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NFL

Power Ranking nach Woche 4: Die Eagles im Kreis der Titelanwärter

SPOX-Redakteur Adrian Franke sortiert alle 32 Teams im Power Ranking

16. DENVER BRONCOS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 8.

Was in Mile High so viele Hoffnungen geweckt hatte, sieht nach den ersten vier Wochen noch durchzogen von Kinderkrankheiten aus - und wenn nicht deutliche Besserung eintritt und die Offense vor allem konstanter wird, dann könnte es, inklusive des großen Vertrags, den Wilson bekommen hat, ein gefährliches Missverständnis werden. Bisher hat die Offense jedenfalls wenig Rhythmus, Wilson spielt inkonstant - das Raiders-Spiel bisher war der klar beste Auftritt -, und die Saison war zudem geprägt von den horrenden In-Game-Management-Fehlern von Rookie-Head-Coach Nathaniel Hackett. Jetzt haben die Broncos noch Running Back Javonte Williams via Kreuzbandriss für den Rest der Saison verloren, während Melvin Gordon weiter Fumble-Probleme hat. Es wird nicht leichter für diese Offense, einen konstanten Rhythmus zu finden. Warum also sind die Broncos trotzdem noch auf Platz 16 und nicht noch tiefer? Weil das individuelle Potenzial immer wieder mal sichtbar und nach wie vor groß ist - und weil die Defense, die jetzt allerdings vorerst Randy Gregory ersetzen muss, bisher weitestgehend sehr gut spielt. Aber sowohl in puncto Coaching, als auch in puncto offensiver Konstanz müssen die Broncos erst noch zeigen, dass sie auf einem höheren Level mitspielen können. Andernfalls stehen sie in vier Wochen nochmals ein gutes Stück tiefer.

15. CLEVELAND BROWNS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 24.

Cleveland ist auf bestem Wege, mittendrin im Playoff-Rennen zu sein, wenn Deshaun Watson nach abgesessener 11-Spiele-Sperre zurückkehrt. Und wer weiß, wie die Offense dann funktioniert und wie rund es direkt läuft, wenn Watson, der dann sehr lange nicht gespielt hat, in eine Offense kommt, die nicht unbedingt auf seine Stärken oder seine bevorzugte Spielweise ausgerichtet ist. Für den Moment aber bleibt festzuhalten: Die Browns haben eine wahnsinnig gut designte und kohärente Offense, die, basierend auf einer dominanten Offensive Line und dem besten Runner in der NFL in Nick Chubb, einen extrem hohen Floor hat. Enttäuschend dagegen ist die Defense, der nach wie vor zu viele Coverage-Busts unterlaufen und die in der Interior Defensive Line deutlich zu anfällig ist. Solange die Offense auf diesem Level spielt, wird Cleveland viele Teams schlagen können, die sich außerhalb der Liga-Elite bewegen. Wenn aber das offensive Ceiling nicht noch angehoben wird und sich die Defense stabilisiert, ist nach oben gedacht ein klarer Deckel auf dem Potenzial.

14. DALLAS COWBOYS (3-1)

Ranking vor Saisonstart: 16.

Alles in allem bin ich von den Cowboys positiv überrascht. Die Offensive Line ist zumindest im Run-Blocking deutlich weiter, als ich das spätestens nach der Verletzung von Tyron Smith erwartet hatte. Vor allem aber ist die Defense auch ohne den Turnover-Wahnsinn der vergangenen Saison längst nicht so dramatisch eingebrochen, wie man das hätte vermuten können. Der Pass-Rush ist Top-3 in der NFL aktuell, und die Secondary spielt variabel und kann auch ohne die Turnover bestehen. Mit Cooper Rush ist die Offense selbstredend nochmals limitierter, deshalb konnte ich Dallas auch nicht höher setzen, auch wenn sie hier gerade - im Zusammenspiel mit der eigenen Defense - das realistische Maximum herausholen. Und ich will erst noch sehen, wie gut diese Offense wirklich ist, wenn Prescott mutmaßlich übernächste Woche wieder fit und Gallup vollends zurück bei 100 Prozent ist - das Auftaktspiel gegen Tampa Bay war auch mit Prescott ernüchternd. Trotzdem sehe ich den Floor für die Cowboys deutlich höher als gedacht, und das alleine sollte Dallas mit seinem Schedule und in dieser NFC schon im Playoff-Rennen halten. Ich tippe darauf, dass die Cowboys mit Prescott zurück in vier Wochen noch weiter oben rangieren.

13. LOS ANGELES CHARGERS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 3.

Bei den Chargers deutet sich - mal wieder, dürfte der eine oder andere Chargers-Fan an diesem Punkt einwerfen - eine massiv enttäuschende Saison an. Für ein Team, das nach einer aggressiven Offseason glasklar mit Titelambitionen in diese Saison gestartet ist, scheint nach nur vier Spielen eine Enttäuschung gemessen an dieser Erwartungshaltung zunehmend wahrscheinlich: Der Verlust von Rashawn Slater - auch wenn Sechstrunden-Rookie Jamaree Salyer sich gegen Houston beachtlich geschlagen hat - wird eine ohnehin schon konservative Offense vermutlich noch vorsichtiger machen, der Verlust von Jaylon Guyton hat den Chargers ihre gefährlichste vertikale Waffe genommen. Eine Offense, die ohnehin in puncto Explosivität und Dynamik weit unten einzusortieren ist, wird jetzt vielleicht noch langsamer. Joey Bosa wird ebenfalls wochenlang fehlen, sodass Khalil Mack eine tragendere Rolle einnehmen muss. Die Chargers haben nach wie vor einen Elite-Quarterback und eine schlagkräftige Defense, selbst ohne Bosa. Aber bisher hat dieser Trainerstab nicht gezeigt, dass er mehr als die Summe der individuellen Parts aus dem Team herausholen kann. Und damit ist ein gewisses Maß an Skepsis für die weitere Saison mehr als angebracht.

