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NBA

NBA Finals: Wie Chris Paul die beste Defense der Playoffs bloßstellte und die Suns zum Sieg führte

Chris Paul war der überragende Spieler zum Auftakt der Finals.

Chris Paul hat mit 36 Jahren in seinem Finals-Debüt die Phoenix Suns mit einer famosen Vorstellung zum Sieg geführt. Der Point God nutzte dabei die Schwächen der Bucks-Defense gnadenlos aus, da half auch das überraschende Comeback von Giannis Antetokounmpo wenig für Milwaukee.

Es ist genau das eingetreten, was aus Sicht eines Bucks-Fans befürchtet werden musste. Giannis Antetokounmpo meldete sich etwas überraschend vor Spiel 1 fit, dies änderte aber nichts an den strukturellen Schwächen der Bucks-Defense gegen Phoenix.

Ja, Milwaukee stellte vor dieser Partie die beste Verteidigung dieser Postseason, allerdings konnte bisher auch kein Team die Schwachpunkte der Budenholzer-Truppe so gnadenlos aufdecken, wie es die Suns taten. Milwaukee ist stark im Beschützen des Rings, verhindert Eckendreier, lässt in der Mitteldistanz aber bewusst viel zu. Brooklyn hätte die Mittel in den Conference Semifinals gehabt, um dies auszunutzen, mit Kyrie Irving und James Harden verpassten die beiden Star-Guards jedoch große Teile der Serie.

Phoenix hatte hingegen seinen All-Star-Backcourt zur Verfügung und bestrafte Milwaukee gnadenlos mit Sprungwürfen aus der Mitteldistanz und auch von Downtown. Alleine Chris Paul erzielte 26 seiner 32 Zähler durch Jumper, darunter vier Dreier, drei lange Zweier und vier kurze Sprungwürfe.

Chris Paul: Nicht mehr als Trainingswürfe

Fünfmal war dabei Center Brook Lopez das Opfer, der sich so sehr strecken konnte, wie er wollte - wirklich beeinflussen konnte Pauls Wurf nicht. Milwaukee begann die Partie mit dem bewährten Switchen, was zunächst auch einigermaßen funktionierte. Paul vergab seine ersten vier Würfe, danach versenkte er aber 12/15 aus dem Feld.

"Wir wollten Chris einfach nur Platz verschaffen, damit er die Offense orchestrieren kann", erklärte Suns-Coach Monty Williams den simplen Game Plan. "Er hat die richtigen Entscheidungen getroffen. Sie haben viel geswitcht, wir hätten eigentlich noch schneller spielen müssen, aber Chris hat seine Würfe einfach getroffen."

So einfach kann es manchmal sein. Gute Offense schlägt eben meist gute Defense. Paul verbuchte allein im dritten Viertel 16 Zähler (6/7 FG, 3/3 Dreier) und verteilte weitere 2 Assists, der Vorsprung wuchs von 8 auf zwischenzeitlich 20 Punkte an. Die Bucks waren chancenlos, auch wenn der sonst oft als stur verschriene Budenholzer mehrmals seine Defense umstellte. Mal war es konsequentes Switchen, dann Drop Coverage, mal wurde erst ganz spät geswitcht, mal wurden die Matchups verändert.

Es spielte keine Rolle. Paul zerstörte Lopez nach Switches, das beste Beispiel war der verwandelte Dreier inklusive Flagrant Foul, als der Bucks-Center Paul nicht richtig landen ließ. Es war meist das gleiche Spiel: Deandre Ayton setzte den Block, CP3 navigierte um diesen herum, stoppte auf Höhe der Freiwurflinie ab und versenkte im leichten Fallen seine Jumper, die für Paul nicht mehr als Trainingswürfe sind.

Chris Paul lässt Bucks ratlos zurück

Lopez konnte einem dabei fast schon leidtun. Auf ihn war der Fokus gerichtet, dabei machte er seine Sache nicht schlecht und verbuchte in 24 Minuten 17 Punkte. Dank ihm waren die Bucks zur Pause nur mit 8 hinten, doch Paul spielte den Big Man im dritten Viertel mit seinem Shot Making vom Feld.

