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Fussball

BVB - Borussia Mönchengladbach 3:0: BVB-Jungstars spielen Gladbach schwindlig: "Das war noch nicht das Maximum"

Routinier gratuliert der Dortmunder Boy-Band: Axel Witsel (li.) klatscht mit Giuseppe Reyna, Jadon Sancho und Jude Bellingham ab.
© Imago Images/Horstmüller

Die BVB-Boy-Band sorgt gleich für Furore: Borussia Dortmund hat dank der 17-jährigen Jude Bellingham und Giovanni Reyna und ihres Torjägers vom Dienst Erling Haaland das Duell gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach zum Auftakt der Bundesliga gewonnen.

Den Unterschied machten in einem insgesamt ausgeglichenen, taktisch und läuferisch hochklassigen Spiel die Dortmunder Jungstars Bellingham und Reyna, die das 1:0 gedankenschnell und technisch hochwertig vorbereiteten beziehungsweise vollendeten.

In der zweiten Halbzeit traf Torjäger Haaland per Elfmeter und nach einem Höchstgeschwindigkeitskonter zum 3:0-Endstand. Bellingham gelang in seinem ersten Bundesligaspiel so die erste Torbeteiligung, Reyna traf in seinem 16. Bundesligaspiel erstmals. "Das war ein schöner Start, aber wir waren noch weit weg vom Maximum. Wir haben viel Qualität drin, Marco Reus führen wir noch heran, Jule Brandt kommt von der Bank: Wenn wir das alles in die richtige Form bekommen, dann sind wir eine Top-Mannschaft", sagte Mats Hummels bei Sky.

BVB - Borussia Mönchengladbach: Die Analyse

BVB-Trainer Favre vertraute sofort auf Bellingham, der im Vierermittelfeld neben Witsel das Zentrum dichtmachen und für Kreativität nach vorne sorgen sollte. Rose bei Mönchengladbach schenkte Wolf das Vertrauen. Er stürmte in vorderster Linie. Die Stürmer Plea und Thuram saßen beide mit Trainingsrückstand zunächst auf der Bank. Das gleiche galt für Neuzugang Lazaro.

Ein Ballverlust Bellinghams in der Zentrale leitete in der fünften Minute die erste auffällige Aktion von Wolf ein - der Gladbacher verlor den Ball aber an Hazard, ehe es gefährlich werden konnte. Als der frühere Gladbacher Hazard nach 19 Minuten angeschlagen runter musste, ersetzte ihn Trainer Favre positionsgetreu duch Passlack.

Die beiden Mannschaften neutralisierten sich - womöglich auch, weil Rose die Dortmunder 3-4-3-Grundordnung praktisch gespiegelt hatte - somit zunächst weitgehend. Mal schoben die Dormunder ihre Pressinglinie nach vorne - und Gladbach reagierte. Dann versuchten es die Gladbacher mit etwas mehr Intensität und trafen auf vorbereitete Dortmunder.

Mannschaften neutralisieren sich lange

Bis zur ersten richtigen Torannhäherung der Dortmunder dauerte es fast 21 Minuten: Doch Haalands Kopfball war viel zu schwach und unplatziert, um Sommer in Schwierigkeiten zu bringen. Wenige Augenblicke später blieb Elvedi im Duell zweier körperlich spielender Akteure knapper Sieger vor Haaland und klärte zur Ecke. Die Gladbacher bis dahin noch ungefährlicher - einzig Stindl versuchte es in den ersten 25 Minuten einmal mehr alibimäßig per Kopf (16.). In der 32. Minute musste dann Bürki jedoch gleich zweimal hintereinander in höchster Not vor Hofmann retten.

Nun folgte der große Auftritt der neuen Dortmunder Boy-Group: Der BVB machte mit direkten Pässen das Spiel breit, Bellingham steckte gedankenschnell auf Reyna durch, der verwandelte technisch fein zum 1:0. In der 41. Minute beinahe das 2:0 durch den nächsten Jungstar: Sancho köpfte Cans butterzarte Flankenvorlage auf die Latte. In einer weiter insgesamt ausgeglichenen Partie hatten die Dortmunder nun - vor allem dank ihrer Jungstars - doch Übergewicht.

