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Fussball

SC Freiburg - FC Bayern München 2:2: Lewandowski stellt Müller-Rekord ein - FCB patzt in Freiburg

Robert Lewandowski kam mit dem FCB nicht über ein 2:2 beim SCF hinaus.

Robert Lewandowski hat den Uralt-Rekord von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 eingestellt. Trotz des 40. Bundesliga-Treffers des Weltfußballers (das Tor im Video!) kam der FC Bayern am 33. Spieltag aber nicht über ein 2:2 (1:1) beim SC Freiburg hinaus.

Mit einem Strafstoß in der 26. Minute egalisierte Lewandowski die Bestmarke des legendären "Bombers" - und verpasste es trotz mehrerer hochkarätiger Chancen im weiteren Spielverlauf, sich den alleinigen Rekord zu sichern. Eine Chance bleibt ihm noch am letzten Spieltag in einer Woche gegen den FC Augsburg.

"Heute hätte ich noch mindestens ein Tor mehr schießen können", haderte der Pole nach dem Abpfiff mit seiner Chancenverwertung. "Jetzt haben wir noch ein Spiel und natürlich versuche ich noch mindestens ein Tor zu schießen."

Trotzdem sei er "natürlich stolz", gab Lewandowski zu verstehen. "Ich habe ein Ziel erreicht, das einmal unvorstellbar schien", schrieb er auf Twitter.

Die Freiburger zeigten in ihrem womöglich letzten Spiel im Schwarzwald-Stadion gegen den bereits feststehenden Rekordmeister eine mutige Leistung und erspielten sich gerade in Hälfte zwei einige klare Torchancen.

Das Problem: Entweder ließ die Elf von Christian Streich die letzte Konzentration im Abschluss vermissen oder aber scheiterte an dem glänzend aufgelegten Münchner Torhüter Alexander Nübel. Christian Günter besorgte in der 81. Minute jedoch den verdienten 2:2-Ausgleich. Die übrigen Treffer hatten Manuel Gulde (29.) und Leroy Sane (53.) erzielt.

SC Freiburg - FC Bayern: Die Stimmen zum Spiel

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Gratulation an Lewy für seinen Rekord. Ich schätze, er wird ihn nach dem nächsten Wochenende alleine haben. Mit unserem Spiel bin ich hochzufrieden, der Punkt ist hochverdient. Bayern hätte gewinnen können, aber wir auch."

Hansi Flick (Trainer Bayern München): "Robert Lewandowski hat die historische Marke von Gerd Müller geknackt. Aber Tore schießt man nicht allein. Man braucht Spieler, die einen bedienen. Daher muss ich der Mannschaft ein Riesenkompliment machen."

Thomas Müller (FC Bayern München): "Das Verrückte bei Lewy ist, dass das irgendwie normal ist, wie er Dreierpacks schießt oder traumwandlerisch diese Tore macht. Es ist ja nicht so, dass er es nur eine Saison gemacht hat. 40 hat er noch nie geschafft, aber er hat in den letzten Jahren extrem viele Tore gemacht, das ist verrückt. Ohne Gerd Müller würden wir vielleicht immer noch zu Fuß anreisen. Der Verein ist durch solche Spieler groß geworden. Dass sich Lewy da auf eine Stufe gestellt hat, da kann man den Hut ziehen. Die Mannschaft würdigt es, was er für uns leistet."

Joachim Löw (Bundestrainer): "Es ist beeindruckend, eine solche Anzahl von Toren zu erzielen. Alles im Bereich von 40 Toren pro Saison in der Bundesliga ist erstaunlich. Heutzutage ist es sicher schwieriger als früher."

SC Freiburg - FC Bayern: Die Analyse

Für Nübel war es der erste Bundesliga-Einsatz in dieser Saison. Ansonsten verzichtete FCB-Coach Flick auf eine große Personalrochade. Gegenüber dem 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Spieltag gab es nur drei weitere Änderungen: Süle, Gnabry und Sane starteten anstelle von Pavard, Musiala und Coman.

Gerade Sane rechtfertigte seine Chance von Beginn an, zeigte immer wieder gute Aktionen. Am ersten Treffer hatte der Nationalspieler jedoch keinen Anteil. Lewandowski verwandelte in der 26. Minute einen Elfmeter, dem ein Foul von Kübler an Müller vorausgegangen war - und huldigte dem anderen Müller mit einer T-Shirt-Botschaft "4 Ever Gerd".