12. CINCINNATI BENGALS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 6.

Ich bilde mir ein, sehr klar benennen zu können, was für ein Team die Bengals derzeit sind und was das für den weiteren Saisonverlauf bedeutet. Cincinnatis Offense kann nach wie vor explosiv sein - wenn sie die Gelegenheiten dafür bekommt. So wie gegen die Jets und auch gegen die Dolphins, beide Defenses servierten Cincinnati einige Shot-Play-Möglichkeiten förmlich auf dem Silbertablett. Das Problem ist, dass das Play-Calling der Bengals so eindimensional ist, dass sie sich diese Gelegenheiten selbst nicht erarbeiten, und das limitiert das Team und wird in den Duellen gegen einige AFC-Schwergewichte umso gravierender ins Gewicht fallen, weil Cincinnati in jedem Spiel - je nach Matchup - Gefahr läuft, den Ball nicht bewegen zu können und die Bengals sich dann nicht selbst daraus befreien können. Die Defense ist nach wie vor gut, mit wenigen klaren Schwachstellen und einem guten Maß an Flexibilität. Das ist bisher das wahre Rückgrat dieses Teams, doch die Verletzung von Defensive Tackle D.J. Reader wird sich hier bemerkbar machen.

11. MINNESOTA VIKINGS (3-1)

Ranking vor Saisonstart: 15.

Die Vikings sind nach vier Spielen schon wieder frustrierend nah dran an einer Version dieses Teams, die wir in der Kirk-Cousins-Ära bereits viel zu häufig gesehen haben. Minnesota ist gut, Minnesota ist ein kompetentes und kompetitives Team, Minnesota hat eine reelle Chance auf die Playoffs - aber nach ganz oben fehlt einfach etwas. Die Defense ist solide, nicht mehr, und die Offense hat bereits in diesen vier Spielen Licht und Schatten gezeigt. Wenn Cousins in einen Rhythmus kommt, wenn Justin Jefferson seine Matchups dominiert, dann kann Minnesota ordentlich punkten. Aber was, wenn Cousins unter Druck gerät? Wenn es darum geht, offensiv zu kreieren? Dann sieht man auch dieses Jahr wieder einige Limitierungen. Ich sehe die Vikings als ein Playoff-Team, mehr aber auch nicht, und zumindest vorerst bin ich skeptisch dahingehend, dass Kevin O'Connell signifikant mehr aus Kirk Cousins herausholen kann.

10. JACKSONVILLE JAGUARS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 26.

Wer weiß schon, wo Jacksonvilles Saison endet und wie weit die Entwicklung in diesem Jahr geht. Doch allein das, was wir in den ersten Wochen unter Doug Pederson gesehen haben, ist mehr als nur ermutigend. Pederson hat der Offense eine Vielfalt sowie auch eine klare Struktur gegeben, was Trevor Lawrence merklich dabei hilft, sein Potenzial abzurufen. Das hat der Offense einen klaren Floor gegeben, während die Defense genauso jung wie auch athletisch ist. Die Anzahl an Pressure- und Blitz-Packages, die man mit Josh Allen, Travon Walker, Devin Lloyd und Co. spielen kann, ist eindrucksvoll - und bisher setzen die Jaguars ihre jungen Verteidiger auch wirklich gut ein. Das ist ein fast durch die Bank weg junges Jaguars-Team mit einem neuen Head Coach, insofern wird es hier ohne Zweifel noch Tiefs und Ausrutscher geben - wie in der zweiten Hälfte gegen die Eagles, als man keine Antworten auf dieses Run Game fand und Lawrence im Regen von Philadelphia Turnover auf Turnover produzierte. Über die ersten Wochen der Saison gehört Jacksonville trotzdem ganz klar zu den positiven Überraschungen, auf eine Art und Weise, die vermuten lässt, dass es sich nicht nur um ein Strohfeuer handelt, und dass es neben den unvermeidbaren Fehlern auch kontinuierliches Wachstum geben kann.

9. LOS ANGELES RAMS (2-2)

Ranking vor Saisonstart: 5.

Die Rams sind noch immer ein gutes Team, das aber bisher zumindest nicht gezeigt hat, dass es zu diesen Elite-Sprüngen in der Lage ist, welche die Rams letztes Jahr immer wieder und vor allem in den Playoffs hatten. Das hat mehrere Gründe: Der Pass-Rush ist noch längst nicht so gefährlich wie im Vorjahr nach dem Von-Miller-Trade, im Gegenteil. Und die Offensive Line ist merklich anfälliger, was wiederum die vertikalen Pass-Konzepte beeinflusst. Dadurch fehlt die Dynamik, dadurch sind sie in sehr vielen Dingen im Passspiel limitiert; das Spiel gegen San Francisco war das perfekte Beispiel dafür. McVay ist weiterhin in der Lage, mit Cooper Kupp und mittlerweile auch mit Ben Skowronek über Formationen und Play-Designs Räume, sowie vorteilhafte Matchups zu forcieren. Aber die Dynamik und Explosivität fehlen in der Offense mitunter merklich, und bisher ist auch Allen Robinson in dieser Hinsicht eine Enttäuschung. Mit dem was McVay offensiv mit dieser Gruppe kreieren kann, sowie Aaron Donald und Jalen Ramsey als defensive Säulen, sind die Rams noch immer ein Team, das Playoffs spielen und in den Playoffs gewinnen können sollte. Ich sehe eben weniger Elite-Upside - aber in der diesjährigen NFC braucht es die vielleicht auch gar nicht.

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