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NFL Power Ranking nach Woche 13: Und wer ist jetzt der Titelfavorit?

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt auf den aktuellen Zustand aller 32 Teams in der NFL.
© getty
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24. Atlanta Falcons (3-9)

Platzierung nach Woche 8: 26.

Wenn die Jaguars sich in eine graue Maus entwickelt haben, dann sind die Falcons ziemlich sicher zumindest eines: das frustrierendste Team der Liga. Dieses Falcons-Team sollte einfach nicht so schlecht sein, wie es sich teilweise präsentiert; die Siege in New Orleans und in Carolina muss man wohl wirklich als ein letztes Aufflammen eines Feuers bezeichnen, ehe es erlischt - das Feuer in dem Fall ist die Zeit von Dan Quinn als Head Coach in Atlanta. Der kurzzeitig explodierte Pass-Rush ist nach wie vor schwer zu erklären, an Thanksgiving gegen die Saints war vor allem wieder ein Problem sichtbar: Die Pass-Protection. Atlanta hatte im Draft hohe Ressourcen in die O-Line investiert und die können sich mittelfristig sehr wohl noch auszahlen - dieses Jahr aber war und ist die Line ein Problem, weshalb Atlanta zumeist den Ball auch überhaupt nicht laufen kann. Dazu kommt, dass Matt Ryan - in der ersten Saisonhälfte oft noch der Fels in der Brandung, der Atlanta konkurrenzfähig gehalten hat - inzwischen auch zunehmend schwächelt.

23. Arizona Cardinals (3-8-1)

Platzierung nach Woche 8: 20.

Arizonas Pass-Defense ist eine einzige Katastrophe, mit dem besonders frustrierenden Zusatz, dass hier Woche für Woche die gleichen Probleme auftreten. Tight Ends sind regelmäßig ungedeckt, Play Action und Screens scheinen ein Buch mit sieben Siegeln für Vance Joseph zu sein - dessen Job mehr als nur auf der Kippe stehen dürfte, denn das Personal ist nicht so schlecht, wie Arizona derzeit spielt. Das übt immensen Druck auf die Offense aus, die das Team regelmäßig tragen muss. Angesichts der vielen jungen Spieler auf Schlüsselpositionen hier eine große Herausforderung. Gegen die Rams hatte Arizona dann schließlich auch offensiv sein mit Abstand schlechtestes Saisonspiel, seit der ersten Hälfte im Auftaktspiel gegen Detroit sah Kyler Murray in der Pocket nie so unsicher aus. Das mag durchaus eine Momentaufnahme gegen eine starke Defense sein. Arizona hat viele vielversprechende Bausteine für die Zukunft, der Kader aber braucht (X-Receiver, Cornerback, Right Tackle, u.a.) noch sehr viel Arbeit.

22. Los Angeles Chargers (4-8)

Platzierung nach Woche 8: 19.

Bei den Chargers war klar, dass es deutlich definierte Schwachstellen gibt, die dieses Team versenken könnte - gemeint ist selbstredend die Offensive Line. Und die wurde dann auch ein gigantischer Klotz am Bein, umso mehr, als noch Ausfälle dazu kamen. Gleichzeitig hatte Rivers mit dem Pressure in der Pocket größere Probleme als in vergangenen Jahren - ehe er anfing, wilde Pässe vom Kaliber Ryan Fitzpatrick (nicht die Dolphins-Version) zu werfen und so mehrere Spiele einfach herzuschenken. Überraschender ist, wie anfällig sich die Defense immer wieder präsentierte; gerade in Coverage, wo man eigentlich mit mehr Stabilität rechnen würde und wo die Chargers auch gut aufgestellt sind. Es könnte die letzte Saison für Philip Rivers in L.A. sein - in dem Fall steuern wir auf ein sehr unrühmliches Ende zu.

21. Oakland Raiders (6-6)

Platzierung nach Woche 8: 18.

Die Raiders haben sich in der Gruppe leicht unter dem Mittelmaß eingefunden, die vermutlich der Qualität im Kader auch am ehesten gerecht wird. Derek Carr war zuletzt über mehrere Spiele schlechter, nachdem er zwei seiner größten Schwächen - Verhalten gegen Pressure und Mut im vertikalen Passspiel - in der früheren Phase der Saison gut überspielt hatte. Das hat die Offense deutlich eindimensionaler gemacht und die Defense ist nach wie vor extrem anfällig; einige gute Spiele im Pass-Rush gegen schlechte Offensive Lines ändern daran nichts. Die Raiders scheinen unter Gruden auf einem zumindest interessanten Weg zu sein und die offensiven Entwicklungen dieses Jahr dürfen Raiders-Fans auch optimistischer stimmen. Aktuell ist das aber kein Team, das in die obere Liga-Hälfte gehört.

20. Carolina Panthers (5-7)

Platzierung nach Woche 8: 14.

