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NBA Playoffs - Wie aus den Phoenix Suns ein Finals-Team wurde: Chris Paul war nur die Kirsche

Paul, Ayton und Booker sind die Stars der Phoenix Suns.
© getty

Seit 2010 warteten die Phoenix Suns auf eine Teilnahme an den Playoffs, bei ihrer Rückkehr stürmten die Suns direkt in die Finals. Vieles wird an der Personalie Chris Paul festgemacht, doch Phoenix' Neuaufbau begann schon viel früher.

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2010 war die NBA noch eine andere. Chris Kaman war All-Star, Tyreke Evans stach einen gewissen Stephen Curry im Rennen um den Rookie of the Year aus - und die Phoenix Suns waren um Steve Nash und Amar'e Stoudemire letztmals ein Contender und bis zu dieser Saison letztmals überhaupt in die Playoffs.

In der Nacht auf Mittwoch bekommen die Suns nun die Chance auf ihren ersten Titel der Franchise-Geschichte. Als 2-Seed schaltete Phoenix nacheinander die Los Angeles Lakers, Denver Nuggets und die L.A. Clippers aus, ein Umstand, welchen vor zwei Monaten kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Gerade einmal vier Niederlagen steckte das Team von Coach Monty Williams ein, sie sind die bisher dominanteste und auch gesündeste Mannschaft dieser Postseason. Das Narrativ dreht sich vor allem um Chris Paul, der erstmals in seiner Karriere in den Finals spielen wird und seine Führungsqualitäten, welche derzeit wieder und wieder gepriesen werden.

Vieles davon ist richtig, greift aber zu kurz. Innerhalb weniger Jahre ist es General Manager James Jones gelungen, aus einer Ansammlung von jungen Spielern ein grundsolides Spitzenteam zu formen. Der Lohn war der Gewinn des Executive of the Year, ein viel größerer Preis könnte folgen.

Phoenix Suns: Glücksgriff Devin Booker war der Anfang

Der Grundstein für all den Erfolg wurde bereits 2015 gelegt, damals unter Jones' Vorgänger Ryan McDonough. Dieser Jahrgang wird nicht unbedingt in die Geschichte eingehen, doch Phoenix griff sich an Position 13 den womöglich besten Spieler in Devin Booker ab. Vor dem Guard gingen illustre Namen wie Jahlil Okafor (#3), Mario Hezonja (#5), Emmanuel Mudiay (#7) oder Stanley Johnson (#8) über die Ladentheke - Spieler, die kaum mehr in der Liga sind.

Zugegeben, im Nachhinein ist es schwer zu erörtern, ob McDonough in Booker einen All-Star bzw. Franchise-Star sah, seine damaligen Worte lassen darauf nur bedingt schließen. "Shooting wird immer teurer, deswegen musst du Shooter nun höher picken als du eigentlich willst", sagte McDonough damals über seine Wahl.

Booker war gewissermaßen auch ein unbeschriebenes Blatt. In einem historisch tiefen Kentucky-Team (darunter Karl Towns, Willie Cauley-Stein, Trey Lyles und die Harrison-Zwillinge), welches zeitweise 38 Spiele in Folge gewann, kam der Shooting Guard nur von der Bank und wurde zumeist nur als reiner Schütze eingesetzt.

Phoenix Suns: Chaotische Jahre mit einem Ausreißer

In Phoenix erweiterte sich sein Aufgabenfeld - notgedrungen. 2013/14 waren die Suns noch eine der Überraschungen der Saison, als viele davon ausgingen, dass Phoenix eines der schlechtesten Teams der Liga sein würde. Stattdessen sorgte das zweiköpfige Guard-Duo aus Goran Dragic und Eric Bledsoe zusammen mit den Morris-Twins für Furore, 48 Siege reichten jedoch nicht für die Playoffs.

In der Folge zerbrach alles recht schnell. Die Verpflichtung von Isaiah Thomas als zusätzlichen Guard entpuppte sich als Rohrkrepierer, Dragic ließ Phoenix wissen, dass er keinen Anschlussvertrag unterschreiben würde. Markieff und Marcus Morris hatten Probleme auf und neben dem Feld, innerhalb weniger Monate wurden beide Brüder getradet, Dragic war da schon lange am South Beach.

Innerhalb von gut einem Jahr mussten die Suns wieder von vorne anfangen, auch weil sie LaMarcus Aldridge in der Free Agency 2015 nicht überzeugen konnten. Für LMA hatte Phoenix zunächst hastig Buddy Tyson Chandler (4 Jahre, 52 Mio.) unter Vertrag genommen, der jedoch bereits auf dem absteigenden Ast war.

Phoenix Suns: Alle Lottery Picks seit 2010

JahrPickSpielerBei den Suns bisHeutiges Team
201113Markieff MorrisFebruar 2016Los Angeles Lakers
201213Kendall MarshallOktober 2013Karriereende 2017
20135Alex LenJuni 2018Washington Wizards
201414T.J. WarrenJuni 2019Indiana Pacers
201513Devin Booker-Phoenix Suns
20164Dragan BenderJuni 2019Maccabi Tel Aviv
20168Marquese ChrissAugust 2018Golden State Warriors
20174Josh JacksonJuli 2019Detroit Pistons
20181Deandre Ayton-Phoenix Suns
201810Mikal Bridges-Phoenix Suns
201911Cameron Johnson-Phoenix Suns
202010Jalen Smith-Phoenix Suns

Phoenix Suns: Draft-Busts, ein legendärer Tweet und eine Ziege

Talent war rar gesät und auch über den Draft landete man nach Booker kaum einen Treffer. Das beste Beispiel dafür war 2016, als man den 4., 13. Pick und 28. Pick hielt. An Position vier zog McDonough Dragan Bender, dazu gab man in einem Desaster von einem Trade 13 und 28 ab, um an Position 8 Marquese Chriss auszuwählen. Obendrauf verscherbelten die Suns auch noch die Rechte an einem gewissen Bogdan Bogdanovic, den man 2014 mit dem 28. Pick gezogen hatte. Der Serbe spielte zu dieser Zeit bei Fenerbahce und war schon da einer der wichtigsten Spieler im Team.

Die Siegesbilanz wurde 16/17 nur von 23 auf 24 gesteigert, 2017 durfte Phoenix wieder früh picken und setzte das Auswahlrecht mit Josh Jackson (#4) erneut in den Sand. Die Suns versanken im Chaos. Bledsoe setzte seinen legendären Tweet ("I don't wanna be here") ab, Coach Earl Watson wurde nach drei Spielen gefeuert und zu jener Zeit stellte Besitzer Robert Sarver eine Ziege in das Büro von McDonough - mit der Aufforderung, doch endlich den Suns einen GOAT zu liefern.

Es gelang nicht, dafür wurde im Juli 2017 Jones zum Vize-Präsidenten des Basketball-Geschäfts ernannt. Der damals 36-Jährige war zuvor treuer Wegbegleiter von LeBron James und stand zwischen 2010 und 2017 stets in den Finals, bevor sein neuer Job die Spielerkarriere auf eine Schlag beendete.

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