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NFL

Power Ranking nach Woche 4: Die Eagles im Kreis der Titelanwärter

SPOX-Redakteur Adrian Franke sortiert alle 32 Teams im Power Ranking

8. SAN FRANCISCO 49ERS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 13.

Ich muss klar sagen, dass ich aktuell kaum einer Unit so gerne zuschaue wie der 49ers-Defense. Die Spielintelligenz, Physis und Explosivität auf allen drei Leveln der Defense gibt den Niners die aktuell in meinen Augen beste Defense in der NFL - und das wird sie ein Stück weit tragen können. Die große Frage bei den 49ers lautet: Kann Kyle Shanahan um Jimmy Garoppolo wieder eine Offense aufs Feld zaubern, die sich in Top-10-Gefilden bewegt? Und das erst einmal ohne Trent Williams, nicht nur der wohl beste Left Tackle der Liga, sondern auch der für sein Team wertvollste Left Tackle in der NFL? Jeder weiß, dass für San Francisco vieles vom Run Game abhängt, der Verlust von Williams in einer ohnehin schon umgebauten Offensive Line macht diesen Part nicht einfacher. Aber: Shanahan hat nach wie vor ein exzellentes Waffenarsenal, und mit etwas mehr Zeit sollte hier auch ein stabileres Endprodukt auf dem Feld zu sehen sein. Die Defense wird der Offense dabei etwas Zeit verschaffen, und so erwarte ich einmal mehr ein extrem unangenehmes Team aus San Francisco.

7. BALTIMORE RAVENS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 9.

So ein bisschen macht mir das Gesamtkonstrukt in Baltimore noch Sorgen. Das Talent ist eigentlich auf beiden Seiten des Balls da. Doch defensiv sieht man noch deutlich, wie die Ravens unter dem neuen Defensive Coordinator Mike MacDonald einige Wachstumsschmerzen durchlaufen, während die Offense extrem abhängig von Lamar Jackson ist. Positiv ist hier hervorzuheben, dass die Ravens mehr Antworten auf gegnerische Blitzes gefunden haben - das war letztes Jahr ein massives Problem. Aber das Base Run Game ist noch ganz klar in der Findungsphase, vielleicht kann die Rückkehr von Ronnie Stanley hier einige Dinge öffnen - wann auch immer die kommt. Wenn Jackson auf seinem aktuellen Level spielt, ist er in der Lage, das Team zu tragen. Nachhaltig ist das jedoch nicht, und so muss Baltimore sich auf beiden Seiten des Balls nachhaltig stabilisieren, um auch mit Jackson in MVP-Form ganz oben angreifen zu können.

6. MIAMI DOLPHINS (3-1)

Ranking vor Saisonstart: 17.

Komplett sicher bin ich mir noch nicht, wo das Ceiling für dieses Team liegt. Aber was man auf jeden Fall sagen kann, ist, dass das Gesamt-Potenzial der Dolphins dramatisch angehoben wurde: Mike McDaniel macht als Play-Caller über die ersten Wochen der Saison eine exzellente Figur, fairerweise muss man natürlich erwähnen, dass seine Arbeit durch Tyreek Hill und Jaylen Waddle signifikant erleichtert wird. Miami hat so viel Speed und einen Coach, der den gut einsetzt, dass die Dolphins jederzeit zu offensiven Big Plays in der Lage sind - in einer Saison, in der selbst die Elite-Offenses genau damit ihre Probleme haben. Gleichzeitig ist die Offensive Line zwar verbessert, aber noch weit entfernt von einer dominanten Unit, und defensiv ist man zu sehr auf das Blitzing angewiesen. Miami hat definitiv Playoff-Potenzial, jetzt aber lautet eine gewichtige Frage: Wann kehrt Tua Tagovailoa zurück? Der nächste Schritt wird darin liegen, auf beiden Seiten des Balls mehr Konstanz rein zu bekommen.

5. GREEN BAY PACKERS (3-1)

Ranking vor Saisonstart: 7.

Die Packers präsentieren sich bisher als ziemlich genau das Team, das man realistisch erwarten musste: Die Defense hat sich nach einigen Coverage-Busts in Woche 1 deutlich stabilisiert, auch wenn sie bisweilen noch zu passiv auftritt und scheinbar nicht ausreichend auf offensive Matchups reagiert - wie mit Blick auf die Run-Defense gegen New England. Die Offensive Line ist so langsam in ihrer Bestbesetzung angekommen und dadurch kann Green Bay mit seinen Running Backs nicht nur im Passspiel einiges machen, sondern den Ball eben auch am Boden bewegen. Und gleichzeitig ist die Wide-Receiver-Situation erwartet schwierig, was wiederum Aaron Rodgers und Co. dazu zwingt, den Ball mitunter sehr mühsam zu bewegen. Auch das Timing im vertikalen Passspiel war zuletzt mehrfach off. Mit Rodgers, mit der wieder intakten Line und mit einer zunehmend starken Defense sollte der Floor für dieses Team relativ hoch sein und bleiben, was in jedem Fall für ein Playoff-Ticket reicht. Alles darüber hinaus wird maßgeblich davon abhängen, wie sich die Receiver-Gruppe entwickelt.

