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NBA

NBA Playoffs: Phoenix Suns gewinnen unfassbaren Krimi gegen L.A. Clippers - Ayton mit Alley-Oop-Gamewinner in allerletzter Sekunde

Deandre Ayton versenkt per Alley-Oop den Gamewinner in Spiel 2.

Die Phoenix Suns haben nach einem absolut irren Finish Spiel 2 der West-Finals gegen die L.A. Clippers mit 104:103 für sich entschieden. Deandre Ayton setzt mit einem Alley-Oop-Gamewinner in der allerletzten Sekunde den Schlusspunkt und bringt die Suns in der Serie mit 2-0 in Front.

Ayton avancierte nicht nur durch das Play mit 0,9 Sekunden auf der Uhr zum Helden des Abends, sondern lieferte das komplette Spiel über einen starken Auftritt ab. Der Center kam auf 24 Punkte (12/15 FG) und 14 Rebounds, während Devin Booker (20, 5/16 FG) lange Zeit mit Problemen zu kämpfen hatte.

Chris Paul fehlte erneut (Corona-Protokoll), dafür sprang Cameron Payne in die Bresche, der mit 29 Zählern (12/24 FG, 9 Assists und 0 Turnover) einen Karrierebestwert in einem NBA-Spiel, egal ob Playoffs oder Regular Season aufstellte. Die Suns haben in der Postseason nun neun Spiele in Folge gewonnen, auch wenn sie dafür in einem merkwürdigen Spiel und einer irren Schlussphase bis zur letzten Sekunde zittern mussten.

Die Clippers dagegen waren kurz davor, Spiel 2 zu klauen, bevor Phoenix die Gäste mit einem perfekt ausgeführten Play in wahrlich letzter Sekunde doch noch schockte. Paul George (26) führte sein Team als bester Scorer an, erwischte aber einen Tag mit Licht und Schatten (10/23 FG, 1/8 Dreier und 5/10 FT). Reggie Jackson steuerte 19 Zähler und Ivica Zubac ein Double-Double (14 und 11 Rebounds) bei. Zum dritten Mal in Folge haben die Clippers nun die ersten beiden Spiele in einer Playoff-Serie 2021 verloren.

Hier geht es zu den Highlights der Partie!

Während Kawhi Leonard (Knie) erneut fehlte, veränderte Clippers-Coach Tyronn Lue seine Starting Five auf zwei Positionen, Patrick Beverley ersetzte Terance Mann und Ivica Zubac startete für Nicolas Batum, L.A. setzte damit auf ein größeres Lineup als noch in Spiel 1. Beverley übernahm die Verteidigung von Booker und ließ den Suns-Guard mit seiner giftigen und engen Defense nicht in einen Rhythmus kommen.

Booker kam nur auf 4 Punkte im ersten Viertel, dafür gab aber Ayton ordentlich Gas. Mit einem krachenden Alley-Oop über Zubac setzte er das erste Ausrufezeichen, nach 12 Minuten hatte er bereits 12 Zähler auf dem Konto. Auf der Gegenseite startete auch George kalt in die Partie, seine ersten 5 Versuche landeten am Ring. Dank einiger wichtiger Buckets von Jackson blieben die Gäste aber in Schlagdistanz - 25:22 für die Suns nach dem ersten Viertel.

Booker und Beverley holen sich blutige Nasen

Aufgrund von eigener Shooting-Probleme verpassten es die Hausherren jedoch, sich zu Beginn des zweiten Viertels abzusetzen. Mann und Rondo versenkten derweil mehrere Dreier und sorgten trotz guter Saric-Produktion mit der Second Unit der Suns schnell wieder für eine ausgeglichene Angelegenheit. Für den weiterhin unauffälligen Booker sprang nun Payne in die Bresche (16 in Halbzeit eins). Die Suns gingen mit 48:47 in die Halbzeitpause.

Payne machte auch nach dem Seitenwechsel mit guten Drives, gelungenen Kick-Outs oder starken Abschlüssen genau da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte. 7 der ersten 11 Suns-Zähler im dritten Viertel gingen auf sein Konto, innerhalb von wenigen Minuten hatte sich Phoenix auf +9 abgesetzt, bevor Marcus Morris von Downtown antwortete.

Mitte des dritten Durchgangs prallten Booker und Beverley bei einer unglücklichen Aktion mit den Köpfen zusammen, beide mussten blutend in die Kabine. Der Clippers-Guard kam schnell wieder zurück, bei Booker dauerte es etwas länger, er musste genäht werden. Die Suns hielten dennoch ihren leichten Vorsprung, 75:71 nach drei Vierteln.

Suns siegen in irrem Finish - Ayton wird zum Helden

Im Schlussabschnitt lieferte Luke Kennard (10 Punkte) Instant Offense von der Bank, gleichzeitig versuchte Phoenix, Booker in Fahrt zu bringen. Der All-Star erarbeitete sich mehrere Trips an die Freiwurflinie, doch L.A. blieb dran - ließ aber mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich Mitte des vierten Durchgangs liegen. Beide Seiten hatten nun über mehrere Minuten Probleme zu scoren.

Mikal Bridges beendete mit seinem ersten Dreier der Partie die Durststrecke, doch George antwortete postwendend. Payne kam ein weiteres Mal in die Zone und brachte Phoenix eineinhalb Minuten vor dem Ende mit 5 Zählern weg. Wieder verkürzte Kennard, Booker traf Beverley mit seinem Arm im Gesicht und erhielt ein umstrittenes Offensiv-Foul. Kurz darauf folgte sein nächstes Foul, George stellte von der Freiwurflinie auf -1.

