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NBA - Utah Jazz als Spielverderber der Contender: Warum denn eigentlich nicht?

Rudy Gobert ist einer der Stars der Utah Jazz.
© getty

Die Utah Jazz gehören zu den Teams der Stunde in der NBA, auch wenn ihre Siegesserie von elf Spielen durch eine absolute Gala-Vorstellung der Denver Nuggets gestoppt wurde. Was macht das Team so stark - und kann Utah nach einigen enttäuschenden Playoff-Leistungen in den vergangenen Jahren den Hebel umlegen?

Noch nie war wurde eine Saison mit so viel Ungewissheit begleitet wie die aktuelle. Corona, die meist leeren Hallen, ein eng getakteter Spielplan - diese Spielzeit scheint wie gemacht für Überraschungen, kuriose Ergebnisse oder einfach gesagt: Chaos.

Ein Team, welches davon bisher weitestgehend verschont geblieben ist, sind die Utah Jazz. Eine Partie in Washington musste wegen Coronafällen beim Gegner abgesagt werden, nach einem Viertel der Saison verbrachte nur Bankspieler Juwan Morgan einige Zeit im Corona-Protokoll. Gemessen an den meisten anderen Teams ist Utah damit eine Oase der Konstanz.

Trotz einer enttäuschenden Vorsaison mit dem bitteren Aus in Runde eins gegen die Nuggets ist der Kader zusammengeblieben, nur Derrick Favors, ein alter Bekannter, stieß zur bestehenden Rotation hinzu. Die Streitigkeiten zwischen den beiden Stars, Donovan Mitchell und Rudy Gobert, scheinen beseitigt. Beide erhielten dicke Verträge in der Offseason, beide Egos wurden somit besänftigt und der Fokus konnte auf das Wesentliche gerichtet werden: Der Angriff auf die Krone im Westen.

Utah Jazz: Dominant wie zuletzt die Durant-Warriors

Für den Moment sieht das sehr gut aus, von 20 Spielen haben die Jazz 15 gewonnen. Niederlagen setzte es nur daheim gegen Minnesota und Phoenix sowie beim Back-to-Back-Doubleheader in Brooklyn und bei den Knicks, und eben gegen die Nuggets, die die beste Shooting-Halbzeit der NBA-Geschichte mit 15/17 Dreiern gegen sie hinlegten.

Ansonsten wurden die Gegner mit knapp 15 Zählern im Schnitt aus der Halle geschossen. Filtert man die Garbage Time heraus, erzielen die Jazz laut Cleaning the Glass satte 10,8 Punkte mehr als der Gegner, wenn man es auf 100 Ballbesitze normiert. Über eine ganze Saison waren zuletzt die Golden State Warriors nach der Ankunft von Kevin Durant so dominant (2016/17) wie die derzeitigen Jazz.

Nicht nur die Zahlen sagen das, sondern auch Warriors-Coach Steve Kerr, der vorvergangenen Sonntag mit seinem Team eine 108:127-Abreibung erhielt: "Sie wollen Meister werden und ich glaube, dass dies im Bereich des Möglichen liegt", sagte Kerr. "Sie sind dort, wo wir vor drei, vier Jahren waren."

Doch woran liegt das? Zunächst einmal müssen "softe" Faktoren berücksichtigt werden. Wie schon erwähnt, ist kein Team eingespielter als Utah, dazu ist Bojan Bogdanovic nach seiner Handgelenksverletzung, die ihn die Bubble kostete, wieder zurück und Favors ist als Backup von Gobert ein gewaltiges Upgrade im Vergleich zu Tony Bradley oder Ed Davis, die diesen Job im Vorjahr eher schlecht als recht erledigten.

Utah Jazz: Entlastung für Rudy Gobert

Favors spielt nun fast exklusiv die Backup-Minuten des Franzosen, Coach Quin Snyder lässt beide kaum noch zusammen auf den Court. Auch bei den Rotationen hat sich etwas getan. Über Jahre spielte Gobert fast immer den Großteil des ersten und dritten Viertels und geriet dabei nicht selten in Foulprobleme.

Nun geht der Franzose aber schon früher raus und startet zusammen mit Mike Conley und drei Reservisten (meist Jordan Clarkson, Joe Ingles und Georges Niang) das zweite bzw. vierte Viertel - und dieses Lineup zerstört seine Gegner. Das Defensiv-Rating für diese Fünf beträgt laut nba.com gerade einmal 100,5 und zeigt, dass Gobert Second Units mit seiner defensiven Präsenz komplett kalt stellen kann.

Das sollte von einem zweimaligen Verteidiger des Jahres auch erwartet werden, doch alles kann auch der Stifle Tower nicht ausbügeln. Nachdem die Jazz über Jahre zu den besten drei Verteidigungen der Liga zählten, waren sie im Vorjahr nicht mal mehr in der Top 10. Unter anderem brach dies Utah gegen die Nuggets das Genick, selbst wenn die Offense um den brillanten Mitchell auf Hochtouren brummte.

Utah Jazz: Morey-Ball vom feinsten

Nun stellen die Jazz wieder die drittbeste Defense, während es offensiv weiter wie am Schnürchen läuft. Das gelingt mit einem System, wie es sich Sixers-Präsident Daryl Morey zu Rockets-Zeiten erträumt hätte. Utah nimmt prozentuell gesehen die meisten Dreier, die wenigsten langen Zweier und nur Phoenix erspielt sich mehr Würfe aus der Ecke, dem kürzesten Distanzwurf.

Utahs Spiel fußte schon immer auf viel Penetration, Kick-Outs und schnellen Pässen zu den freien Schützen, nun steht auch das Personal bereit, um dies bestmöglich umzusetzen. Die Abhängigkeit von Mitchell ist nicht mehr so frappierend wie noch in den Vorjahren (bester Beweis: die beiden Siege vs. Dallas ohne den All-Star), stattdessen kann Snyder auf ein Reservoir von Schützen zurückgreifen, auf das ein Großteil der Liga neidisch sein dürfte.

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