Grindels Doppel-Funktion in der Kritik

SID
Reinhard Grindel muss aus Reihen der Politik viel Kritik einstecken
© getty

Die Doppel-Funktion von Reinhard Grindel als Schatzmeister des DFB und als 2. Vorsitzender des Sportausschusses im Deutschen Bundestag sorgt im Zuge des Skandals um die WM 2006 für immer größeren Unmut. Oppositionspolitiker im Sportausschuss fürchten um eine umfassende Aufklärung.

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"Das ist höchst problematisch", sagte Grünen-Sportpolitiker Özcan Mutlu dem SID. "Entweder sitzt er hier als DFB-Vertreter und beantwortet unsere Fragen. Oder er sitzt auf unserer Seite und stellt Fragen. Doch beides tut er nicht", sagte Mutlu vor der Sitzung des Sportauschusses am Mittwoch. Grindel, der als Kandidat für eine mögliche Nachfolge des unter Druck stehenden DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach gilt, wollte sich zu der Kritik nicht äußern.

Grünen-Politikern Claudia Roth verprach sich viel von den Aussagen Grindels, sollte der Parlamentarier denn auch sprechen. "Er kann umfassend antworten", sagte Roth. "Er ist Schatzmeister des DFB und im Vorstand des DFB. Außerdem gehörte er der Nachhaltigkeitskommission des DFB an", so Roth.

Roth wurde wegen ihrer Zugehörigkeit zu Gremien der WM 2006 am Mittwoch im Sportausschuss gehört. Die frühere Grünen-Vorsitzende forderte, dass auch Franz Beckenbauer eingeladen werde. "Ich finde, wir sollten Personen, die so viel für den Fußball getan haben, nicht unter Denkmalschutz stellen", so Roth.

André Hahn, Sportpolitiker der Linken, forderte in der WM-Affäre klare Aussagen vom Bundesinnenministerium (BMI). "Das BMI war mit verschiedenen Vertretern in diversen Gremien der WM 2006 vertreten. Von diesen Sitzungen muss es Protokolle geben, die wir gerne einsehen wollen. Das könnte Aufschluss über Geldforderungen der FIFA und über Zahlungen an die FIFA geben", sagte der 52-Jährige.

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