Brych im Fokus: BVB besiegt TSG glücklich

Dr. Felix Brych stand mehrfach im Fokus
© Getty

Borussia Dortmund hat einen wichtigen Schritt in Richtung direkte Champions-League-Qualifikation gemacht. Am 32. Bundesliga-Spieltag siegte der BVB 2:1 (1:0) gegen den direkten Konkurrenten um Platz 3 TSG Hoffenheim. Dabei profitierte die Borussia allerdings von krassen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters Dr. Felix Brych.

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Vor 81.360 Zuschauern im Signal Iduna Park brachte Marco Reus den BVB früh in Führung (4.) - allerdings aus klarer Abseitsposition heraus. Nur zehn Minuten später verschoss Pierre-Emerick Aubameyang einen unberechtigten Elfmeter. Damit vergab er drei seiner letzten vier Strafstöße.

In der Schlussphase traf Aubameyang mit seinem 28. Saisontor dann aber doch noch (82.), ehe Andrej Kramaric Hoffenheim per Foulelfmeter noch einmal ran brachte (86.).

Durch den Sieg zog der BVB in der Tabelle an Hoffenheim (58) vorbei und belegt mit 60 Punkten nun Rang 3, der die direkte Champions-League-Qualifikation bedeuten würde.

Hoffenheim gewann damit keines der vergangenen neun Pflichtspiele gegen den BVB. Dortmund dagegen verlor keines der letzten 37 Liga-Heimspiele, das ist laufender Vereinsrekord und die längste Heimserie in den Top-5-Ligen Europas.

Gonzalo Castro sah seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison und fehlt dem BVB damit in der kommenden Woche in Augsburg.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim BVB gibt es im Vergleich zum 0:0 gegen Köln drei Änderungen in der Startelf: Piszczek, Guerreiro und Dembele beginnen für Pulisic, Kagawa (beide Bank) und Durm (Rückenprobleme).

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Bei der TSG gibt es im Vergleich zum 1:0-Sieg über Frankfurt eine Änderung: Uth beginnt für Amiri (Bank).

4., 1:0, Reus: Castro wird am Sechzehner angespielt und leitet die Kugel mit einem Kontakt direkt in den Lauf von Reus weiter, der vor Baumann erfolgreich abschließt. Schiri Brych und sein Assistent Stefan Lupp diskutieren eine Minute, dann steht fest: Der Treffer zählt! Fälschlicherweise, denn Reus stand beim Zuspiel von Castro deutlich im Abseits.

14.: Reus wird auf dem linken Flügel angespielt, versucht den Ball mit der linken Brust anzunehmen, spielt ihn aber klar mit dem Oberarm. Da lässt Brych weiterlaufen. Seine Hereingabe springt dann aber auch Kaderabek leicht an die Hand, Brych gibt Elfmeter! Aubameyang tritt an und schießt den Ball links am Tor vorbei!

56.: Demirbay setzt sich 25 Meter vor dem Tor auf dem rechten Flügel durch, zieht in die Mitte und haut einfach mal drauf. Bürki kann den strammen Schuss nur nach vorne abwehren, allerdings ohne Konsequenzen.

58.: Megachance Reus! Sokratis haut einen Freistoß von der Mittellinie ansatzlos in den Strafraum, wo Reus der TSG-Abwehr entlaufen ist. Aus der Drehung schließt Reus in vollem Lauf volley ab, Baumann rettet mit einem riesigen Reflex!

82., 2:0, Aubameyang: Piszczek flankt von rechts an den langen Pfosten, wo Guerreiro den Ball an den Pfosten drückt. Den Abpraller köpft Aubameyang ein.

86., 2:1, Kramaric (FE): Bei einer Flanke hält Ginter Wagner, der im Strafraum zu Boden geht. Brych gibt Elfmeter. Kramaric verwandelt sicher in die Mitte.

Fazit: Sehr glücklicher BVB-Sieg. Spielstärkere Hoffenheimer belohnten sich nicht für ihre Mühen, wurden von Brych vielmehr sogar benachteiligt. Der BVB ließ sich davon weniger beirren und brachte den Sieg über die Zeit.