Haaland und Sancho diskutieren über Elfmeter

Nach der Pause machte Gladbach ein wenig die Deckung auf, Reyna fand sich nach einer Berührung Bensebainis im Strafraum auf dem Hosenboden wieder. Haaland verwandelte nach kurzer, freundschaftlicher und lächelnd geführter Diskussion mit Sancho den Elfmeter zum 2:0 (54.).

Reyna und Passlack vergaben daraufhin die frühzeitige, endgültige Entscheidung. Das Spiel wurde daraufhin etwas wilder, beide Mannschaften agierten taktisch nicht mehr so diszipliniert wie zuvor, richtig gefährlich wurde Gladbach aber nicht mehr.

Dafür zeigten die Dortmunder, dass auch die Klasse von 2020/2021 Kunst des Höchstgeschwindigkeitskonters noch beherrscht. Nach einem Gladbacher Eckball brachte Hummels den Ball schnell auf den superschnellen Sancho, der den Ball im haargenau richtigen Zeitpunkt auf den fast noch superschnelleren Haaland durchsteckte, der dann noch supercool vollendete (77.).

BVB - Borussia Mönchengladbach: Die Reaktionen bei Sky

Mats Hummels (Borussia Dortmund) über ...

... seinen Kopfball vor dem 3:0: "Ich löse das jetzt seit 13 Jahren so. Der Ball sollte schon da hin, aber ich dachte, dass ich dann selber vielleicht noch hinterher kommen würde. Aber was man sagen muss: Wenn Jadon Sancho den letzten Pass spielt, dann ist er auf den Punkt. Das ist eine große Qualität von ihm."

... das Spiel: "Es war ein ausgeglichenes Spiel, Gladbach hat uns wenig Räume gegeben, aber wir waren sehr ruhig, sind wenig ins Risiko gegangen, haben nur wenig den Kopf verloren. Wir wissen, dass wir mit unserer Qualität vorne immer für Tore git sind. Wussten, dass das eine zähe Nummer werden könnte, die bis zum Schluss spannend bleiben könnte."

... den BVB: "Die Mischung aus verschiedenen Typen, die Altersstruktur, der Traininsgeinsatz, die Professionalität: Da haben wir eine gute Balance im Kader und verschiedene Stärken, die wir auf den Platz bekommen können. Das war ein schöner Start, aber wir waren noch weit weg vom Maximum. Wir haben viel Qualität drin, Marco Reus führen wir noch heran, Jule Brandt kommt von der Bank: Wenn wir das alles in die richtige Form bekommen, dann sind wir eine Top-Mannschaft."

Giovanni Reyna (Borussia Dortmund) ...

... zum Spiel: "Es war ein guter Start in die Saison. Wir haben viele gute junge Spieler. Es war ein sehr aufregendes Spiel und es ist großartig, dass die Fans zurück sind. Obwohl nur knapp 10.000 da waren, hat es sich großartig angefühlt. Ein Tor zu erzielen und der Mannschaft zu helfen, macht es noch besser."

... zu den jungen BVB-Profis: "Es macht so viel Spaß mit den Jungs in meinem Alter - wie Jude, Jadon oder Erling. Das gibt viel Energie und viel Spannung. Es ist eine gute Truppe. Wir müssen aber weiterarbeiten. Ich war so aufgeregt, als ich gehört habe, dass Jude zu uns wechselt - als er da war noch mehr. Zwischen Erling und Jadon bis zu mir sind es ein paar Jahre Unterschied, und jetzt ist jemand in meinem Alter da. Er ist ein guter Junge. Wir scherzen viel und machen uns übereinander lustig."

Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es ist eine sehr unglückliche Niederlage für uns. 3:0 klingt natürlich deutlich. Da hast du wenig Argumente, am Ende war Dortmund, dort wo es richtig zur Sache geht, effektiver und klarer als wir. Ich fand es über zwei Halbzeiten auf Augenhöhe. Ich fühle, dass Dortmund viel effektiver gespielt hat als wir."

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) ...

