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NBA - Als die Oklahoma City Thunder die Liga mit dem Trade von James Harden schockten: "War fassungslos"

James Harden wurde im Oktober 2012 überraschend von den Thunder zu den Rockets getradet.

2012 katapultierte die aufstrebende Big Three um Kevin Durant, Russell Westbrook und James Harden die Oklahoma City Thunder in die Finals. Höhen, die die Franchise seither nicht mehr erreichen sollte. Die drei späteren MVPs sollten nie wieder gemeinsam auflaufen - weil OKC die NBA-Welt mit einem der einseitigsten Trades der Historie schockte.

Drei simple Buchstaben reichten aus, um die Tragweite des Ereignisses auf den Punkt zu bringen. "Wow", twitterte Kevin Durant am späten Abend des 27. Oktober 2012. Damit traf er einen Nerv. Nicht nur den einer gesamten Stadt, sondern den der kompletten Basketball-Welt. Innerhalb von Minuten wurde Durants Tweet tausendfach geteilt.

Es sprach Bände, dass weder Durant, damals noch der junge, aufstrebende Franchise-Star der Oklahoma City Thunder, noch manche der beteiligten Personen wirklich glauben konnten, was soeben passiert war: James Harden sollte nicht mehr Teil der Thunder-Zukunft sein.

Die Schockwellen der Nachricht vom Harden-Trade zu den Houston Rockets pflügten nur so durch die NBA-Welt. Der Guard selbst erfuhr von dem Deal beim Abendessen, als eine Nachricht von General Manager Sam Presti eintrudelte: "Ich rief ihn an, er sagte mir, dass er mich liebt, aber die Dinge sich nicht lösen lassen und ich nach Houston gehen werde. Ich war irgendwie fassungslos."

"Geschockt" saß derweil auch der damalige Rockets-GM Daryl Morey in seinem Bürostuhl in Texas. Überrumpelt von seinem eigenen Deal. "Mir fallen keine weiteren Beispiele ein von einem Spieler seines Kalibers, der in seinem Alter getradet wurde", frohlockte Morey wenige Tage später auf der Vorstellungs-PK seines neuen Schützlings. "Sowas ist noch nie passiert."

Oklahoma City Thunder: Champion? Nur eine Frage der Zeit

Um zu verstehen, warum der Harden-Trade eine solche Resonanz nach sich zog, musste man nur wenige Monate zurückgehen. Im Juni 2012 waren die Früchte eines jahrelangen Wiederaufbaus des aus Seattle "gestohlenen" Teams endlich zum Greifen nahe. Durant (2. Pick 2007), Russell Westbrook (4. Pick 2008), Serge Ibaka (24. Pick 2008) und eben jener Harden (3. Pick 2009) hatten die Thunder in die Elite der besten Basketballliga der Welt katapultiert.

Da waren Durant und Westbrook, die sich bereits auf All-NBA-Niveau festgespielt hatten. Da war Ibaka, der die Liga in der regulären Saison bei den Blocks anführte (3,7 pro Spiel). Da war Harden, der als Sixth Man of the Year ausgezeichnet wurde. Und da war der erste Finals-Trip der Franchise-Geschichte seit den glorreichen Sonics-Zeiten Mitte der 1990er.

OKC stellte das jüngste Team in den Finals seit 35 Jahren, Durant, Westbrook, Ibaka, Harden - alle 23 Jahre oder jünger. Obwohl letztlich die Miami Heat um LeBron James und Co. nach fünf teils äußerst engen Partien im Konfettiregen feiern durften (4-1), wurde der Underdog nach seinem Finals-Run am Flughafen von Oklahoma City frenetisch gefeiert. Damals war nicht die Frage, ob dieser Thunder-Nukleus eine Championship gewinnen würde. Die Frage war nur, wann.

Und die Frage war, ob das Team womöglich zu schnell zu gut geworden war. In gewisser Weise rächte sich in diesem Sommer der Erfolg von GM Presti in den Drafts der Jahre zuvor. Die Rookie-Verträge von Durant und Westbrook wurden bereits zu lukrativen Bezügen verlängert, nun waren Ibaka und Harden an der Reihe. Und damit begannen die Probleme.

OKC Thunder: 4,5 Mio. zerstören die potenzielle Dynastie

Mit Ibaka machte OKC schnell Nägel mit Köpfen. Der Big Man verlängerte im August 2012 für vier Jahre und 49,4 Millionen Dollar. Doch bei Harden, dessen Rookie-Vertrag im darauffolgenden Jahr auslaufen würde, zogen sich die Verhandlungen. Zwar betonte The Beard den Sommer über mehrfach, dass er in OKC glücklich sei und "ziemlich sicher - zu 100 Prozent" bleiben werde.

Doch auch nachdem er mit einer Goldmedaille um den Hals von den Olympischen Spielen aus London in die Heimat zurückgekehrt war, passierte: nichts. Im September: nichts. In den ersten Oktoberwochen: nichts. Dabei rückte der Saisonstart und die Deadline, bis wann ein Team mit einem Spieler auf seinem Rookie-Vertrag vorzeitig verlängern darf, immer näher.

Es ging, wie immer, um den schnöden Mammon. Die Thunder legten ein Angebot in Höhe von 55,5 Millionen Dollar auf den Tisch. Harden wollte das Maximum, 60 Mio. Dollar. Beide Seiten rückten von ihren Positionen nicht ab. In der heutigen NBA sind diese 4,5 Mio. Differenz fast schon ein Klacks. Damals aber halfen diese 4,5 Mio. Dollar, eine Dynastie zu zerstören, bevor sie so richtig begann.

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