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Mainz 05 - FC Bayern 2:1: Meisterfeier vertagt! Erstklassige Mainzer fertigen pomadigen FCB ab

1. FSV Mainz 05, FC Bayern München
© Getty

Die Meisterfeier muss warten: Der FC Bayern hat eine vorzeitige Entscheidung im Bundesliga-Titelrennen verpasst. Bei einem in allen Belangen erstklassigen FSV Mainz 05 setzte es für die Mannschaft von Hansi Flick am 31. Spieltag eine verdiente 1:2-Niederlage. Hier gibt es die Highlights.

Ein frühes, durch David Alaba und Manuel Neuer verschuldetes Tor durch Jonathan Burkardt (3.) sowie ein Treffer von Robin Quaison (38.) kurz vor der Pause verdarben den Münchnern gehörig den Nachmittag. Der Anschlusstreffer von Robert Lewandowski in der Nachspielzeit (90.+4) kam zu spät.

"Wir haben uns viel mehr vorgenommen. Gerade was in der ersten Halbzeit passiert ist, war zu wenig von uns. So kannst du das Spiel nicht angehen und gewinnen. Wir haben uns zu wenige Möglichkeiten herausgespielt und wurden bei unseren Fehlern bestraft", sagte Kapitän Manuel Neuer. "In der ersten Halbzeit war das, was die Körpersprache angeht, zu wenig. Diese Niederlage trifft uns schwer."

Verfolger RB Leipzig kann mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (15.30 Uhr) auf sieben Punkte heranrücken. Bei einer Niederlage der Sachsen würde die Flick-Elf vor dem Fernseher Meister werden.

"Es ist mir egal, wann wir Meister werden. Ich muss erst einmal diese Niederlage heute verdauen", meinte Flick und fügte an: "Ich gehe schon davon aus, dass wir noch einen Sieg aus den letzten drei Spielen holen."

Mainz 05 - FC Bayern München: Die Analyse

Die Gastgeber aus Mainz wechselten im Vergleich zu dem 1:0-Auswärtssieg in Bremen unter der Woche auf fünf Positionen durch: Da Costa, Hack, Latza, Quaison und Burkardt starteten anstelle von Brosinicki, Bell, Kohr, Boetius und Szalai.

Bei den Münchnern kehrte Lewandowski nach mehrwöchiger Verletzungspause in die Startelf zurück. Sein Vertreter Choupo-Moting nahm dafür zunächst auf der Bank Platz. Coman durfte außerdem anstelle des zuletzt überragenden Musiala von Anfang an ran. Und rutschte Goretzka für Hernandez ins Team, wodurch Alaba vom defensiven Mittelfeld zurück ins Abwehrzentrum rückte.

Eine Umstellung, die sich sehr früh als sehr unglücklich erwies, denn Alaba servierte Burkardt den Ball nach einer Flanke per Kopf unfreiwillig auf dem Silbertablett. Der von der Sonne geblendete Neuer reagierte zu spät, der Mainzer Stürmer bedankte sich - 0:1 aus Sicht der Gäste.

Wer mit einer Bayern-typischen Reaktion rechnete, wurde enttäuscht. In Durchgang eins spielten nur die von Coach Svensson angetriebenen Nullfünfer, die der Flick-Elf mit aggressivem Offensivpressing und mutig vorgetragenen Angriffen das Leben erschwerten.

So schoss Mainz in der ersten Halbzeit viermal aufs Tor - mehr als alle vier vorherigen Gegner des Rekordmeisters - und kam folgerichtig durch ein Kopfballtor von Quaison noch vor dem Seitenwechsel zum verdienten 2:0 (38.).

Die Bayern hingegen wirkten müde, pomadig und uninspiriert. Einzig Lewandowski, der den Ball nach einer guten Viertelstunde über das Tor des beschäftigungslosen Mainzer Keepers Zentner ballerte, hatte so etwas wie den Hauch einer Chance. Flick reagierte nach der wohl schwächsten ersten Halbzeit in dieser Saison und brachte mit Nianzou, Musiala und Choupo-Moting drei frische Kräfte zum Wiederanpfiff.