Im nächsten Angriff blockte Zubac den Drive von Payne und PG-13 tankte sich auf der Gegenseite zum Korb durch zur Führung - der Start einer irren Schlussphase. Booker und George tauschten Pullup-Jumper aus der Mitteldistanz aus, anschließend zwang Beverley den Suns-Guard zu einem Turnover, auch wenn dieser trotz Review ebenfalls äußerst umstritten war. George ließ bei +1 beide Freiwürfe liegen und Phoenix bekam eine letzte Chance.

Bridges setzte eine gute Möglichkeit aus der rechten Ecke nur an den Ring, die Suns bekamen mit 0,9 Sekunden auf der Uhr aber nochmal den Ball. Booker setzte einen perfekten Screen, Crowder spielte einen perfekten Lob-Pass - und Ayton hämmerte tatsächlich den Gamewinner durch die Reuse! Zwar setzten die Referees die Uhr nochmal auf 0,7 Sekunden, doch Georges letzter Versuch landete nur am Ring. Phoenix geht nun mit einer 2-0-Serienführung nach Los Angeles. Spiel 3 findet in der Nacht auf Freitag statt.

Die wichtigsten Statistiken

Phoenix Suns (2) vs. L.A. Clippers (4) 104:103 (BOXSCORE), Serie: 2-0

  • Das heiße Händchen aus der Distanz von Spiel 1 konnte sich auf beiden Seiten nur bedingt auf die zweite Partie übertragen. Zum Auftakt der Serie trafen beide Teams über 40 Prozent von Downtown, gerade Phoenix war an diesem Abend aber eiskalt. Die Hausherren standen bei 23,1 Prozent (6/26), bei den Clippers lief es dagegen besser (38,2 Prozent, 13/34).
  • Trotz der Schwächen beim Shooting hatte Phoenix eine Wurfquote von 50 Prozent vorzuweisen. Die Suns kamen in der Zone zu einer Vielzahl an guten Abschlüssen, egal ob gegen ein großes oder gegen das Small-Ball-Linuep der Clippers. Die Hausherren sammelten 60 Punkte in der Zone (LAC: 30) und versenkten hervorragende 71,4 Prozent in der Painted Area.
  • Auf der Gegenseite erschwerte Ayton mit starker Defense und guter Rim-Protection viele Abschlüsse der Clippers in direkter Ringnähe. Los Angeles traf nur 10/20 in der Restricted Area (50 Prozent). Das machten die Gäste jedoch mit dem angesprochenen Vorteil bei den Distanzwürfen wett.
  • "Chris Paul tritt gerade gegen seinen Fernseher", scherzte ESPN-Analyst Jeff Van Gundy, nachdem sich Booker bereits im zweiten Viertel 5 Turnover geleistet hatte - im kompletten Spiel 1 hatten die Suns insgesamt nur 7 Ballverluste vorzuweisen. Der 24-Jährige hatte in Halbzeit eins enorme Probleme mit der starken Defense von Beverley, seine Teamkollegen leisteten sich dagegen keinerlei Turnover. In der zweiten Halbzeit kamen noch zwei Ballverluste hinzu, insgesamt vermieden aber beide Teams allzu viele Fehler (Turnover: 10:9 Clippers).

Suns vs. Clippers: Die Stimmen zum Spiel

Devin Booker (Suns) über das letzte Play: "Ich habe daran geglaubt, dass es klappen kann. 100 Prozent."

Tyronn Lue (Clippers) über die vergebenen George-Freiwürfe: "Mit ihm ist alles in Ordnung. Das ist Teil des Spiels. Die Jungs wissen, dass wir ohne ihn überhaupt nicht im Spiel gewesen wären."

Der Star des Spiels: Deandre Ayton

Allein für seinen Gamewinner müsste der Center hier stehen, doch auch abseits von dieser Szene lieferte er ein starkes Spiel ab. Defensiv machte er einen hervorragenden Job, am anderen Ende des Courts dominierte er in der Zone oder versenkte den ein oder anderen Midranger. Ebenfalls bärenstark: Cameron Payne.

Der Flop des Spiels: Paul George

Das klingt hart, weil George sich nach einem schwachen Start im vierten Viertel fing und die Clippers in der Crunchtime mit einigen guten Aktionen und 6 Clippers-Punkten in Folge überhaupt erst in Führung brachte. Doch 8,2 Sekunden vor dem Ende vergab er zwei Freiwürfe, die L.A. auf drei Zähler weggebracht hätten. Nur so ermöglichte er überhaupt erst den Gamewinner von Ayton. In Spiel 2 stand PG-13 bei 5/10 von der Linie.

Die Szene des Spiels

Das Highlight des Spiels lieferte natürlich Ayton mit seinem Gamewinner-Alley-Oop. Mit nur 0,9 Sekunden auf der Uhr blieben Phoenix nicht allzu viele Optionen, die die sie hatten, führten sie aber in Perfektion aus. Von Bookers Screen, der sich mit lädierter Nase Zubac in den Weg stellte, über Crowders Pass bis zu zum Finish von Ayton passte hier einfach alles.

Suns vs. Clippers: Die Serie im Überblick - Stand: 2-0

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
120. Juni21.30 UhrSunsClippers120:114
223. Juni3 UhrSunsClippers104:103
325. Juni3 UhrClippersSuns
427. Juni3 UhrClippersSuns
5*29. Juni3 UhrSunsClippers
6*1 Juli3 UhrClippersSuns
7*3. Juli3 UhrSunsClippers
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