Der Star des Spiels: Marcel Schmelzer. Behielt als einer von Wenigen die Ruhe und spulte auf seiner Seite eine ganz souveräne Leistung ab. Ohne Fehl und Tadel, wodurch für Hoffenheim über seine Seite kaum etwas ging.

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Der Flop des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang. Schlechte Körpersprache, keine Bindung zum Spiel, dazu der kläglich verschossene Elfmeter. Der Gabuner strahlte keinerlei Gefahr aus und war für die Hoffenheimer stets leicht aus dem Spiel zu nehmen. Daran änderte auch das Tor nichts.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych. Ganz schwache Partie des Schiedsrichtergespanns. Begann die Partie nach ausführlicher Diskussion mit seinem Assistenten Stefan Lupp mit einer klaren Fehlentscheidung, die zum 1:0 führte. Lupp hatte dabei einen sehr guten Blickwinkel auf die Aktion, zumal er im Schatten stand und nicht - wie etwa Brych selbst - in die Sonne blickte. Auch für die Gelbe Karte für Reus brauchte es eine Rücksprache mit Lupp, diesmal allerdings mit richtiger Konsequenz. Es ging wild weiter: Vor dem Elfmeter erkannte Brych Reus' Handspiel fälschlicherweise nicht, gab dann aber den Strafstoß für die Borussia, der zumindest strittig war. Sokratis' krasses Zerren an Wagners Trikot vor der Pause hätte durchaus einen Elfmeter nach sich ziehen können, wirkte in Anbetracht der vorherigen Entscheidungen aber zumindest vertretbar. Castros Gelbe Karte vor der Pause war jedoch erneut fragwürdig. Nach der Pause taten die Spieler ihm den Gefallen, weniger kritische Situationen zu produzieren, sodass der insgesamt unsichere Brych die Partie ohne weitere Patzer über die Runden bringen konnte. Der Elfmeter für Hoffenheim ging in Ordnung, allerdings war Sokratis' Zerren vor der Pause deutlich heftiger gewesen.

Das fiel auf:

  • Hoffenheims Plan sah es vor, im variablen 3-1-4-2 erst einmal kompakt zu stehen und nach Ballgewinn den BVB in hohem Tempo über die Außen zu überlaufen. Durch das frühe Gegentor wurde das Vorhaben aber über den Haufen geworden.
  • Angestachelt vom ebenfalls strittigen Elfmeter, rückte Nagelsmanns Elf in der Folge deutlich weiter raus und bespielte die Dortmunder schon etwa 15 Meter in deren Hälfte. Beide Mannschaften agierten aggressiv in den Zweikämpfen, sodass ein sehr zerfahrenes Spiel mit vielen Ballverlusten und noch mehr Fouls und Spielunterbrechungen entstand.
  • Hoffenheim riss das Spiel an sich und erarbeitete sich als aktivere Mannschaft das Plus an Ballbesitz (54,6 Prozent), allerdings stand der BVB defensiv kompakt und offenbarte kaum Räume. Beim BVB dagegen ging nur dann war, wenn durch hohe Verlagerungen auf die Flügel gespielt wurde. Aubameyang war überhaupt nicht eingebunden. Nach 35 Minuten kam er auf vier Ballberührungen, wovon je eine der Anstoß und der verschossene Elfmeter waren.
  • Mit zunehmender Spieldauer ließ der BVB die TSG immer mehr gewähren. Die Gäste drückten die Borussia weit in ihre Hälfte (68 Prozent Ballbesitz nach der Pause), kamen aber zu selten in gute Abschlusspositionen. Der BVB beschränkte sich aufs Kontern. Vor allem Aubameyang und Dembele spielten diese Situationen aber häufig schlampig zu Ende.
  • Dortmunds 2:0 fiel überraschend, Hoffenheims direkter Anschluss kam dennoch zu spät. Nagelsmanns Truppe fand zu spät Mittel, wirklich in die Gefahrenzonen zu kommen.

Dortmund - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel