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NBA

NBA-Legende Shaquille O'Neal im Porträt: Ein gewaltiger Kindskopf

Von Marc-Oliver Robbers
Shaquille O'Neal gewann mit den Los Angeles Lakers drei Titel.
© getty

Shaq ließ das Theater und auch die Verletzungsprobleme hinter sich, kam in 73 Spielen zum Einsatz und führte die Heat zur besten Bilanz im Osten. Mit Dwyane Wade hatte O'Neal ab sofort die neue große Nummer der NBA an seiner Seite. In den Eastern Conference Finals mussten sie sich in sieben spannenden Spielen den Pistons geschlagen geben. O'Neal beschwerte sich anschließend, dass Coach Stan Van Gundy nicht genug Plays für ihn laufen ließ.

Anschließend unterschrieb er dennoch einen neuen Fünfjahresvertrag über 100 Millionen Dollar und wurde dafür gelobt, auf Gehalt zu verzichten. Während einer Knöchelverletzung, die ihn zu 18 Spielen Pause zwang, übernahm Pat Riley den Trainerposten von Van Gundy. Riley setzte den Center anschließend äußerst dosiert ein. O'Neal verzeichnete in nahezu allen Kategorien Career Lows.

"Statistiken interessieren mich nicht. Ich achte nur aufs Gewinnen, nicht auf Stats. Wenn ich 0 Punkte mache und wir gewinnen, bin ich glücklich, wenn ich 50 oder 60 Punkte mache, Rekorde breche und wir verlieren, bin ich angepisst. Dann weiß ich, dass ich etwas falsch gemacht habe."

Vierter Titel in Miami

Rechtzeitig zu den Playoffs war O'Neal wieder in Form. Mit 30 Punkten und 20 Rebounds führte er die Heat gegen Chicago in Spiel 6 in die zweite Runde. In den Conference Finals kam es zum erneuten Duell mit Detroit - dieses Mal mit dem besseren Ende für Miami. Wade und Shaq führten die Heat mit überragenden Leistungen zum ersten Mal in ein NBA-Finale. Es gelingt die Überraschung gegen Dallas. Der vierte Titel für Shaq. Und O'Neal ließ es sich nicht nehmen, eine Spitze gen Los Angeles zu schicken. "Ich habe bewiesen, dass ich überall gewinnen kann - nicht nur mit einem schießwütigen Guard in Los Angeles."

Doch auch in Miami blieb es nicht ewig friedlich. Die Verletzungsprobleme kamen zurück und die Dominanz der früheren Jahre schwand zunehmend. Die Heat waren Wades Team und Shaq bekam nur noch rund zehn Würfe pro Spiel. Im Februar 2008 kam es zum Eklat. Bei einem Disput mit Coach Riley wurde O'Neal handgreiflich und stieß ihn gegen die Brust. Es war sein Ende in Miami. Riley tradete Shaq nach Phoenix.

Es ist nur eine von vielen Auseinandersetzungen in seiner Karriere. Shaq scheute die Konfrontation nicht, er suchte sie teils sogar. 1996 lieferte er sich eine Keilerei mit Dennis Rodman, drei Jahre später schubste er nach einem Block Charles Barkley weg. Der warf anschließend einen Ball nach ihm. Beide mussten unter die Dusche. "Es ist eine Sache, harte Sprüche zu klopfen, und die andere Sache, auch wirklich hart zu sein", sagte Shaq nach der Auseinandersetzung mit Rodman.

Auch bei den Suns scheute er keine Reiberei. 2009 legte der 23 Jahre alte Dwight Howard 21 Punkte gegen ihn auf. Shaq, der selbst nur 19 Zähler erzielte, entgegnete hinterher: "Ich bin wirklich zu alt, um zu versuchen, mehr Punkte als ein 18-Jähriger zu erzielen. Das ist nicht mehr meine Aufgabe."

Nachdem die Suns am Ende der Saison die Playoffs verpassten, schickten sie ihn weiter nach Cleveland. Shaq freute sich auf seinen neuen Teamkollegen LeBron James. "Mein Motto ist sehr einfach: 'Win a Ring for the King'". Er akzeptierte seine kleinere Rolle als James' Zuarbeiter. Sein ausgegebenes Ziel erreichte er aber nicht.

Ein Ring weniger als Kobe Bryant

Eine Aussage von Kobe Bryant sorgte dann dafür, dass er ein letztes Mal das Team wechselte. Als der Lakers-Star seinen fünften Ring eingesammelt hatte, rieb er dies Shaq öffentlich unter die Nase. Der reagierte direkt: "Ich messe mich nicht mit kleinen Jungs, die nur herumrennen, immer den Ball haben müssen und 30-mal pro Spiel auf den Korb werfen, wie D-Wade oder Kobe. Wenn Tim Duncan fünf Ringe hat, können die Journalisten schreiben, dass er eventuell besser ist. Das werde ich akzeptieren."

Die Celtics sahen aber seinen Ehrgeiz gekitzelt und nahmen ihn unter Vertrag. Es sollte der letzte Griff nach dem Titel werden. Doch wieder einmal waren es Verletzungen, die ihn aushebelten. O'Neal ließ sich mit Kortison fitspritzen. Es ergab aber keinen Sinn mehr. Zwölf Minuten probierte er es in den Playoffs noch einmal. Es ging schließlich gegen Miami. Nur wenige Tage später gibt er sein Karriereende bekannt. Erst via Twitter und dann in Orlando.

Was bleibt, sind vier Ringe, ein MVP-Award, 3 Finals-MVP-Awards, 15 All-Star-Nominierungen, 3 All-Star-MVP-Awards und vor allem jede Menge Unterhaltung. Shaq schaffte es, die NBA noch einmal auf ein neues Entertainment-Level zu hieven. Trotz der verbrannten Erde, die er gerne hinterließ, und seiner mitunter schlampigen Arbeitseinstellung, ist er bis heute einer der beliebtesten Spieler in der Geschichte.

Shaquille O'Neal: Seine Statistiken in der NBA

SaisonTeamSpielePunkteFG%FT%ReboundsBlocks
92/93Magic8123,456,159,213,93,5
93/94Magic8129,359,955,413,22,9
94/95Magic7929,358,353,311,42,4
95/96Magic5426,657,348,711,02,1
96/97Lakers5126,255,748,412,52,9
97/98Lakers6028,358,452,711,42,4
98/99Lakers4926,357,654,010,71,7
99/00Lakers7929,757,452,413,63,0
00/01Lakers7428,757,251,312,72,8
01/02Lakers6727,257,955,510,72,0
02/03Lakers6727,557,462,211,12,4
03/04Lakers6721,558,449,011,52,5
04/05Heat7322,960,146,110,42,3
05/06Heat5920,060,046,99,21,8
06/07Heat4017,359,142,27,41,4
07/08Heat/Suns6113,659,350,39,11,4
08/09Suns7517,860,959,58,41,4
09/10Cavaliers5312,056,649,66,71,2
10/11Celtics379,266,755,74,81,1
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