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NBA Finals, Suns vs. Bucks: Wie Phoenix in Spiel 5 zurück in die Spur kommen will

Für Chris Paul (r.) und Devin Booker steht ein möglicherweise vorentscheidendes Spiel 5 an.

Nach zwei Siegen der Bucks in Folge sind die NBA Finals nur noch eine Best-of-Three-Serie. Phoenix muss im möglicherweise vorentscheidenden Spiel 5 eine Antwort auf die bissige Defense der Bucks finden. Der Plan könnte einfacher kaum sein - ist aber schwierig umzusetzen.

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Denkt man an die berühmt-berüchtigte "Banana Boat Connection" zurück, dann dürfte es nicht überraschen, wem LeBron James in diesen NBA Finals die Daumen drückt. Er beobachte genau, was zwischen den Suns und Bucks so vor sich geht, erklärte der King zuletzt: "Ich habe ein Pferd im Rennen und das hört auf den Namen Chris Paul."

Der viermalige Champion hat in Sachen Finals-Erfahrung seinem guten Kumpel aus High-School-Zeiten einiges voraus und scheint sich nicht zu schade, dem bisher titellosen CP3 mit Tipps auszuhelfen. "Wir sprechen miteinander", bestätigte Paul auf der Pressekonferenz vor Spiel 5. "Ich rede aber mit mehreren Leuten, ob das jetzt Bron ist oder Melo oder D-Wade ist. Sowas machen Freunde nun mal."

Im gemeinsamen Gruppenchat dürfte nach der 103:109-Pleite der Suns in Spiel 4 vor allem ein Tipp der zukünftigen Hall of Famer dominiert haben: weniger Turnover.

Suns-Star Chris Paul: Keine Ausreden erlaubt

Paul war in Spiel 4 nicht er selbst, leistete sich untypische und untypisch viele Ballverluste. 5 der insgesamt 17 Suns-Turnover gingen auf sein Konto, nachdem er auch in den vorangegangenen Partien ungewohnte Probleme mit der Ballkontrolle hatte. Deshalb, und wegen der Bucks-Dominanz bei den Offensiv-Rebounds, hatte Milwaukee am Ende 19 Würfe mehr auf dem Konto als die Gäste, was trotz schlechterer Wurfquoten am Ende den Sieg brachte.

Immerhin, große Sorgen schien man sich auf Seiten der Suns vor dem potenziellen Schlüsselspiel der Serie nicht zu machen. Coach Monty Williams betonte, dass dies kein Problem sei, das sich nicht korrigieren ließe.

"Chris ist einfach Chris", sagte Williams angesprochen auf seinen Point Guard und wie dieser sich im Training nach dem schwachen Auftritt präsentierte. "Er ist fokussiert, mit ihm ist alles in Ordnung. Ihm geht es nur darum, das nächste Spiel zu gewinnen. Es gibt keine Person in der Kabine, die nicht davon ausgeht, dass er in der nächsten Partie richtig gut spielen wird."

Eventuelle Verletzungssorgen an seiner rechten Hand, in der er sich in den Conference Finals mehrere Bänder angerissen hatte, schob der 36-Jährige selbst zur Seite. "Nein, mir geht es gut", antwortete Paul auf die Frage, ob dies sein Spiel beeinflusst habe. Anstatt Ausreden zu suchen, setzte er sich kurz nach Spielschluss gemeinsam mit Devin Booker zusammen und analysierte, was in Spiel 4 schieflief.

NBA Finals: Chris Paul gegen Kettenhund Holiday

Viel hing bezüglich der Performance des Point Gods auch mit Jrue Holiday zusammen. Der Bucks-Guard war zwar offensiv erneut ein Schwachpunkt, dafür defensiv über jeden Zweifel erhaben. Die Bucks hatten ihren defensiven Gameplan im Vergleich zu den ersten beiden Finals-Spielen in Phoenix etwas umgestellt, Holiday (und teilweise auch Jeff Teague) setzten Paul nun fast über das komplette Feld unter Druck.

So konnte Paul nicht mehr wie zum Auftakt der Serie gemütlich in die gegnerische Hälfte spazieren, sondern sah sich oftmals mit dem ersten Ballkontakt seinem Kettenhund Holiday ausgesetzt. So ließ Milwaukee den Gegenüber nicht so leicht in die Offensiv-Systeme kommen, gleichzeitig wollen die Bucks so Paul müde machen.

"Der Punkt des Ganzen ist, dass wir Chris keine leichten Punkte ermöglichen und ihm seine Sicht auf das Spiel erschweren", erklärte Holiday, der sich zudem im Vergleich zu Beginn der Serie viel häufiger um Screens kämpfte, um Paul keinen Zentimeter Freiraum zu schenken.

