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NBA - New York Knicks in der Free Agency: Das Warten auf den Superstar

Die New York Knicks landeten in der vergangenen Saison auf Platz vier im Osten.
© getty

Die New York Knicks haben in der Free Agency größtenteils die Füße stillgehalten, aber dennoch für die ein oder andere Überraschung gesorgt. Dabei setzen sie den Trend der vergangenen Spielzeit fort und wappnen sich für einen zukünftigen Angriff auf die Spitze. Dafür könnte der große Erfolg in der kommenden Spielzeit aber ausbleiben.

Das Wichtigste zuerst: Die Knicks sind nicht mehr die Lachnummer vergangener Jahre und das spiegelt sich auch in der Free Agency wider. Das alljährliche "welcher Superstar kommt in den Big Apple"-Gerücht gab es natürlich wieder (dieses Jahr vor allem Dame Lillard), aber Eskapaden wie die vier verpflichteten Power Forwards in der FA 2019 sind Geschichte.

Seit der Entlassung von Präsident Steve Mills im vergangenen Jahr und der Übernahme von Leon Rose in selbiger Rolle entwickelt sich die Franchise zunehmend in die richtige Richtung. Mit Coach Tom Thibodeau hat das Team endlich eine Identität erhalten und schafft es, seine Stärken auf den Platz zu bringen.

Platz vier in der vergangenen Saison und das Playoff-Heimrecht waren die vielleicht größte Überraschung der Spielzeit. Thibs sahnte die Auszeichnung zum Coach des Jahres ab und die drei hochemotionalen Spiele im Madison Square waren Balsam für die geschundene Fan-Seele, daran tat auch das Aus in Runde eins gegen den neuen New Yorker Staatsfeind Trae Young und die Hawks keinen Abbruch.

New York Knicks: Die Bande ist zurück

Damit hat sich aber im sehr kritischen Big Apple auch ein neuer Anspruch gebildet. Um den Erfolg der vergangenen Saison zu reproduzieren, behalf man sich dem bekanntesten Stilmittel der NBA - "run it back". Dafür wurden mit Taj Gibson (1 Jahr/2,7 Mio. Dollar), Alec Burks (3 Jahre/30 Mio. Dollar), Nerlens Noel (3 Jahre/32 Mio. Dollar) und Derrick Rose (3 Jahre/43 Mio. Dollar) gleich vier der letztjährigen Leistungsträger gehalten.

Damit haben die Knicks gegen ihre Taktik vergangener Transferperioden verstoßen, in denen sie zwar ebenfalls freudig hochdotierte Verträge rausgaben, aber eben zumeist nur über ein Jahr. Zu hohe Verträge wie der für Noel sind keine Neuerung (*hust* Joakim Noah), könnten sich allerdings dieses Mal als Glücksgriff erweisen. Aber dazu später mehr.

Mit Reggie Bullock ging dagegen der vielleicht beste Perimeter-Verteidiger des Teams nach Dallas, ohne dass die Knicks bis dato einen defensiv ebenbürtigen Ersatz auftreiben konnten. Vielleicht brauchen sie das aber auch nicht. Sein Ersatz hört auf den Namen Evan Fournier, verdient (zu) viel Geld (4 Jahre/78 Mio. Dollar) und ist offensiv ein großes Upgrade im Gegensatz zu Bullock.

Er ist ein guter Ballhandler, kann sich seinen eigenen Wurf erarbeiten und hat ein heißen Händchen von Downtown (2020/21 41,3 Prozent Dreierquote bei 6,7 Versuchen pro Spiel!). Das könnte sich vor allem in einer Serie wie der gegen die Hawks auszahlen, die Young in der Defensive gegen Bullock "verstecken" konnten. Mit Fournier wird das nicht mehr funktionieren und defensiv ist er zudem auch kein Totalausfall.

Mit Elfrid Payton verließ dazu ein Guard des Team, weshalb auch Dennis Schröder zwischenzeitlich bei den Knicks gehandelt wurde. Dann folgte aber der Buyout von Kemba Walker bei den Thunder und dessen Wunsch, in seine Heimat New York zurückzukehren, wodurch jegliche Schröder-Überlegungen hinfällig wurden.

New York Knicks: Walker kann direkt helfen

Walker einigte sich mit den Verantwortlichen auf einen Deal über zwei Jahre und rund 17 Mio. Dollar, was für einen Spieler mit seinem Potenzial in der heutigen Liga nahezu lächerlich ist. 2019 unterschrieb er erst einen Vertrag über 140 Mio. Dollar für vier Jahre, der zum damaligen Zeitpunkt auch komplett gerechtfertigt war.

Er war über Jahre DER Starspieler und die One-Man-Show in Charlotte, ehe sich Boston seine Dienste sicherte. Als quasi dritte Option hinter Jayson Tatum und Jaylen Brown schaffte er es aber nie, an seine Leistungen anzuknüpfen. Vielleicht war Boston auch einfach nicht das richtige Umfeld für ihn, Irving und Hayward können beispielsweise ein Lied davon singen.

Bei den Knicks hat der viermalige All-Star nun die Möglichkeit, sich in Ruhe von seiner Knieverletzung zu erholen. Die 29 Spiele der regulären Spielzeit, die er 2020/21 verpasste, waren ein Höchstwert in seiner Karriere. Nichtsdestotrotz können sich seine Quoten sehen lassen, mit 19,3 Punkten und 4,9 Assists bei 36 Prozent von Downtown muss er sich vor niemandem verstecken und auch als reiner Schütze weiß er schon seit jeher zu überzeugen.

Mit 31 Jahren ist Walker zudem immer noch in seiner Prime und kann, wenn er verletzungsfrei bleibt, zu den Top-10 Point-Guards der Liga gehören. Und selbst wenn er dies nicht schafft, ist er eine große Entlastung für Julius Randle, der den Laden in New York in der vergangenen Spielzeit oft im Alleingang schmeißen musste. Vor allem in der Crunch Time verließ sich das Team viel zu oft darauf, dass der Power Forward teils unmögliche Würfe traf (was er oft auch tat) - das wird aber nicht immer so bleiben (siehe Playoffs).

Dazu gibt er auch Rose die Möglichkeit, in seiner favorisierten Rolle als 6th Man aufzutreten und gemeinsam mit Immanuel Quickley gegnerische Second Units zu tyrannisieren. Für den 22-jährigen Quickley, der in seiner Spielanlage an einen jungen Walker erinnert, kann er dabei auch als wichtiger Mentor fungieren.

Ob Walker wirklich fit bleibt oder nicht, weiß keiner zu sagen, heruntergebrochen tauscht New York aber Payton gegen Walker und das ohne langfristiges Risiko. Näher an einen Starspieler wären die Knicks in dieser Free Agency aber auf keinen gekommen. Dazu würde wohl kein GM nein sagen.

New York Knicks: Das aktuelle Depth Chart

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Kemba WalkerEvan FournierRJ BarrettJulius RandleMitchell Robinson
Derrick RoseQuentin GrimesAlec BurksObi ToppinNerlens Noel
Immanuel Quickley Kevin KnoxTaj Gibson
Jericho Sims
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