4. TAMPA BAY BUCCANEERS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 2.

Wirklich überzeugend war Tampa Bay bisher nicht - was sich aber zumindest halbwegs mit den Ausfällen erklären lässt, welche diese Frühphase der Saison bei den Bucs geprägt haben. Das ist nach wie vor eine schematisch eindimensionale Offense, die im Run Game ziemlich unkreativ daherkommt und letztlich davon lebt, dass Tom Brady und seine Receiver dominieren. Was noch immer funktionieren sollte, wenn Mike Evans, Chris Godwin, Russell Gage - und vielleicht auch Julio Jones - allesamt zur Verfügung stehen, Donovan Smith in der Offensive Line nicht fehlt und Brady wieder bei seinen Targets aus dem Vollen schöpfen kann. Der Auftritt gegen eine starke Chiefs-Defense war ein Hinweis darauf, deshalb bleibe ich bei den Bucs auch noch relativ entspannt. Die Offense wird auf einem anderen Level agieren, wenn sie ihre gesamte Feuerkraft zur Verfügung hat; und die Defense ist eine Top-3-Defense über die ersten Wochen der Saison, mit einem zunehmend starken Pass-Rush und einer - für mich zumindest - unerwartet starken Coverage-Unit.

3. PHILADELPHIA EAGLES (4-0)

Ranking vor Saisonstart: 10.

Die Eagles haben einen gigantischen Sprung hingelegt, und das liegt maßgeblich daran, wie dieser Kader über die letzten Jahre entwickelt wurde - wodurch kaum ein Team auf so vielen Wegen Spiele gewinnen kann. Mit A.J. Brown, DeVonta Smith und Dallas Goedert hat man ein starkes Trio, das in Kombination mit der besten Offensive Line in der NFL würde schon mit einem durchschnittlichen Quarterback zu einer kompetitiven Offense führen. Jalen Hurts bisher aber spielt besser als nur Durchschnitt, und damit sind die Eagles ein brandgefährliches Team - auch, weil die eigene Defense deutliche Fortschritte gemacht hat. Die Eagles können mit ihrer Defensive Line spiele dominieren, sie haben jetzt aber auch eine Secondary, mit der sie Man Coverage spielen können. Diese Flexibilität macht Philadelphias Defense so viel weniger anfällig für einzelne Matchups, und in der Summe ergibt sich so ein Team, das den komplettesten Kader in der NFL aktuell an den Start bringt, und dadurch sind sie ein echter Titelkandidat, auch ohne einen Elite-Top-5-Quarterback.

2. KANSAS CITY CHIEFS (3-1)

Ranking vor Saisonstart: 4.

Die Receiver-Position war immer das große Thema nach dem Trade von Tyreek Hill, und auch wenn die Chiefs zwar in Person von JuJu Smith-Schuster, Marquez Valdes-Scantling und Skyy Moore in die Position investiert haben, so waren diese Investments immer darauf ausgerichtet, sich in der Breite besser aufzustellen. Diese Umstellung braucht Zeit, und man konnte in dieser Saison - etwa im Colts-Spiel - schon sehen, dass die Offense Probleme bekommen kann, und dass Mahomes den Ball länger hält, weil es weniger "einfache" Auswege gibt. Die Offensive Line ist vor allem auf den Tackle-Positionen wacklig, was es umso wichtiger macht, mehr Teil der Gesamtlast auf die Receiver verlagern zu können - und auf das Run Game. Hier gelang den Chiefs ein Statement gegen die Bucs, vielleicht ein Hinweis darauf, wie es eben doch auch für dieses Team gehen kann. Mit Mahomes, Kelce und Andy Reid bleibt das Grundlevel hoch, und parallel hat sich die Defense deutlich gesteigert, was den Chiefs mehr Möglichkeiten gibt, um Spiele auf verschiedenen Wegen zu gewinnen. Die Defensive Line spielt gut, die Secondary ist trotz der Verletzung von Trent McDuffie eine Stärke.

1. BUFFALO BILLS (3-1)

Ranking vor Saisonstart: 1.

Nach den extrem dominanten Auftritten in den ersten beiden Spielen wurde der Bills-Nimbus vielleicht ein wenig abgeschwächt - für mich bleiben sie das beste Team in der NFL, auch nachdem sie Micah Hyde verloren haben. Nummer-1-Corner Tre'Davious White sollte in einigen Wochen zurückkehren, die zuletzt angeschlagene Defensive Line hat in Woche 1 gezeigt, zu was sie in der Lage ist, wenn sie ihre volle Rotation ausspielen kann. Die Offensive Line wird vermutlich die ganze Saison über ein Thema bleiben, doch das Level, auf dem Josh Allen spielt, die Qualität der Receiver und die generelle schematische und personelle Vielfalt, welche die Offense bisher an den Tag legt, lässt nur einen Schluss zu: Die Bills sind und bleiben im engsten Contender-Kreis.

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