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NBA

NBA: Trade benötigt! Diese Spieler sind bei ihren derzeitigen Teams verschenkt

Von Robert Arndt
Eric Gordon könnte vielen Playoff-Teams helfen.

Am 15. Dezember beginnt inoffiziell die Trade-Saison. Dann können auch Spieler getradet werden, welche im Sommer neue Verträge unterschrieben. Wir haben zu diesem Anlass eine "Starting Five" aus den Spielern gebildet, die einen Trade dringend gebrauchen könnten.

Bei jungen Spielern heißt es oft, dass es entscheidend sei, in welche Situation diese Youngster im frühen Stadium ihrer Karriere geraten. Das ist oft richtig, gleichzeitig gilt das aber auch für erfahrenere Spieler, deren Dienste bei dem einem Team womöglich nicht so sehr benötigt werden wie bei einem anderen.

Wir haben eine Starting Five von Spielern aufgestellt, denen eine Veränderung gut tun würde.

POINT GUARD: Payton Pritchard (Boston Celtics)

Die Tiefe der Celtics im Backcourt ist schlichtweg beeindruckend. Marcus Smart, Derrick White, Malcolm Brogdon - sie alle sind überdurchschnittliche Akteure für die Eins, wodurch Pritchard nur im Falle von Verletzungen Rotationsminuten sieht. Noch im Vorjahr machten die guten Leistungen des 24-Jährigen die Dienste von Dennis Schröder obsolet, nun hat es ihn selbst getroffen.

Dabei macht Pritchard seine Sache, wenn er denn darf, mehr als ordentlich. 37 Prozent von Downtown liegen zwar unter seinem Karriereschnitt, dennoch gewinnen die Celtics auch die Minuten mit Pritchard auf dem Feld (+1,2 ohne Garbage Time). Boston findet jedoch keinen Platz in der Rotation für den kleinen Guard, der aber durchaus seinen Wert in der Liga haben sollte.

Pritchard kassiert in dieser Saison nur 2 Millionen Dollar und hat sogar noch ein weiteres Jahr Vertrag. Womöglich könnte Pritchard noch ein wertvoller Trade-Chip werden, um einen weiteren Big für die Rotation zu gewinnen. Luke Kornet zeigt zwar überraschend gute Vorstellungen, doch ein kleines Upgrade könnte hier nicht schaden. Und Pritchard selbst? Der sollte einem guten Team durchaus solide Backup-Minuten liefern. Das stellte er schließlich auch schon in den NBA Finals unter Beweis.

SHOOTING GUARD: Eric Gordon (Houston Rockets)

Wird es jemals passieren? Seit dem Trade von James Harden scheint ein Deal für Gordon unumgänglich und doch ist er knapp 24 Monate später noch immer ein Spieler der Texaner. Der Guard äußerte im November auch öffentlich, dass er mit seiner Situation in Houston nicht zufrieden sei.

"Es ist seit Jahren das Gleiche. So eine Saison ist lang und wenn man schon zu Beginn so viele Niederlagen ansammelt, dann ist das noch einmal ärgerlicher." Berichten zufolge wollen die Rockets einen Erstrundenpick für den bald 34-Jährigen, doch in Verbindung mit dessen Vertrag gestaltet sich die Suche anscheinend schwierig. 19,6 Millionen Dollar streicht EG in dieser Spielzeit ein, das letzte Jahr ist nicht garantiert (Ausnahme: sein Team gewinnt die Meisterschaft).

Doch wie viel hat Gordon noch im Tank? Seine Produktion ist in Houston zurückgegangen, doch auch im hohen Alter ist Gordon mit seiner Physis ein fähiger Switch-Verteidiger, der dazu weiter einen Ruf als brandgefährlicher Shooter besitzt. Dazu haben seit 2016 nur sechs Spieler mehr "30-footer", also extra-tiefe Würfe versenkt als Gordon - und das bei einer soliden Quote von 36 Prozent.

Vor allem für Contender (zum Beispiel Phoenix) sollte dies interessant sein, aber knapp 20 Millionen sind eben auch kein Pappenstiel. Dennoch ist es wahrscheinlicher denn je, dass Gordon noch vor der Deadline diesmal wirklich verschifft wird.

SMALL FORWARD: Kyle Kuzma (Washington Wizards)

Kuzma spielt eine ziemlich gute Saison in Washington, mitkriegen tut es aber kaum jemand?! Die Wizards sind auch mit guten Vorstellungen von Kuzma oder Kristaps Porzingis nicht mehr als nur Mittelmaß. Dabei befindet sich Kuzma mit 27 Jahren in seiner Prime und dürfte zahlreichen Playoff-Teams mehr helfen, als er das in Washington tut.

