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Fussball

DFB-Pokal: Kramer vor dem Aus! Desolate Schalker erleben Debakel gegen Hoffenheim

Von SPOX/SID
Frank Kramer steht bei Schalke 04 vor dem Aus.

Schalke 04 verliert auch im Pokal. Nach der fünften Pleite in Folge droht Trainer Frank Kramer der Rauswurf.

Regungslos verfolgte Frank Kramer die fünfte Pleite in Folge - und seine wohl letzten Minuten als Trainer von Schalke 04. Nach dem 1:5 (0:3)-Debakel in seinem zweiten "Endspiel" im DFB-Pokal bei der TSG Hoffenheim mit indiskutabler Leistung steht der umstrittene Coach vor dem Aus. "Kramer raus" schallte es aus der Kurve der königsblauen Fans.

"Es war unbestritten unsere schlechteste Saisonleistung. Schlechter geht es ja auch nicht. Wir haben in keinster Weise das Gesicht, die Tugenden gezeigt, die wir zeigen wollten. Das macht mich fast sprachlos", sagte Kramer: "Die Wehrlosigkeit ist mir fast ein Rätsel. Wir haben alle den Verein im Stich gelassen."

Das war's dann wohl endgültig für den 50-Jährigen. Die heftigste Pokalklatsche seit 17 Jahren dürfte ihm die letzten Argumente geraubt haben, schon nach dem 0:3 am vergangenen Freitag war Kramer nur noch ein Trainer "auf Bewährung". Sportdirektor Rouven Schröder kündigte bei Sky an: "Wir werden hier bleiben, um zu analysieren und alles auf den Punkt zu bringen - das Ende ist offen. Das Spiel heute hat ein klares Bild gezeigt. Wir können so nicht weitermachen."

Kramer sah es ähnlich: "So weitermachen geht auf gar keinen Fall. Wir müssen die Spiele ganz anders bestreiten und ganz anders auftreten." Dass dies aller Wahrscheinlichkeit nach ohne ihn geschieht, beschäftigte Kramer so unmittelbar nach dem Spiel nicht: "Mein Fokus liegt auf dem Inhaltlichen, alles andere ist nicht mein Thema. Man sollte es nicht persönlich nehmen. Das Allerwichtigste ist der FC Schalke 04."

Schalke-Boss Rouven Schröder nimmt Mannschaft in die Pflicht

Der Israeli Munas Dabbur (5./43.), Angelino (16.), der Ex-Schalker Ozan Kabak (51.) und Pavel Kaderabek (63.) trafen für die Hoffenheimer. Die Kraichgauer sind dank des Achtelfinaleinzugs und Platz vier in der Liga unter der Regie des früheren Schalker Trainers André Breitenreiter voll im Soll.

Am Samstag muss sich die TSG in der Bundesliga gegen Rekordmeister Bayern München beweisen. Für die Schalker, die lediglich durch Dominick Drexler (69.) auf die Anzeigetafel kamen, steht am Sonntag die richtungsweisende Partie beim direkten Kontrahenten Hertha BSC auf dem Programm.

Sportdirektor Schröder nahm nach dem Debakel von Sinsheim auch die Mannschaft in die Pflicht. "Frank Kramer ist ein armer Hund. Es muss jeder kapieren, in welcher Situation wir sind", betonte er und zählte die jüngsten Resultate auf: "0:4, 0:3, 1:5 - das ist schon eine Tendenz. So in der Form können wir uns nicht präsentieren. Das habe ich der Mannschaft ganz deutlich mitgeteilt. Jeder muss sich Gedanken machen. Da schließe ich mich auch mit ein. Wir sitzen alle im selben Boot, es geht auch nur zusammen."

FC Schalke 04: Folgt Thomas Reis auf Frank Kramer?

Schon vor dem Anpfiff drehte sich alles um die Personalie Kramer. Am Samstag hatten die Schalker Verantwortlichen um Sportdirektor Rouven Schröder die Schonfrist für den Trainer nach einer Krisensitzung verlängert - trotz der vierten Niederlage in Folge und enttäuschenden Leistungen.

Öffentlich wurde dennoch weiter über mögliche Nachfolger diskutiert. Dabei fiel immer wieder der Name Thomas Reis. Der Ex-Bochumer, der erst kürzlich beim VfL gehen musste, war schon im Sommer ein Thema bei Königsblau.

Vor 15.633 Zuschauern in Sinsheim hatte Angelino bereits nach 99 Sekunden die Führung für die Hoffenheimer auf dem Fuß, der Außenverteidiger verzog aber knapp. Dabbur machte es kurz darauf besser. Die Schalker Abwehr hatte in beiden Szenen ihren Namen nicht verdient.

Auch nach der Führung bestimmten die Gastgeber, die ohne Starstürmer Andrej Kramaric auskommen mussten, das Geschehen. Dabbur scheiterte an S04-Torwart Alexander Schwolow (13.).

Die Schalker liefen meist nur hinterher. Nach rund einer Viertelstunde hielt Schwolow zunächst erneut stark gegen Dennis Geiger, Sekunden später zappelte der Ball aber doch im Netz. Angelino hatte von der Strafraumgrenze abgezogen.

Klassenunterschied zwischen Hoffenheim und Schalke

In der Folge offenbarte sich über weite Strecken ein Klassenunterschied. Die Schalker waren in allen Belangen unterlegen. Hoffenheim spielte Katz und Maus mit den Gästen, vergaß dabei allerdings das Toreschießen. Erst kurz vor der Pause schraubte Dabbur das Ergebnis in die Höhe.

Im zweiten Durchgang änderte sich nichts an der Dominanz der Hoffenheimer. Bevor Kabak nach einem Freistoß per Kopf traf, hatte es schon mehrmals lichterloh im Schalker Strafraum gebrannt. Auch vor dem fünften Tor von Kaderabek hätte es schon zwei oder dreimal im S04-Tor einschlagen können.

Nach dem Treffer war es mit der Geduld der mitgereisten Schalker Fans zu Ende. "Kramer raus" hallte es durch die Arena. Schröder sah auf der Bank entsprechend bedient aus, daran änderte auch das Tor Drexlers nichts.

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