Platz 20 fühlt sich für die Panthers äußerst passend an. Carolina ist offensiv mit Kyle Allen - und nicht zuletzt auch aufgrund der wackligen Line - eine wöchentliche Achterbahnfahrt mit offenem Ausgang. Die Defense ist solide, zeigt allerdings auch regelmäßig größere Anfälligkeiten. Nicht nur gegen den Run, wo Carolina eine der ligaweit schwächsten Defenses ist. Doch es gibt eben auch positive Argumente: Wenn Carolina Allen einigermaßen gut beschützen konnte, hatte der auch gute bis sehr gute Spiele. D.J. Moore hat eine merkliche Entwicklung hingelegt. Christian McCaffrey spielt eine spektakuläre Saison und vor allem die Secondary dürfte Team-intern die größte Positiv-Überraschung dieser Saison sein. Die Frage ist eben immer, wie weit die Reise mit einer inkonstanten Offense gehen kann - und dass jetzt Ron Rivera bereits vier Wochen vor Saisonende entlassen wurde, lässt klar darauf schließen, dass der neue Teambesitzer hier ebenfalls skeptisch war und den radikalen Neustart haben will.

19. Cleveland Browns (5-7)

Platzierung nach Woche 8: 23.

Wenn man von den Enttäuschungen der Saison spricht (Stichwort: Chargers), dann gehören die Browns hier fraglos ebenfalls mit dazu. Wie auch zum Beispiel in Los Angeles war klar, dass die Offensive Line in Cleveland ein Problem werden könnte. Und ebenfalls wie in Los Angeles trat das auch hier ein. Doch war das mit weitem Abstand nicht das größte Problem, als da wären: Eine Offense, die in puncto Play-Designs schlicht von dem weg ging, was letztes Jahr so gut funktioniert hat. Eine Offense, die es nicht schafft, Odell Beckham vernünftig einzubinden. Eine Defense, die mehr Big Plays zulässt, als gedacht. Ein Team, das insgesamt viel zu häufig mit Strafen und Undiszipliniertheiten auftritt. Dass mit Myles Garrett der beste Spieler dieses Teams infolge seines Ausrasters - völlig zurecht - den Rest der Saison verpassen wird, hilft der sportlichen Qualität natürlich auch nicht gerade. Es wird spannend sein, zu sehen, ob die Browns Freddie Kitchens noch mehr Zeit geben.

18. Chicago Bears (6-6)

Platzierung nach Woche 8: 25.

Die Saison wird am Ende auch in Chicago eine massive Enttäuschung sein, beziehungsweise sie ist es jetzt schon, wenn man die enormen Erwartungen und Hoffnungen nach der vergangenen Saison bedenkt. Dass eine defensive Regression eintreten würde, war zu erwarten - teilweise fiel die allerdings doch deutlicher aus als gedacht. Insbesondere der Ausfall von Akiem Hicks hat hier einen entscheidenden Dominobaustein rausgezogen. Sein Comeback sollte Chicago defensiv stabilisieren. Doch auch die Secondary ist man deutlich anfälliger, in der Offensive Line spielen ebenfalls zu viele Vorjahres-Leistungsträger einfach individuell betrachtet schlechter als im Vorjahr. Kombiniert man das mit einer zumindest in der ersten Saisonhälfte maßlos enttäuschenden Saison von Mitch Trubisky - der sich zuletzt deutlich stabilisiert hat - sowie vielen fragwürdigen Play-Call-Entscheidungen von Matt Nagy, kommt das dabei raus: Ein durchschnittliches und damit enttäuschendes Team, dem eine womöglich wegweisende Offseason bevorsteht.

17. Indianapolis Colts (6-6)

Platzierung nach Woche 8: 10.

Mehr und mehr sehen die Colts wie ein durchschnittliches NFL-Team aus. Trotz einer sehr guten Offensive Line, trotz eines guten Trainerstabs. Zu limitiert wirkt die Offense inzwischen einfach, die Verletzungen von Eric Ebron und T.Y. Hilton sind dabei natürlich maßgebliche Faktoren. Doch selbst mit den beiden spielte Indianapolis häufig eine zwar sehr gut designte, aber dennoch konservative Offense, in welcher der Quarterback schon via Design bestmöglichst versteckt wurde. Und vielleicht ist das auch nachvollziehbar, vielleicht ist Brissett schlicht nicht mehr als ein Game Manager, der sich unter Starting-Quarterbacks irgendwo zwischen Platz 15 und 20 einreiht. Die Defense konnte derweil zu selten an die positiven Tendenzen der vergangenen Saison anknüpfen und in der Summe deutet aktuell vieles darauf hin, dass Indy die Playoffs knapp verpassen und dann in absehbarer Zeit eine Entscheidung auf der wichtigsten Position treffen muss.