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Fussball

Belgien schlägt Irland deutlich

Romelu Lukaku (M.) erzielte kurz nach dem Seitenwechsel das 1:0

Belgien hat das zweite Spiel bei der EURO 2016 in Frankreich gewonnen. In Gruppe E gewann das Team von Marc Wilmots gegen Irland mit 3:0 (0:0). Die Roten Teufel feierten somit den höchsten Sieg ihrer EM-Geschichte.

Vor 40.000 Zuschauern im Stade de Bordeaux dominierte Belgien über 90 Minuten das Spiel und belohnte sich kurz nach dem Seitenwechsel. Romelu Lukaku erzielte auf Vorarbeit von Kevin De Bruyne in der 48. Minute das 1:0. Axel Witsel erhöhte in der 61. Minute auf 2:0, nur zehn Minuten später stellte Lukaku (71.) mit seinem zweiten Tor den 3:0-Endstand her.

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Nach der Pleite gegen Italien gewannen die hoch gehandelten Belgier somit ihr erstes Spiel bei der diesjährigen EM und wahren die Chance aufs Achtelfinale. Am letzten Spieltag treffen die Roten Teufel auf Schweden.

Irland hingegen blieb auch im siebten EM-Spiel in Folge nicht ohne Gegentor (zuletzt beim 1:0 gegen England 1988) und muss mit nur einem Punkt aus zwei Spielen ums Weiterkommen zittern.

Im Parallelspiel der Gruppe E schlug Italien am Vortag bereits Schweden mit 1:0 und steht somit als Gruppensieger fest.

Die Reaktionen:

Marc Wilmots (Trainer Belgien): "Wir haben Irlands Spiel analysiert und unsere Strategie dementsprechend ausgerichtet. Wir haben uns für das Kurzpassspiel entschieden. Wir wollten psychisch bereit sein, das wurde umgesetzt. Die Aufstellung war die richtige."

Martin O'Neill (Trainer Irland): "Das erste Tor war entscheidend gegen eine gute belgische Mannschaft. Belgien hat danach das Spiel kontrolliert, wir haben nicht die Leistung wie gegen Schweden wiederholen können. Wir werden nochmal alles ins letzte Spiel hinlegen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Belgiens Coach Marc Wilmots tauscht sein Team im Vergleich zum 0:2 gegen Italien gleich auf drei Positionen: Rechts in der Viererkette beginnt Meunier für Ciman, Dembele ersetzt Nainggolan auf der Doppelsechs neben Witsel und Carrasco beginnt anstelle für Fellaini. De Bruyne rutscht dadurch ins Zentrum.

Weniger Grund für Veränderungen sieht Irlands Trainer Martin O'Neill nach dem ordentlichen Auftritt seines Teams gegen Schweden: Lediglich Ward beginnt für Walters (Achillessehnenverletzung) und spielt hinten links. Brady rückt dafür ins Mittelfeld.

21.: De Bruyne zieht eine Flanke von halbrechts in den Strafraum, wo O'Shea vor Lukaku da ist, den Ball aber Hazard direkt vor die Füße köpft. Der belgische Kapitän zieht aus zehn Metern halblinker Position wuchtig ab, setzt die Kugel aber knapp über den Querbalken.

24.: Feiner Chip-Ball aus dem Zentrum von De Bruyne in den Rücken der Abwehr für den von rechts eingelaufenen Carrasco. Der Mann von Atletico schließt direkt ab und trifft den Querbalken, wird aber vom Schiedsrichtergespann wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen.

42.: De Bruyne zieht die Kugel von rechts in die Mitte und Alderweireld schließt wuchtig per Kopf aufs linke Eck ab. Auf der Linie steht Hoolahan und hält den Schädel rein - starke Rettungstat!

48., 1:0, Lukaku: De Bruyne lässt auf der rechten Seite unnachahmlich zwei Gegenspieler stehen und bedient Lukaku in zentraler Position an der Strafraumgrenze. Der Stürmer schaut sich den Keeper aus und setzt den Ball mit links aus 16 Metern ins linke, untere Eck - Führung Belgien!

61., 2:0, Witsel: Carrasco wird auf der rechten Seite nicht attackiert und legt den Ball zurück zu Meunier, der mit seiner Flanke vom Strafraumeck Witsel findet. Mit dem Kopf drückt der Mann von Zenit St. Petersburg den Ball aus acht Metern wuchtig aufs Tor, Randolph ist noch dran, kann aber nicht mehr entscheidend eingreifen.