Freiburg reagiert doppelt - Bayern zu anfällig

Das Streich-Team reagierte prompt, indem Gulde einen Eckball per Kopf zum Ausgleich verwertete. In der Folge entwickelte sich ein munterer, von vielen intensiv geführten Zweikämpfen geprägter Schlagabtausch mit etlichen Torraumszenen. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Im Gegenteil.

Sane besorgte die Führung nach einer mustergültigen Vorlage von Müller, woraufhin die Freiburger mit vielen klugen Bällen in die Tiefe energisch auf den Ausgleich drängten. Nübel parierte einige Chancen - teilweise mithilfe seiner Kollegen (Süle) - glänzend. Doch der FCB präsentierte sich im Verbund insgesamt zu löchrig und fehleranfällig. So erzielte Günter mit einer starken Einzelaktion das 2:2.

Auf der Gegenseite vergab ausgerechnet Lewandowski einen halben Meter vor dem Tor von Flekken und verpasste so zumindest vorerst die Chance auf den alleinigen Rekord. Doch dem Polen bleiben noch 90 weitere Minuten.

SC Freiburg - FC Bayern: Die Aufstellungen

Freiburg: Flekken - Kübler (72. Woo-Yeong), Lienhart, Gulde, Günter - Sallai (61. Schmid), Santamaria (72. Keitel), Höfler, Grifo - Petersen (61. Haberer), Demirovic (55. Höler)

Bayern: Neuer - Süle (72. Sarr), Boateng, Hernandez (61. Roca), Davies - Kimmich, Alaba - Sane (72. Coman), Müller (61. Tolisso), Gnabry - Lewandowski

SC Freiburg - FC Bayern: Die Daten des Spiels

  • Tore: 0:1 Lewandowski (26.), 1:1 Gulde (29.), 1:2 Sane (53.), 2:2 Günter (81.)

  • Der FC Bayern verlor nur eines der letzten 36 Bundesliga-Spiele gegen den SC Freiburg (27 Siege, 8 Remis): mit 1:2 auswärts am 33. Spieltag der Saison 2014/15.
  • Der FCB traf im 70. Pflichtspiel in Folge und baute so die Rekord-Serie im deutschen Profifußball weiter aus.
  • Nübel konnte im saison- und vereinsübergreifenden 9. Bundesliga-Spiel in Folge nicht zu Null spielen - ein neuer persönlicher Negativrekord für den 24-Jährigen (zuvor 8 in 2018/19).

Der Star des Spiels: Leroy Sane (FC Bayern)

Neben Rekordmann Lewandowski der auffälligste Bayer an diesem Nachmittag. Wenn es gefährlich wurde, dann meist über Sane, der kurz nach der Hälfte den vermeintlichen Führungstreffer durch Gnabry mit einem bärenstarken Solo vorbereitete. Der Treffer zählte letztlich wegen einer Abseitsposition von Gnabry nicht, doch Sane belohnte sich wenig später für diese Aktion selbst und besorgte das 2:1 aus Sicht der Gäste per Abstauber.

Der Flop des Spiels: Ermedin Demirovic (SC Freiburg)

Freiburgs Torjäger hing völlig in der Luft, kam bis zu seiner Auswechslung in der 55. Minute nur 16-mal an den Ball. Kurz zuvor hatte der 23-Jährige noch eine Großchance aus kurzer Distanz kläglich liegen gelassen.

Der Schiedsrichter: Florian Badstübner

Grundsolide Leistung des jüngsten Bundesliga-Schiedsrichters. Der 30-Jährige entschied nach Rücksprache mit seinem Videoassistenten zu Recht auf Strafstoß für die Bayern, nachdem Kübler Müller im Luft-Zweikampf auf den Fuß gestiegen war (26.). Auch beim aberkannten Gnabry-Treffer (51.) lag das Schiedsrichter-Gespann richtig. Ansonsten musste Badstübner in der insgesamt fair geführten Partie nur selten eingreifen.

Die Tabelle der Bundesliga

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München3394:425275
2.RB Leipzig3257:282964
3.Wolfsburg3257:322560
4.Borussia Dortmund3269:442558
5.Eintracht Frankfurt3366:521457
6.Bayer Leverkusen3352:361652
7.1. FC Union Berlin3348:42647
8.Borussia M'gladbach3360:54646
9.VfB Stuttgart3356:53345
10.SC Freiburg3351:49245
11.TSG Hoffenheim3350:53-340
12.FC Augsburg3334:49-1536
13.1. FSV Mainz 053235:51-1636
14.Hertha BSC3340:50-1035
15.Arminia Bielefeld3324:52-2832
16.Werder Bremen3334:53-1931
17.1. FC Köln3333:60-2730
18.Schalke 043325:85-6016
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