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NBA - Brooklyn Nets gefrustet nach Overtime-Pleite gegen Cavaliers: "Haben eine Menge Arbeit vor uns"

Kyrie Irving und Kevin Durant haben mit den Brooklyn Nets eine bittere Pleite gegen die Cavs nach zweifacher Overtime kassiert.

Das Debüt der neuen Big Three der Brooklyn Nets gegen die Cleveland Cavaliers ist in die Hose gegangen. Bei der Pleite nach zweifacher Overtime zeigten Kyrie Irving, Kevin Durant und James Harden vielversprechende Ansätze. Doch ein Problem überschattete jede Euphorie. Hier geht's zu den Highlights der Partie.

Kyrie Irving staunte nicht schlecht, als er nach der 135:147-Niederlage seiner Nets in Cleveland einen Blick auf den Statistikbogen warf. "Ich weiß nicht, wie viele Teams es gibt, die innerhalb von fünf Minuten 20 Punkte auflegen können", sagte der Point Guard, begleitet von einem etwas ungläubigen Lachen.

Brooklyn gehört zu diesen Teams, sollte man meinen. Schließlich ist seit der Rückkehr von Irving nach seiner zweiwöchigen, selbst auferlegten Pause das dreiköpfige Offensiv-Monster bestehend aus eben jenem Uncle Drew, James Harden und Kevin Durant endlich komplett. In Cleveland teilte sich die neue Big Three der Nets erstmals den Court, doch am Ende waren es eben doch die Cavs, die mit 20 Punkten in der zweiten Verlängerung alle Lichter ausschossen.

Besser gesagt: Es war Collin Sexton. Der 22-Jährige, der selbst sein Comeback nach Verletzungspause feierte, rettete zunächst die Cavs mit einem Dreier 1,2 Sekunden vor dem Ende der ersten Overtime in die zweite. Dann fing er komplett Feuer.

"Collin ist heiß gelaufen, dafür gebührt ihm Anerkennung", sagte Irving. "Da muss man einfach seinen Hut ziehen." Mit vier Dreiern und 15 Zählern (von 42) in der zweiten OT hatte Sexton der Nets-Big-Three ihren Einstand gehörig verdorben.

Brooklyn Nets: Furioser Start mit Beigeschmack

Dabei hätte eigentlich die Offense der Nets für Furore sorgen sollen, das Prunkstück des nach dem Harden-Blockbuster neuformierten Teams. Immerhin in den ersten gut sieben Minuten der Partie tat sie das auch. Jeder der ersten zehn Wurfversuche der Gäste landete im Korb, Irving assistierte Durant, Durant assistierte Irving, Harden assistierte allen anderen. Diesen zehn Treffern gingen neun Vorlagen voraus.

Die ersten Minuten der Partie gaben einen kleinen Vorgeschmack auf das, wozu die Nets mit ihrem neuen Triumvirat in der Lage sein können. Allerdings nicht ohne Beigeschmack, kurz nach Spielbeginn sammelten sich vier schnelle Turnover an. Zwar bekam Brooklyn das Problem mit den Ballverlusten im Laufe der Partie besser in den Griff (insgesamt 16), dennoch war offensichtlich, dass an vielen Stellen noch das Feintuning fehlte.

So auch, als Durant und Irving gut drei Minuten vor dem Ende auf der Bank Platz nahmen und Harden das Zepter mit der Second Unit übernahm. Solch ein Staffeln der Superstar-Minuten war im Vorfeld bereits erwartet worden, die Big Three gibt Head Coach Steve Nash die Möglichkeit, über die vollen 48 Minuten immer mindestens einen Superstar auf dem Parkett zu haben.

Harden allein mit den Reservisten war gegen die Cavs aber kein Erfolgsrezept. Das Lineup (Harden, Joe Harris, Timothe Luwawu-Cabarrot, Bruce Brown und Reggie Perry) stand bis zum Ende des ersten Viertels bei -11. The Beard wirkte passiv, versuchte glücklos seine Mitspieler zu integrieren, anstatt selbst zu attackieren. Das Resultat für ihn: 0 Punkte, 0 Assists, kein Feldwurfversuch und 1 Turnover.

Die Statistiken der Big Three der Brooklyn Nets gegen die Cavs

NameMinutenPunkteReboundsAssistsTurnoverFG3FG
Kevin Durant50:0938128212/253/9
Kyrie Irving48:223723415/283/8
James Harden50:3021101256/143/6

Nets mit Durant, Irving und Harden: "Hat sich richtig angefühlt"

Mit den Startern zuvor hatte dies noch deutlich besser funktioniert. Harden und Irving wechselten sich als Ballhandler ab, die Nets ermöglichten sich gegenseitig offene Würfe am Fließband, DeAndre Jordan bestrafte den Fokus der Cavs-Defense auf KD, Irving und Harden mit einigen Alley-Oops. Schwieriger wurde es für Brooklyn erst, als die Cavs auf eine Zonenverteidigung umstellten. Da fehlte dem alles andere als eingespielten Team die Antworten.

Nach dem gescheiterten Harden-Experiment mit der Second Unit standen im weiteren Spielverlauf immer mindestens zwei der Nets-Stars gemeinsam auf dem Court. Im Vorfeld wurde heiß darüber diskutiert, ob das Zusammenspiel der balldominanten Superstars funktionieren könne. Das kann es. Sowohl Irving (37 Punkte), als auch Durant (38) oder in der zweiten Halbzeit Harden (nach nur 2 Punkten in der ersten Hälfte beendete er die Partie mit 21 Zählern bei 6/14 FG) bekamen ihre Möglichkeiten, auch mal im Eins-gegen-eins zu kreieren.

Dann standen die Co-Stars zwar oftmals teilnahmslos in der Ecke, doch das wird sich mit mehr gemeinsamen Spielen und Trainingseinheiten sicherlich bessern. "Es hat sich richtig angefühlt", sagte KD. "Sogar perfekt, es hat sich angefühlt, als würden wir zusammengehören." Auch Irving betonte, dass er begeistert sei von der Aussicht auf das, was mit dieser Big Three möglich ist.

Brooklyn Nets: "Haben noch eine Menge Arbeit vor uns"

Zumindest offensiv zeigten die Nets eine Menge vielversprechender Aktionen. Sorgen bereitete allen Beteiligten dagegen die Defense. "Wir hatten überall Pannen", beschwerte sich Nash. "Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns."

Vor der Partie gegen die Nets stellte Cleveland das Team mit dem schlechtesten Offensiv-Rating der Liga (100,8 Punkte pro 100 Ballbesitze), nun versenkten Sexton und Co. 51,4 Prozent ihrer Feldwurfversuche, dominierten die Zone (64:48 points in the paint), in der sich Jordan einige Male viel zu leicht herumschubsen ließ, und trafen auch noch die Hälfte ihrer 40 Dreierversuche.

Laut ESPN Stats & Info waren allein im dritten Viertel, als sich Cleveland bis auf 14 Zähler absetzte, 13 der 22 Cavs-Würfe "uncontested", also ohne einen Verteidiger in der Nähe. Cleveland traf elf dieser Versuche. "Wir wissen, dass wir in der Offense sehr potent sind, aber wir müssen Wege finden, zu verteidigen und auf eine Wellenlänge zu kommen", erklärte Nash.

Brooklyn Nets: Fehlende Tiefe macht sich bestraft

In der finalen Overtime konnte schließlich niemand mehr Sexton stoppen, Müdigkeit mag dabei auch eine Rolle gespielt haben, wie Nash zugeben musste. Durant stand in 50 der 58 Minuten auf dem Parkett, für Harden (50:30) und Irving (48:22) stellte die jeweilige Einsatzzeit sogar ein Career-High dar. Dabei hat Letztgenannter seit zwei Wochen kein NBA-Spiel bestritten und verpasste die vergangenen beiden Partien aufgrund von Konditions-Rückstand.

Hier machte sich auch die fehlende Tiefe bestraft. Landry Shamet, der in der Offseason noch für einen Erstrundenpick von den Clippers losgeeist wurde, schmorte das komplette Spiel über auf der Bank. Das Duell der Reservisten ging insgesamt mit 44:10 an die Cavs - auch dank Taurean Prince (17) und Jarrett Allen (12), die vor gut einer Woche noch das Nets-Trikot trugen.

Allerdings erwischten Harris (6 Punkte, 2/10 FG) und Luwawu-Cabarrot (0, 0/6 FG) auch rabenschwarze Abende, das kann in der Nacht auf Samstag, wenn die Nets erneut in Cleveland ran müssen, schon wieder ganz anders laufen. Dennoch würde es sicherlich helfen, wenn Brooklyn gegen die schlechteste Offense der Liga nicht wieder 147 Punkte zulassen würde.

Und wenn Sexton die Cavs nicht wieder zu 20 Punkten in fünf Minuten führt. "Wenn jemand so unglaublich heiß läuft, dann gibt es nicht viel, was man machen kann", sagte Nash. Die Nets sollten sich dennoch möglichst schnell ein Rezept überlegen.

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