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Fussball

BVB: Anzeige gegen Bellingham nach schwerem Vorwurf gegen Schiedsrichter Zwayer

Von Jochen Tittmar/Stefan Petri
Die Dortmunder reagieren schockiert auf Felix Zwayers Entscheidungen.
© imago images

Borussia Dortmunds Jude Bellingham hat mit einer harten Kritik auf die Leistung von Schiedsrichter Felix Zwayer beim Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem BVB und dem FC Bayern München (2:3) reagiert. Das blieb nicht ohne Folgen: Mittlerweile liegt offenbar eine Strafanzeige gegen den 18-Jährigen vor.

"Für mich war das kein Elfmeter. Hummels schaut nicht einmal zum Ball und er kämpft um ihn", sagte Bellingham beim norwegischen TV-Sender Viaplay angesprochen auf die strittige Szene, die zum Elfmeter für den FC Bayern und dem 3:2-Siegtor führte.

Der Engländer fuhr fort: "Sie können sich viele andere Entscheidungen in diesem Spiel anschauen. Was erwarten Sie, wenn Sie einem Schiedsrichter, der schon einmal in Spielmanipulationen verwickelt war, das größte Spiel in Deutschland übertragen?"

Bellingham spielte damit auf den Fußball-Wettskandal aus dem Jahr 2005 an. Zwayer gehörte zu den Berliner Schiedsrichtern, die mit ihren Aussagen den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer zu Fall brachten.

Anschließend wurde auch Zwayer für sechs Monate gesperrt, weil er die ihm bekannten Spielmanipulationen von Hoyzer erst nicht meldete und vor einem Spiel des Wuppertaler SV gegen Werder Bremen II 300 Euro von Hoyzer annahm, um als Linienrichter dabei zu helfen, kritische Situationen für Wuppertal zu vermeiden. Allerdings wurde das Urteil gegen Zwayer damals nicht vom DFB veröffentlicht, es wurde erst 2014 öffentlich bekannt.

BVB: Strafanzeige gegen Bellingham und Gräfe

Wie die Bild berichtet, ermittelt bereits der DFB-Kontrollausschuss aufgrund Bellinghams Aussagen, eine nachträgliche Sperre ist nicht ausgeschlossen. "Der Kontrollausschuss wird die Äußerung des Dortmunder Spielers Jude Bellingham auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz prüfen", bestätigte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner dem SID. Der DFB verteidigte zudem die Entscheidung Zwayers, nach Hummels' Handspiel Elfmeter zu geben.

Zudem wurde nach Informationen der Bild-Zeitung eine Strafanzeige von Schiedsrichter-Beobachter Marco Haase gestellt. Es geht um "Beleidigung, Nachrede und Verleumdung".

Damit jedoch nicht genug: Die Anzeige richtet sich auch gegen den ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe, mittlerweile Experte im ZDF. Der hatte Zwayers Entscheidungen am Samstagabend ebenfalls kritisiert. In Haases Anzeige heißt es wortwörtlich, Bellingham hätte seine Aussagen ohne Gräfe "aus Lebenserfahrung nicht getan haben" können.

Die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc verteidigten Bellingham, während Oliver Kahn mit Unverständnis reagierte. Hier geht es zur Meldung.

Der langjährige Fußball-Anwalt Christoph Schickardt sieht keine Konsequenzen für Bellingham. "Seine Aussage ist unanständig, aber nicht zu beanstanden, sie ist ganz klar vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt", sagte der 66-Jährige dem kicker. "Sie ist legal, aber nicht legitim. Wer so etwas wie Zwayer angestellt hat, muss damit leben. Der DFB kann aus meiner Sicht nicht gegen Bellingham vorgehen."

Denkbar wäre, dass Zwayer erst einmal nicht mehr bei Spielen des BVB eingesetzt wird. Dafür sprach sich Watzke in den Ruhr Nachrichten aus. Ähnlich sieht es Ex-Bundesliga-Referee Babak Rafati. "Zwayer wird den BVB mindestens ein, zwei Jahre nicht pfeifen. Der DFB schickt ihn vielleicht mal nach Dortmund, wenn sie im DFB-Pokal gegen einen klaren Außenseiter spielen", sagte der 51-Jährige dem Sportbuzzer.

BVB: Bellinghams Vorwurf gegen Zwayer

Erling Haaland äußerte sich ebenfalls beim norwegischen TV-Sender. Der Torjäger sprach von einem "Skandal" und sagte über Zwayer: "Er war arrogant, mehr werde ich nicht sagen."

Der Unmut der Dortmunder resultierte auch aus dem Umstand, dass zuvor ein Zweikampf von Lucas Hernandez gegen Marco Reus im Strafraum der Bayern nicht gepfiffen worden war.

Bellingham sagte dazu: "Wenn eine der beiden Situationen überprüft werden muss, dann ist es die andere. Bayerns Elfmeter sah in Echtzeit nach nichts aus, aber wenn er den Arm getroffen hätte, wäre es fair gewesen. Aber Dortmunds Nicht-Entscheidung war ein klarer Elfmeter."

Zwayer selbst begründete seine Entscheidungen ebenfalls am Sky-Mikrofon. Hier geht es zur ausführlichen Meldung.

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