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Fussball

Borussia Dortmund - FC Bayern München 2:3: FCB gewinnt Spitzenspiel und baut Tabellenführung aus

Schiedsrichter Felix Zwayer vor BVB-Star Erling Haaland.
© imago images

Der FC Bayern München hat seine Tabellenführung im Bundesliga-Spitzenspiel am 14. Spieltag bei Verfolger Borussia Dortmund ausgebaut. In einer wilden Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann mit 3:2 (2:1) durch. Anschließend stand vor allem Schiedsrichter Felix Zwayer im Mittelpunkt.

Julian Brandt brachte Dortmund früh in Führung (5.), ehe Robert Lewandowski (9.) und Kingsley Coman das Spiel drehten (44.). Das 2:2 von Erling Haaland (48.) konterte Lewandowski nach einem umstrittenen Handspiel von Mats Hummels per Handelfmeter (77.).

Überschattet wurde das Spiel von Brandts Kopfverletzung: Nach einem Zusammenstoß mit Dayot Upamecano blieb er benommen liegen und musste anschließend auf einer Trage vom Platz gebracht werden (70.). BVB-Coach Marco Rose gab auf der PK nach der Partie aber leichte Entwarnung: "Jule geht es gut." Eine Diagnose stehe jedoch noch aus. Bei den Bayern musste Lucas Hernandez wenig später ebenfalls verletzt ausgewechselt werden (74.).

Aufgrund der neuen Corona-Regularien waren im Signal-Iduna-Park lediglich 15.000 Fans zugelassen. Vor dem Spiel schafften es im Zuge eines TV-Streichs ungebetene Gäste mit einem falschen Mannschaftsbus bis zum Eingang des Kabinentrakts.

BVB - Bayern: Elfmeter-Entscheidungen sorgen für Ärger

Beim BVB echauffierte man sich über die strittige Elfmeterszene, die zu Bayerns Siegtor führte. "Mats versucht, mit dem Kopf zum Ball zu gehen. Natürlich braucht er da seinen Körper", sagte Marco Reus bei Sky. "Ich habe ihn gefragt: Meine Szene war auch 50-zu-50 gegen Hernandez. Er sagte, das war nur ein bisschen Körper." Seine Reaktion auf eine Wiederholung fiel eindeutig aus: "Oh mein Gott. Die Szene muss er sich auf jeden Fall schauen. Dass er sich das nicht anschaut, ist schade. Im Nachhinein bringt es nichts mehr, da können wir noch lange diskutieren. Das sind die zwei entscheidenden Szenen. Wenn ich den Elfmeter kriege, gehen wir wahrscheinlich in Führung. Und dann sieht das Spiel ganz anders aus."

Emre Can sagte zur Elfmeterszene: "Ich glaube, Mats sieht den Ball gar nicht. Bei uns hat er auch gesagt, dass es kein Elfmeter ist, aber ich verstehe nicht, wieso er da nicht rausgeht? Er hat mir gesagt, dass er rausgegangen ist bei Mats' Situation, weil der Video-Schiri gesagt hat, es sei Handspiel. Aber ich verstehe nicht, wieso er bei uns nicht rausgeht. Wegen so einer Entscheidung verlieren wir dieses Spiel. Schade, dass so ein Scheiß-Elfmeter das Spiel entscheidet." Jude Bellingham erinnerte an die Spielmanipulationen im Fall Hoyzer, in die Zwayer verwickelt war.

Bei Sky erklärte Zwayer nach der Partie seine Entscheidungen. So habe ihn der Video-Schiedsrichter auf eine "unnatürliche" Handbewegung von Hummels hingewiesen. Bei Reus habe es sich hingegen um einen "robusten Zweikampf" gehandelt.

"Wir haben ein tolles Fußballspiel gesehen, ein richtiges Spitzenspiel, es ging hoch und runter auf beiden Seiten. Ich habe gehört, dass es Julian Brandt besser geht, das ist fast das Wichtigste heute", sagte Rose.

FCB-Trainer Julian Nagelsmann analysierte die Partie so: "Wir hatten keinen ganz so guten Start, waren dann sehr gut, hatten extrem viele Chancen. Wir müssen deutlich höher führen zur Halbzeit. Nach der Halbzeit waren 15, 20 Minuten nicht so gut. Am Ende haben wir verdient gewonnen."

