine habe ich den Spielern gesagt, dass es eine sehr gute Vorstellung von uns war - leider ohne Tor", sagte Klinsmann. "Wenn Landon ein bisschen mehr Glück gehabt hätte, steht es früh 1:0, dann wäre vieles einfacher geworden." Die harte Trainingsarbeit habe sich ausgezahlt: "Meine Spieler haben versucht umzusetzen, was wir in dieser Woche eingeübt haben." Er gab dem Team aber auch mit, es müsse "zielstrebiger werden".

Einige Spieler, konstatierte Klinsmann, seien müde geworden. "Sie müssen lernen, solche Phasen zu überstehen, den Kopf hochzunehmen und sich durch so eine Phase zu kämpfen. Das ist wichtig. Meine Spielidee, dominant zu sein und das Tempo hochzuhalten, haben sie schon ganz gut verinnerlicht. Jetzt muss man den nächsten Schritt gehen, Gier nach Toren entwickeln." Und er forderte etwas mehr Härte: "Wir müssen auch fieser in die Zweikämpfe gehen."

Klinsmanns Arbeit von Spielern gelobt

In der WM-Qualifikation erwarte seine Mannschaft "viele emotionale Situationen, da kommen Teams mit heißem Temperament." Insofern sei es ein "Spiel mit hohem Lerneffekt" gewesen, wie auch Donovan feststellte. "Unsere jungen Spieler haben gesehen, dass man sehr gut sein kann, dominant, mit viel Ballbesitz - und doch am Ende verliert. Das wird uns weiterhelfen, da bin ich mir sicher."

Klinsmann scheint frischen Wind in das US-Team zu bringen. Der Mittelfeldspieler Jose Torres berichtete, jeder Spieler "von Torhüter Tim Howard bis zur Spitze Jozy Altidore" sei nun "viel selbstbewusster. Wenn ein Trainer dir sagt, schnapp dir den Ball und leg los, gibt dir das viel Vertrauen in dein Spiel."

Dieses Vertrauen soll am Dienstag in Brüssel gegen Belgien in den ersten Sieg unter Klinsmann umgesetzt werden. "Das wird ein weiterer wichtiger Test für uns, es geht gegen eine gute europäische Mannschaft", sagte Klinsmann. Zum Debüt hatte er ein 1:1 gegen Mexiko erreicht - und war anschließend auch "sehr zufrieden".

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