... zur Arbeit mit den jungen Spielern: "Ich trainiere gerne mit jungen Spielern, aber auch mit den erfahrenen Spielern. Es war ein super Tor, das 3:0. Wir haben viele junge Spieler, und das hier war nur ein Spiel. Es ist schwer, dreimal pro Woche zu spielen. Wir müssen aufpassen. Sie sind schon sehr, sehr gut. Alle Mannschaften brauchen eine Mischung. Du kannst nicht nur mit jungen oder erfahrenen spielen."

... zum Spiel: "Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn wir 3:0 gewinnen. Aber wir müssen das Spiel analysieren. Wir haben ein paar sehr gute Sachen gemacht. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gladbach viele abwesende Spieler hatte. Gladbach hat gut gespielt, es war schwer heute."

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) ...

... zum Spiel: "Am Ende sieht es immer deutlich aus. Nach dem 3:0 plätschert so ein Spiel vor sich hin, dann kommt bei den Fans auch noch ein bisschen Schadenfreude auf. Dann fühlt es sich deutlicher an, als es war. In der ersten Halbzeit war es ein ganz ausgeglichenes Spiel, in der zweiten Halbzeit kriegen wir zwei blöde Konter. Wir können trotzdem einiges Gutes mitnehmen. Natürlich tut uns vorne auch ein bisschen Physis gut, die wir heute nicht hatten."

... zur Bilanz gegen Dortmund: "Wir haben viermal gegen Dortmund gespielt. Viermal hat es sich so angefühlt, als hätten wir was mitnehmen können - haben aber unter dem Strich keine Punkte. Das sagt auch etwas aus. Also fehlt wahrscheinlich in allen Bereich ein My."

BVB - Borussia Mönchengladbach: Die Aufstellungen

Borussia Dortmund: Bürki - Can, Hummels, Akanji - Meunier, Bellingham (67. Delaney), Witsel, Hazard (19. Passlack)- Reyna (78. Reus) - Sancho (78. Brandt), Haaland.

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Ginter, Elvedi, Bensebaini - Lainer, Neuhaus, Kramer, Hofmann, - Wolf (57. Thuram), Stindl (57. Plea), Wendt (69. Herrmann).

Die Daten des Spiels BVB gegen Borussia Mönchengladbach

  • Tore: 1:0: Reyna (35.), 2:0: Haaland (54./FE), 3:0 Haaland (77.)

  • Lucien Favre gewann als Trainer 8 seiner 9 Pflichtspiele gegen seinen ehemaligen Verein Gladbach (dazu ein 1-2 mit Hertha BSC in Mönchengladbach im August 2009).
  • Für Dortmund ist es der elfte Sieg in Serie im direkten Duell mit Gladbach. Für Gladbach ist das die längste Niederlagenserie gegen einen Bundesligisten, der BVB hatte im Oberhaus nur gegen Freiburg (12, 2010-17) eine längere Siegesserie.
  • Gladbach verliert erstmals seit 2015 zum Ligaauftakt - damals wie heute hieß der Gegner Borussia Dortmund.

Der Star des Spiels: Giovanni Reyna (BVB)

Ein Tor erzielt, das zweite herausgeholt: Allein das würde schon reichen für diese Rubrik. Doch dazu kommen eine lange Zeit perfekte Passquote des US-Boys sowohl in der eigenen, als auch gegnerischen Hälfte, brauchbare Sprints, butterzarte Zuspiele und gedankenschnelle Aktionen.

Der Flop des Spiels: Marco Rose (Gladbach)

Seine Idee, die BVB-Grundordnung zu spiegeln, war eigentlich sehr gut - und machte die Partie lange auch sehr ausgeglichen. Doch der Trainer verunsicherte in der zweiten Halbzeit seine Mannschaft, indem er die Deckung herunternehmen ließ und seine Spieler zu riskant agieren ließ. Brachte zudem die neuen Stürmer Plea und Thuram tendenziell etwas zu spät.

Der Schiedsrichter: Felix Brych

Hatte mit der weitgehend fair geführten Partie wenig Probleme. Als in der 37. Minute nach einem Dortmunder Foul kurz die Emotionen auf beiden Seiten hochzukochen drohten, ging er sofort resolut dazwischen und verhinderte so eine Rudelbildung. Entschied nach Bensebainis Foul an Reyna erst auf Weiterspielen, ließ sich vom Videoschiedsrichter aber zur Ansicht der Situation überreden und entschied dann korrekt auf Elfmeter.

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