BVB - FC Bayern München: Die Analyse

In einer äußerst wilden Anfangsphase profitierten beide Mannschaften von individuellen Unachtsamkeiten des Gegners. Nach einem Schiedsrichterball schaltete Dortmund schneller und kam durch Brandt zum frühen 1:0, in Folge eines leichtfertigen Schnitzers von Hummels glich Lewandowski kurz darauf aus.

Anschließend übernahm der FC Bayern mit seinem asymetrischen "Dreieinhalberketten"-System das Kommando und erarbeitete sich ein Chancenplus. Dortmund hatte kaum mehr lange Ballbesitzphasen, blieb bei schnellen Gegenstößen nach Ballgewinnen aber stets gefährlich. Vor allem über den bei seinem Startelf-Comeback immer wieder in die Tiefe geschickten Haaland.

Rechtzeitig fit wurde bei Dortmund auch Bellingham, der Teil eines Mittelfelds mit vier nominellen Zentrumsspielern war. In der Anfangsphase pressten die Dortmunder phasenweise noch sehr hoch, später zogen sie sich aber immer mehr zurück und ließen den Münchnern Zeit beim Aufbauspiel. Der Fokus lag stets darauf, das Zentrum dichtzumachen und den FC Bayern auf die Seite zu drängen.

Comans Führungstreffer kurz vor der Pause kam zwar glücklich zustande, war aber nicht unverdient. Der Vorsprung hielt jedoch nicht lange, weil die zweite Halbzeit wie die erste begann: Diesmal ermöglichte eine Unachtsamkeit von Upamecano Haalands Treffer zum 2:2.

Anschließend wurde das Spiel hektischer, geprägt von Unterbrechungen wie bei Brandts Kopfverletzung und etlichen Diskussionen wie bei den beiden Elfmeter-Situationen. Lewandowski verwandelte vom Punkt letztlich zum entscheidenden 3:2.

Daran änderte auch eine zehnminütige Nachspielzeit nichts, während der Tolisso in Folge eines Dortmunder Eckballs samt vorgestürmtem Kobel mit einem Schuss aus etwa 40 Metern das leere Tor verfehlte.

BVB - FC Bayern: Die Aufstellungen

Dortmund: Kobel - Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro (82. Schulz) - Can, Dahoud (60. Malen) - Brandt (69. Wolf), Reus, Bellingham - Haaland (82. Tigges).

FC Bayern: Neuer - Pavard, Upamecano, Hernandez (74. Süle), Davies - Goretzka (65. Musiala), Tolisso - Coman (88. Nianzou), Thomas Müller, Leroy Sane (65. Gnabry) - Lewandowski.

Die Daten des Spiels BVB - FC Bayern München

  • Tore: 1:0 Brandt (5.), 1:1 Lewandowski (9.), 1:2 Coman (44.), 2:2 Haaland (48.), 2:3 Lewandowski (77., HE)

Der Star des Spiels: Robert Lewandowski (FC Bayern)

Mit seinen zwei Treffern war Lewandowski der entscheidende Mann für den FC Bayern. Konsequenter Laufweg vor dem 1:1, anschließend noch konsequenterer Abschluss. Später verwandelte er den Handelfmeter zum 3:2. Es waren seine Auswärtstore 117 und 118 in der Bundesliga - damit zog er an Schalke-Legende Klaus Fischer vorbei (117).

Der Flop des Spiels: Mats Hummels (BVB)

Hummels Ballverlust leitete das 1:1 ein, Sekunden später verlor er auch den wichtigen Zweikampf gegen Müller. Comans Großchance entstand ebenfalls durch einen Ballverlust von ihm (26.). Unglücklich beim 1:2, als ihn Guerreiro anschoss und bei seinem Handspiel vor dem 2:3.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer

Mitte der ersten Halbzeit hätte Zwayer Tolisso für sein Foul an Reus Gelb zeigen müssen. Durchaus strittig war Hernandez' nicht geahndetes Einsteigen gegen Reus: ein Kann-, aber kein Muss-Elfmeter (53.). Hart zwar, aber richtig war es, nach Hummels' unglücklichem Handspiel auf Elfmeter für den FC Bayern zu entscheiden. Der VAR hatte sich gemeldet, woraufhin Zwayer zum Monitor an der Seitenlinie geeilt war.

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