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Fussball

Niklas Süle beim FC Bayern München: Der große Verlierer der Länderspielpause

Von Dennis Melzer
Hängt mit der Fitness offenbar hinterher: Bayern-Profi Niklas Süle.

Nach der Länderspielpause findet Niklas Süle beim FC Bayern trotz dünner Personaldecke keine Berücksichtigung. Hansi Flicks Erklärung bietet Spekulationsraum. Fest steht aber: der Innenverteidiger ist der große Verlierer der vergangenen Wochen. Sogar über seine langfristige Zukunft beim FCB wird nun spekuliert.

Vor rund einem Jahr legte Niklas Süle als prominenter Gast auf der Weihnachtsfeier des Bayern-Fanclub Rollwagerl 93 e.V. einen launigen Auftritt hin.

Auf die Silbermedaille angesprochen, die er mit der deutschen Auswahl bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewonnen hatte, erklärte der Nationalspieler: "Das haben nicht so viele Fußballer erreicht. Das war ein tolles Erlebnis." Er schob schmunzelnd nach: "Vor allem auch, weil der McDonald's im Olympischen Dorf umsonst war."

Lacher und Beifall im Publikum. Süle, der sympathische Kicker von nebenan. Ein nahbarer Hochleistungssportler, der - wie Hinz und Kunz - gerne mal zu Burger und Pommes greift.

Nach seinem Wechsel von der TSG Hoffenheim zum deutschen Rekordmeister im Sommer 2017 habe er aber "das mit der Ernährung jetzt alles ein bisschen ernster" genommen, verriet er seinerzeit im Gespräch mit dem kicker.

Niklas Süle: In Ernährungssachen "nicht immer Vorzeigeprofi"

Auch als ein Kreuzbandriss ihn im Oktober 2019 langfristig außer Gefecht setzte, legte der Abwehrhüne viel Wert darauf, trotz Pause, nicht in alte Muster zu verfallen. Er sei "in Ernährungssachen nicht immer der allerbeste Vorzeigeprofi", aber sein Kumpel und Bayern-Koch Alfons Schuhbeck habe ihm während der Reha diesbezüglich unter die Arme gegriffen.

Süle nahm sieben Kilo ab, kehrte im Sommer dieses Jahres topfit zurück und avancierte im Champions-League-Finalturnier zum Triple-Garanten, nachdem er seinen mehrfach angeschlagenen Kollegen Jerome Boateng ersetzen musste.

Vieles deutete zu Saisonbeginn darauf hin, dass der 25-Jährige, der als Abwehrchef der Zukunft bei den Bayern gilt, sich im Rennen um einen der vakanten Plätze im Zentrum durchsetzen würde (9 Pflichtspiele, mit 67,7 Prozent die beste Zweikampfquote aller FCB-Stammspieler).

Niklas Süle nach positivem Corona-Test in Quarantäne

Bis Anfang November ein positiver Corona-Test Süle in die häusliche Isolation zwang. Acht Tage lang dauerte das Quarantäne-Dasein an, bis das Münchner Gesundheitsamt grünes Licht für eine vorzeitige Rückkehr ins Mannschaftstraining gab.

Acht Tage, die ganz offensichtlich Spuren hinterließen. Spuren, die Trainer Hansi Flick dazu veranlassten, Süle am vergangenen Wochenende für das Bundesligaspiel gegen Bremen aus dem Kader zu streichen. Laut eines Berichts der Bild-Zeitung sei Flick mit Süles Gewicht nicht zufrieden gewesen, als offizieller Grund wurde "Trainingsrückstand" angeführt.

Und das, obwohl der gebürtige Frankfurter zuvor tagelang mit der Nationalmannschaft unterwegs war. Beim 2:1-Erfolg über die Ukraine bestritt er die vollen 90 Minuten, in Spanien erlebte er immerhin die erste Halbzeit des späteren 0:6-Debakels hautnah mit. Wie passt das zusammen?

Niklas Süles Zukunft beim FC Bayern in Gefahr?

Flick, der nicht explizit auf die kolportierten Gewichtsprobleme einging, lieferte am Dienstagmittag Antworten, die darauf schließen lassen, dass Süle als Verlierer aus der Länderspielpause hervorging.

Der FCB-Coach war offensichtlich nicht allzu begeistert, dass Süle für die Länderspiele abgestellt wurde. Der von Flick angesprochene Trainingsrückstand scheint einigermaßen deutlich auszufallen.

So deutlich, dass die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters nun sogar nach Angaben der Sport Bild unschlüssig seien, ob mit Süle überhaupt beim FCB über 2022 verlängert werden soll. Aus dem Verein sei zu hören, dass er erst einmal nachweisen müsse, dass er "ein Bayern-Spieler" sei.

Auch für das Spiel gegen Salzburg ist der Defensivmann keine Option, erst für die Begegnung am kommenden Wochenende in Stuttgart oder das Auswärtsspiel gegen Atletico Madrid (Dienstag, 1.12.) stellte Flick Süle eine Kaderrückkehr in Aussicht. "Wir gucken von Tag zu Tag und trainieren intensiv mit ihm", erklärte Flick.

Vor allem mit dem Hintergrund, dass der Bayern-Trainer derzeit personell mitnichten aus dem Vollen schöpfen kann, ist die gänzliche Nichtberücksichtigung Süles ein Fingerzeig hinsichtlich dessen Verfassung: Mit Alphonso Davies, Bouna Sarr und dem fraglichen Lucas Hernandez fallen gleich zwei, respektive drei Kandidaten für die Viererkette aus - dennoch ist für Süle nicht einmal ein Platz auf der Bank vorgesehen, um im Notfall doch eingreifen zu können.

Flick: Training? "Keine Inhalte, die du setzen kannst"

"Es ist aktuell so, dass wir entweder Spielersatztraining, Regeneration oder Abschlusstraining haben", sagte Flick. "Da hast du keine Inhalte, die du setzen kannst, um so einen Spieler wieder aufs nächste Level zu heben."

Dass "Niklas zu hundert Prozent fit ist und seine Leistung abrufen kann", sei besonders mit Blick auf Süles Verletzungshistorie obligatorisch, begründete Flick weiter und lieferte damit eine durchaus nachvollziehbare Rechtfertigung, die Süles Länderspieleinsätze im Umkehrschluss aber umso fragwürdiger erscheinen lassen.

Sollte tatsächlich die wiederentdeckte Fast-Food-Affinität während der Quarantäne dazu beigetragen haben, dass Süle derzeit bei seinem Klub außen vor ist, sagt dies eine ganze Menge über das Anspruchsgefälle zwischen Bayern und dem DFB-Team aus.

FC Bayern: Spielplan der nächsten Wochen

DatumUhrzeitWettbewerbGegnerOrt
25.11.202021 UhrChampions LeagueFC SalzburgHeim
28.11.202015.30 UhrBundesligaVfB StuttgartAuswärts
01.12.202021 UhrChampions LeagueAtletico MadridAuswärts
05.12.202018.30 UhrBundesligaRB LeipzigHeim
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