Es wurde besser, die Bayern hatten mehr Spielanteile und gelangen auch deutlich häufiger ins letzte Drittel als im ersten Abschnitt. Doch die Bemühungen der Gäste waren nicht zwingend genug. Die Mainzer machten die Räume dicht, kämpften um jeden Zentimeter - und gingen, obwohl Lewandowski in der vierten Minute der Nachspielzeit noch den Anschlusstreffer erzielte, am Ende als verdienter Sieger vom Platz Mit dem Abstieg dürfte Svenssons Mannschaft nichts mehr zu tun haben.

Mainz 05 - FC Bayern München: Die Aufstellungen

Mainz: Zentner - St. Juste, Hack, Niakhate - da Costa (89. Brosinski), Latza, Barreiro (90. Kohr), Mwene - Quaison (67. Boetius) - Burkardt, Onisiwo (80. Glatzel)

Bayern: Neuer - Pavard, Boateng, Alaba (70. Gnabry), Davies - Kimmich, Goretzka (46. Nianzou) - Sane (46. Musiala), Müller, Coman (46. Choupo-Moting) - Lewandowski

Mainz 05 - FC Bayern München: Die Daten des Spiels

  • Tore: 1:0 Burkardt (3.), 2:0 Quaison (38.), 2:1 Lewandowski (90.+4)

  • Blitzschnell zur Stelle: Nur der BVB traf in dieser Saison früher gegen den FCB als Mainz (Minute 2 im März).
  • Starke Mainzer: Der FSV ist seit sieben Bundesliga-Spielen ungeschlagen (fünf Siege, zwei Remis), dies gelang den Nullfünfern zuletzt zwischen Mai und Oktober 2014 (damals neun Spiele). Kein Team ist in der Bundesliga aktuell so lange unbesiegt.
  • Müde Bayern: Das Mainzer Team spulte in den ersten 45 Minuten 59,8 Kilometer ab, die Flick-Elf fast vier Kilometer weniger (55,8 Kilometer).
  • Anfällige Bayern: Der FCB kassierte 40 Gegentore in den bisherigen 31 Saisonspielen, wie zuletzt vor 29 Jahren - 1991/92 waren es zum Vergleichszeitpunkt sogar 48 Gegentore und Bayern wurde am Saisonende Zehnter.

Der Star des Spiels: Jonathan Burkardt (FSV Mainz 05)

Überragende Leistung des 20 Jahre alten Mainzer Stürmers - nicht nur wegen seines frühen Tores. Burkardt erwies sich als ständiger Unruheherd für die Münchner Defensive, traute sich viele Dribblings zu und leitete so einige vielversprechende Angriffe der Hausherren ein.

Der Flop des Spiels: David Alaba (FC Bayern München)

Der Österreicher erwischte einen vollkommen gebrauchten Tag, indem er das Slapstick-Gegentor in der 3. Minute mit einleitete und auch beim zweiten Mainzer Treffer durch Quaison schlecht postiert war. Auch als Sechser in Durchgang zwei ohne gelungene Aktion. Flick wechselte Alaba nach 70 Minuten aus.

Der Schiedsrichter: Harm Osmers

Kein guter Auftritt des 36 Jahre alten Unparteiischen aus Bremen - vor allem aus Sicht der Mainzer, die sich nicht ganz zu Unrecht in Person von Trainer Svensson und Sportdirektor Schmidt mehrmals mit Sprüchen wie "Alter, das kannst du doch nicht pfeifen" beschwerten. Osmers klaute den Rheinhessen in der 9. Minute den Vorteil - Burkardt wäre allein auf Neuer losgelaufen - und stellte Goretzka nach wiederholtem Foulspiel in der 42. nicht mit Gelb-Rot vom Platz. In der zweiten Hälfte hatte der Referee das oft am Rande des Erlaubten geführte Geschehen auf dem Rasen etwas besser im Griff.

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