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Fussball

FC Bayern München gesteht Fehler bei Katar-Thematik in Mitgliederschreiben ein

Von Ulli Ludwig
Der FC Bayern München hat sich in einem Schreiben an seine Mitglieder gerichtet und dabei Stellung zu den Geschehnissen auf der Jahreshauptversammlung bezogen.
© getty

Der FC Bayern München hat sich in einem Schreiben an seine Mitglieder gerichtet und dabei Stellung zu den Geschehnissen auf der Jahreshauptversammlung bezogen. Im Umgang mit der Katar-Thematik gestand die Klubführung eigene Fehler ein.

"Uns allen war bewusst, dass sich beim Thema Katar einiges aufgestaut hatte. Wir bitten allerdings nochmals um Verständnis, dass wir an diesem Abend nicht über einen Antrag abstimmen konnten", hieß es in dem Schreiben des Rekordmeisters, der außerdem versicherte, den Diskurs mit den eigenen Mitglieder zu intensivieren. "Wir wollen miteinander einen Weg finden", teilte das Präsidium des FCB mit.

Am vergangenen Donnerstag wurde die Führungsspitze des FCB um Präsident Herbert Hainer von den anwesenden Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung verbal scharf attackiert. Es kam zu tumultartigen Zuständen, "Hainer raus"-Rufen und entsetzten Äußerungen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß ("Schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe").

Auslöser der Ereignisse war ein von FCB-Mitglied Michael Ott eingereichter Antrag, über die Fortsetzung des besonders in Fan- und Ultra-Kreisen kritisierten Qatar-Airways-Sponsorings abzustimmen, das 2023 ausläuft.

Nachdem der FCB sämtliche Fristen hatte verstreichen lassen, den Antrag auf die Tagesordnung zu setzen, ging Ott den Weg über die Justiz. Seine Klage wurde jedoch zweimal vom Amtsgericht und Landgericht München abgewiesen, weshalb sich die Bayern-Verantwortlichen im Recht sahen, den Punkt nicht für die JHV aufzunehmen. Am Ende brach Hainer die Versammlung unter lautem Protest ab, bevor die letzten angemeldeten Wortmeldungen von Mitgliedern vorgetragen werden konnten.

FC Bayern räumt Fehler in Handhabung der Katar-Thematik ein

In der Handhabung der Thematik räumte die Klubführung nun gegenüber den Mitgliedern ein, "sicher nicht alles richtig gemacht" zu haben und versicherte, mit jenen Mitgliedern Kontakt aufgenommen zu haben, "deren Wortmeldungen nicht mehr berücksichtigt wurden".

Dies hatte beispielsweise Ott, Initiator des Katar-Antrags, bereits via Twitter bestätigt und von einem Anruf von Präsident Hainer berichtet. "Wir haben uns kurz über die JHV ausgetauscht und sind so verblieben, dass wir ein persönliches Gespräch zu Katar und der JHV führen werden." Wann dieses Gespräch stattfinden werde, stehe noch nicht fest. "Was aber feststeht, ist, dass der Konflikt gelöst werden muss", schrieb Ott.

In dem Schreiben der Klubführung am Mittwoch hieß es außerdem, dass erste Entscheidungen "zur Verbesserung des Dialogs mit unseren Mitgliedern getroffen" worden seien. Schließlich wolle man sich nun auf das gemeinsame Ziel besinnen, den Klub einerseits "zum erfolgreichsten Fußballverein der Welt" zu machen und gleichzeitig Unabhängigkeit zu bewahren. Dafür müsse man aber auch global denken: "Dazu gehört genauso, dass wir unsere FC-Bayern-Identität, unsere Werte und unsere Haltung hinaus in die Welt tragen."

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