13 Millionen Dollar kassiert Kuzma noch in dieser Saison, anschließend kann er aus seinem Vertrag aussteigen (Hier gibt es die besten 15 Free Agents für 2023). Das wird er tun, schließlich dürfte er auf dem freien Markt deutlich bessere Konditionen aufrufen. Im Sommer gab es Berichte, dass die Wizards und Kuzma über eine vorzeitige Verlängerung verhandelten. Es überraschte jedoch nicht, dass es zu keiner Einigung kam.

Denn: Die Wizards können gemäß des CBAs nur 70 Millionen für vier Jahre bzw. 50,5 Millionen Dollar für drei Jahre anbieten. Das wird zu wenig sein. Stattdessen wird Kuzma im Sommer Free Agent und womöglich ist es im Interesse der Wizards, daraus zur Trade Deadline noch Kapital zu schlagen.

Flügelspieler, die scoren, werfen und verteidigen können, sind stets gefragt, erst recht solche mit einem team-freundlichen Deal wie dem von Kuzma. Die Wizards operieren jedoch nicht wie die meisten Teams. Sollte man noch im Februar voll im Playoff-Rennen sein, spricht vieles für einen Verbleib von Kuzma bis Sommer.

POWER FORWARD: John Collins (Atlanta Hawks)

Man mag es kaum glauben, doch in der Rookie-Saison von Trae Young war Collins der beste Scorer der Hawks. In Atlanta glaubte man das Duo der Zukunft gefunden zu haben, doch keine vier Jahre später nimmt der Forward nicht einmal mehr zehn Würfe pro Partie. Mehrfach gab es Berichte, dass sich Collins mit dem Point Guard nicht wirklich verstehe, dennoch zogen die Hawks nie die Reißleine.

Seit nunmehr drei Jahren gibt es bereits Gerüchte um einen Collins-Trade, zwischenzeitlich unterzeichnete der 25-Jährige einen neuen Fünfjahresvertrag über 125 Millionen Dollar, der ihn bis 2026 bindet (25/26 ist eine Spieler-Option). Die Gerüchte halten sich hartnäckig und nach einem weiteren mittelmäßigen Start in die Saison könnte es in dieser Spielzeit tatsächlich soweit sein.

Durch den Trade für Dejounte Murray haben die Hawks einen weiteren Ballhandler ins Team gebracht, wodurch Collins noch weniger Touches erhält und so zu einem überbezahlten Rollenspieler macht. Collins kann werfen, seine größte Stärke bleibt aber sein Abschluss aus dem Pick'n'Roll. Dieses wird in Atlanta aber kaum gelaufen, weil die Hawks mit Clint Capela und Onyeka Okongwu stets einen Non-Shooting-Big auf dem Feld haben.

So sollte sich jedes Team für Collins interessieren, das auf der Fünf über Shooting verfügt. Die Playoffs 2021 haben zudem gezeigt, dass Collins defensiv große Fortschritte gemacht hat und auch dort eine vernünftige Rolle spielen könnte.

CENTER: James Wiseman (Golden State Warriors)

Ob Wiseman jemals ein vernünftiger NBA-Spieler werden wird? Wir wissen es nicht, bei den Warriors wird der Center wohl nicht mehr die Chance bekommen, das zu beweisen. Wiseman, der nur drei College-Spiele machte und sein zweites NBA-Jahr komplett verpasste, braucht Einsatzzeiten, um sich zu entwickeln. Diese Geduld haben die Warriors bei ihrem Streben nach dem fünften Titel seit 2015 nicht.

Zuletzt schickten die Dubs den Big Man wieder in die G-League, wo er aber auch nicht überzeugen konnte. So schenkte zum Beispiel ein Zweitrundenpick der Kings, der Portugiese Neemias Queta, seinem direkten Gegenspieler Wiseman 38 Punkte und 18 Rebounds bei. So etwas sollte einem NBA-Prospect nicht passieren, erst recht aber keinem früheren Nr.2-Pick.

Der Trade-Wert für Wiseman ist so komplett im Keller, was es für Golden State schwierig macht, einen geeigneten Rotationsspieler im Gegenzug zu finden. Teams wie San Antonio, Orlando, Houston oder Charlotte könnten mögliche Kandidaten sein, die mal einen Blick auf Wiseman riskieren.

Die große Frage bliebt, welche Rolle Wiseman in einem Team übernehmen würde. Der Center versteht sich vor allem als Scorer, der für sich selbst kreieren kann. Bisher hatte er damit aber wenig Erfolg und zeigte auch defensiv teils eklatante Schwächen. Es ist also keine Garantie, dass Wiseman in einem anderen System besser spielen würde, doch wie viel schlechter kann es denn überhaupt werden?

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