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NBA - Utah Jazz als Spielverderber der Contender: Warum denn eigentlich nicht?

Rudy Gobert ist einer der Stars der Utah Jazz.

Mit Conley, Ingles, Royce O'Neale, Mitchell, Bogdanovic und Clarkson haben die Jazz gleich sechs verlässliche Schützen, davon dürften drei fast immer zusammen auf dem Feld stehen. Sie alle treffen bislang über 38 Prozent, außer O'Neale nehmen sie alle mindestens fünf Versuche pro Spiel. Sind sie laut nba.com "völlig frei" (mindestends 1,80 Meter ohne Gegenspieler) treffen sie sogar alle weit über 40 Prozent.

Es gibt also keinen Guard oder Flügelspieler, vom dem sich ein Verteidiger zum Helfen lösen könnte, ohne dass die Jazz dies nicht bestrafen können. So kommen Fabelstatistiken zu Stande, wie zum Beispiel der Umstand, dass Utah in den vergangenen zehn Spielen immer mindestens 15 Dreier versenkte (Liga-Rekord). Achtmal waren es in dieser Saison bereits mindestens 20 Triples, unter anderem 25 beim 131:118-Sieg in Milwaukee.

Utah Jazz: Die Dreierquoten der einzelnen Spieler

SpielerPunkteDreierquote
Mike Conley16,640,7
Donovan Mitchell22,839,4
Jordan Clarkson17,738,4
Joe Ingles10,845,2
Bojan Bogdanovic14,739,7
Royce O'Neale846,8

Utah Jazz: Mike Conley ist endgültig angekommen

Daran beteiligt ist auch Conley, der im Vorjahr viel Kritik einstecken musste, nun aber an seine Glanzzeiten im Grizzlies-Jersey anknüpfen kann. Vermutlich brauchte der Guard tatsächlich das Jahr, um sich zu akklimatisieren, schließlich spielte er zuvor über Jahre Two-Man-Game mit Marc Gasol, der komplett andere Stärken als Gobert besitzt. Inzwischen stimmt die Chemie mit dem Franzosen, laut Cleaning the Glass erzielt dieses Duo knapp 20 Punkte pro 100 Ballbesitze mehr als der Gegner.

"Er hat versucht, sich uns anzupassen", sagte auch Gobert über das erste Jahr mit Conley. Der 33-Jährige bestätigte dies: "Ich war im Janaur lange verletzt. Ich wollte nicht, dass andere wegen mir zurückstecken müssen." Im Gegensatz zu seiner Memphis-Zeit hält Conley den Ball auch in Jahr zwei weiter weniger in der Hand, dafür ist seine Effizienz wieder da, wo sie in seiner Hochzeit vor vier, fünf Jahren war.

Effizient ist übrigens auch Clarkson, der zu diesem Zeitpunkt der Favorit auf den besten Bankspieler des Jahres sein dürfte. Über Jahre war der 28-Jährige der klassische Combo Guard, der viel aus der Mitteldistanz wirft und den Ruf eines schwarzen Lochs hatte. Inzwischen hat aber auch er lange Zweier durch Distanzwürfe ersetzt und seine Rolle gefunden.

Seine starke Bubble war keine Eintagsfliege, was auch für Mitchell gilt. Der All-Star erhielt zuletzt durch Shaqs unglücklich getimte Kritik jede Menge Aufmerksamkeit, hat sich aber auch in dieser Saison wieder gesteigert. Seine Entwicklung ist mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen, vor allem im Playmaking macht der 24-Jährige Jahr für Jahr kleine Fortschritte.

Utah Jazz: Läuft die Maschine auch in den Playoffs?

Doch lässt sich dies auch in Playoff-Erfolg ummünzen? Das ist die große Frage, auf welche wir erst im Sommer eine Antwort bekommen werden. Fakt ist, dass die Jazz so homogen wie vielleicht kein anderes Team sind. Synder hat neun Spieler, auf die er sich voll verlassen kann, das ist eine vollständige Playoff-Rotation, die mit Ausnahme von Niang kaum Fragezeichen aufwirft.

Dennoch gibt es Anlass zu Zweifeln. Utahs Defense bleibt enorm abhängig von Gobert, gegen Teams mit werfenden Bigs tat sich der Franzose in der Postseason schwer, sowohl die Clippers als auch die Lakers haben solche Spielertypen (Ibaka, Davis, Gasol) in ihren Reihen. Mit Mitchell auf der Zwei werden die Jazz zudem immer ein sehr kleines Team bleiben.

Erschwerend kommt hinzu, dass Utah keinen Top-10-Spieler besitzt, bei allem Respekt für Mitchell und Gobert. Es gab schon viele Teams, die ausgeglichen besetzt waren, aber keinen echten Superstar in ihren Reihen hatten, echten Playoff-Erfolg hatten diese Truppen meist nicht (zum Beispiel die 60-Siege-Hawks 2014/15). Die Detroit Pistons von 2004 sind die ultimative Ausnahme dieser Regel, die sich normalerweise immer wieder bestätigt.

Vielleicht holt das auch die Jazz ein. Andererseits: Was ist schon normal in dieser Saison? Wenn es mal wieder einen Überraschungs-Champion geben kann, dann wohl in dieser Spielzeit. Warum dann eigentlich nicht mal die Jazz?

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