71., 3:0, Lukaku: Meunier gewinnt den Ball tief in der eigenen Hälfte auf der rechten Seite und schickt Hazard auf die Reise. Der belgische Kapitän lässt O'Shea an der Mittelline ins Leere grätschen und marschiert in vollem Tempo bis zum Strafraum, wo nur noch Clark verteidigt. Im richtigen Moment kommt der Querpass zu Lukaku, der sich frei vor Randolph die Ecke aussuchen kann und links unten einschiebt!

Fazit: Belgien spielt in der ersten Halbzeit erneut uninspiriert und behäbig, profitiert im Anschluss allerdings von der Führung. Irland strahlt insgesamt zu wenig Torgefahr aus und verliert völlig zu Recht.

Der Star des Spiels: Romelu Lukaku. Bekam nach seinem schwachen Spiel gegen Italien die volle mediale Breitseite ab. Auch der erste Durchgang gegen Irland ging komplett am bulligen Stürmer vorbei. Doch im Anschluss stand er eben da, wo ein Angreifer stehen muss und knipste zwei Mal eiskalt. Zwei Schüsse aufs Tor, zwei Tore - mehr kann man von einem Stürmer nicht verlangen. Ebenfalls stark: Kevin De Bruyne.

Der Flop des Spiels: Stephen Ward. Die Leistung des Linksverteidigers ist Sinnbild für den irischen Auftritt. Er stand bis zum Seitenwechsel gut, machte seine Seite weitestgehend dicht und hatte starke Zweikampfwerte. Im zweiten Durchgang war sein Flügel allerdings viel zu oft unbesetzt. Alle drei Tore der Belgier wurden über seine Seite initiiert.

Der Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei). Ließ die Spieler über die komplette Spielzeit an der langen Leine und fuhr damit gut. Sah das knappe Abseits in der 24. Minute von Carrasco gut und blieb auch in der Folge ohne Fehler.

Das fiel auf:

  • Wilmots tauschte im Vergleich zum Italien-Spiel die komplette rechte Seite aus. Die Änderungen schienen sich zunächst auszuzahlen. De Bruyne, der im Zentrum im Vergleich zu Fellaini deutlich mehr Esprit versprühte, zog es speziell in der Anfangsphase oft nach rechts und schuf eine Überzahl auf dem Flügel. Auch das Zusammenspiel zwischen Carrasco und Meunier klappte zunächst gut. In den ersten 20 Minuten kreierten die Belgier zahlreiche gute Chancen über die rechte Seite.
  • Doch nach einer guten Anfangsphase verfielen die Roten Teufel wieder in alte Muster. Die Angriffe wirkten fast immer zu lethargisch und wurden nicht mit dem nötigen Tempo zu Ende gespielt. Wie gegen Italien prallte man 30 Meter vor dem Tor auf die gegnerische Abwehrwand und hatte keinerlei Mittel, diese zu knacken. Speziell das Zusammenspiel der Individualkünstler hinkte weiterhin immens. Wenn es einmal gefährlich wurde, war dies meist nach Einzelaktionen. Bezeichnend, dass das 1:0 aus einem Konter heraus gegen eine unsortierte irische Hintermannschaft fiel.
  • Irland nahm sich der Außenseiterrolle klar an und spielte längst nicht so offensiv wie noch gegen Schweden. Die O'Neill-Elf stand oft tief und gut organisiert in einem 4-4-2 und empfing die Roten Teufel spät in der eigenen Hälfte. Sobald die Iren den Ball erkämpften, ging's meist hoch und weit nach vorne auf Long. Der wurde dann mit der Kugel aber zu oft alleine gelassen. Ernüchternde Bilanz nach 90 Minuten: Zum ersten Mal bei einem EM-Spiel blieb Irland ohne Torschuss.
  • Nach dem 1:0 veränderte sich das Spiel sichtbar. Irland rückte weit hinten raus und versuchte, das Spiel an sich zu reißen. Das ging allerdings komplett auf Kosten der kontrollierten Defensive. Die Iren standen ab der 50. Minute längst nicht mehr so geordnet wie noch im ersten Durchgang. Das brachte den Belgiern die nötigen Räume und die entsprechende Zeit für sauber zu Ende gespielte Angriffe.

Belgien - Irland: Die Statistik zum Spiel

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