Das war aber nicht das einzige Adjustment der Bucks in diesen Finals. Milwaukee setzte zuletzt vermehrt auf ein kleineres Lineup mit Giannis Antetokounmpo als nominellem Center. "Mit diesem Lineup ist es ein Geben und Nehmen", zeigte sich Coach Williams unbeeindruckt. Deandre Ayton habe in der Defense gegen Giannis einen guten Job gemacht, betonte er.

NBA Finals: Die Suns brauchen ihr Shooting

Und: "Das erlaubt es uns, auf der anderen Seite das Feld breit zu machen. Wenn wir das schaffen und besser auf den Ball aufpassen, dann wird dieses Lineup noch besser aussehen." Der erstgenannte Aspekt war allerdings in Milwaukee ein Problem. Die Suns, eins der besseren Shooting-Teams der regulären Saison, trafen nach einer Dreierquote von 29 Prozent (9/31) in Spiel 3 in der vergangenen Partie erneut nur 30,4 Prozent (7/23) aus der Distanz.

Auch hier machte eine Anpassung von Bucks-Coach Mike Budenholzer ihnen das Leben schwer. Milwaukee schickte im Pick'n'Roll der Suns weniger Hilfe und blieb eher bei den Schützen. Somit nahmen sie den Eckendreier weg, eigentlich eine große Stärke der Suns. Dank zahlreicher Drive and Kicks versenkte Phoenix in den ersten beiden Partien 13/22 Eckendreier - in den darauffolgenden Spielen schickten sie insgesamt nur noch sechs auf die Reise.

Booker bestrafte die fehlende Hilfe in Spiel 4 mit überragendem Shotmaking auf dem Weg zu 42 Zählern, doch von den Kollegen kam zu wenig Unterstützung. Schafft es Paul, sich öfters von Holiday zu befreien und sein Scoring wieder in die Spur zu bekommen, dann hätte Phoenix entweder ein hochpotentes Offensiv-Duo im Rhythmus oder Milwaukee müsste wieder mehr Hilfe schicken, was wiederum den Rollenspielern mehr Platz verschaffen würde.

Abgesehen von Jae Crowder kam von denen bei den beiden Gastspielen in der Bierstadt nicht viel, gerade Mikal Bridges blieb offensiv blass. Rollenspieler haben es meistens in der heimischen Arena aber leichter.

Suns-Turnover? "Das war nur eine Anomalie"

Letztlich lag der Fokus der befragten Spieler und Coach Williams auf der Pressekonferenz aber auf dem Possession Game: Turnover reduzieren, gegnerische Offensiv-Rebounds verhindern, dann wird das schon. Schließlich hatte Phoenix auch trotz der angesprochenen Probleme in der Crunchtime die Möglichkeiten, das Spiel zu stehlen. Wären da nicht ein epischer Giannis-Block oder ein folgenschwerer Paul-Turnover gewesen.

"Das ist nichts, an das ich länger Gedanken verschwenden werde", sagte Paul. "Das war nur eine Anomalie, das passiert. Ich habe den Ball schon öfters viel zu häufig verloren. Wenn ich den Ball verliere, dann können wir nicht auf den Korb werfen, so einfach ist das. Es geht jetzt nicht unbedingt um Adjustments, sondern einfach darum, besser zu spielen."

Dass es einfach werden würde, habe in Phoenix trotz der zwischenzeitlichen 2-0-Serienführung sowieso niemand geglaubt. "Die Playoffs sind eine emotionale Achterbahnfahrt", sagte Booker. "Jedes Spiel nimmt eine eigene Persönlichkeit an, es gibt niemals zwei Spiele, die gleich sind. Es gibt neue Veränderungen, neue Spielzüge oder man spielt auswärts oder zuhause."

Die Suns haben den Vorteil, zwei der möglicherweise drei verbleibenden Spiele vor eigenem Publikum bestreiten zu dürfen. "Wir haben getan, was wir tun mussten und dann haben sie getan, was sie tun mussten. Jetzt müssen wir wieder den Heimvorteil beschützen und die Partie gewinnen", gab CP3 die Marschroute vor. "Wir haben, bis auf eine, keine Serie gesweept, so ist das nun mal in den Playoffs. Deshalb geht es über sieben Spiele. Es sind die Finals, das ist Drama."

Spiel 5 kommt nun eine enorme Bedeutung zu, in der Finals-Historie holte in 72 Prozent der Fälle das Team den Ring, das beim Stand von 2-2 Spiel 5 gewann. Ein 2-3-Rückstand wäre deshalb wohl etwas zu viel Drama für Paul und die Suns.

NBA Finals: Die Serie im Überblick - Stand: 2-2

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsResultat/TV
17. Juli3 UhrSunsBucks118:105
29. Juli3 UhrSunsBucks118:108
312. Juli2 UhrBucksSuns120:100
415. Juli3 UhrBucksSuns109:103
518. Juli3 UhrSunsBucksDAZN
621. Juli3 UhrBucksSunsDAZN
7*23. Juli3 UhrSunsBucksDAZN

*falls erforderlich

 

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