"Sein Pick'n'Roll ist schwer zu verteidigen", stöhnte Budenholzer ob der Dominanz von Paul mit diesem einfachen Play. "Wir werden uns das jetzt anschauen und nach Ideen suchen, wie wir seinen Rhythmus etwas brechen können, und dass er nicht immer so einfach zu seinen Lieblingsspots kommt."

Das ist leichter gesagt als getan, denn Lopez alleine war nicht das Problem. Auch im Schlussabschnitt fand Paul passende Matchups, dann eher in Isolation wie zum Beispiel gegen Pat Connaughton, der als Reservist immerhin 28 Minuten spielte. Die Bucks spielten die kompletten letzten zwölf Minuten mit Giannis auf der Fünf, in dieser Phase sah die Defense der Gäste deutlich besser aus.

"Mit diesen Lineups sahen wir meist sehr gut aus, wir werden sehen, ob wir das nun häufiger probieren", kündigte Budenholzer, der aber auch angab, dass er auch andere Kombinationen in Betracht ziehen werde. Das würde aber auch mehr Minuten für den Griechen nach sich ziehen, der trotz seiner vorangegangenen Knieverletzung über 35 Minuten auf dem Court stand.

Chris Paul: Die anderen kommen nicht zu kurz

Die knapp 13 Minuten ohne den zweifachen MVP verloren die Bucks mit 14, Antetokounmpo hatte letztlich sogar ein positives Plus-Minus-Rating (+1), obwohl er mit 20 Punkten bei nur 11 Würfen (12 Freiwürfe) und 17 Rebounds schon saftigere Statlines aufgelegt hatte. Phoenix machte es Giannis enorm schwer, die sonst so scheinbar leichten Punkte zu erzielen.

Mal schubste er Jae Crowder einfach zur Seite, mal zog er gewissenlos zum Korb, das waren aber Ausnahmen gegen die starken Individualverteidiger der Gastgeber in Deandre Ayton, Cameron Johnson oder eben Crowder. Diese Stabilität fehlte Milwaukee, auch wenn sie Phoenix bei soliden 47 Prozent aus dem Feld hielten.

Es war eben nicht nur Paul, der den Bucks wehtat, da war auch Devin Booker, der vor allem zu Beginn beherzt den Korb attackierte und Khris Middleton, einen soliden Verteidiger, einige Male überraschend schlecht aussehen ließ. Dazu marschierte der Shooting Guard zehnmal an die Linie und kam so trotz sieben Fahrkarten von Downtown noch auf 27 Zähler.

"So spielen wir als Team, wir müssen uns nicht nur auf einen Spieler verlassen", sagte Paul nach der Partie über den Umstand, dass trotz seiner 32 Punkte gleich sechs Spieler auf eine zweistellige Ausbeute kamen. "Wir spielen zusammen, binden alle ein und versuchen so, unsere Spiele zu gewinnen."

Chris Paul und die Suns: Wie ein Schweizer Uhrwerk

Die Schlagzeilen dominierte CP3 dennoch, neidisch war deswegen keiner. Auch nicht Ayton, der nicht weniger glänzte und haarscharf an einem 20-20-Spiel vorbeischrammte, weil ihm Paul 5 Sekunden vor dem Ende den Ball aus den Händen tippte. "Book hat ihn deswegen angeschnauzt, aber mir war es egal", sagte Ayton dazu und stellte erneut den Teamerfolg in den Vordergrund.

Und das war es auch - ein Teamerfolg. Phoenix stellte genau das zur Schau, was vor der Serie als Vorteil für die Suns angesehen wurde. Sie bestraften die Bucks aus der Mitteldistanz, waren traumwandlerisch sicher von der Freiwurflinie (25/26 FT - shame on you, Jae Crowder!) und waren schlichtweg das tiefere Team - mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks.

Von einer Vorentscheidung zu sprechen ist dennoch viel zu früh, es gibt durchaus Optionen, wie die Bucks in diese Serie zurückkehren können. Für den Moment gehört die Bühne aber den "Fellas" um Booker, Ayton und dem einmal mehr magischen Chris Paul.

NBA Finals: Die Serie im Überblick - Stand: 1-0

Spi#elDatumUhrzeitHeimAuswärtsResultat/TV
17. Juli3 UhrSunsBucks118:105
29. Juli3 UhrSunsBucksDAZN
312. Juli2 UhrBucksSunsDAZN
415. Juli3 UhrBucksSunsDAZN
5*18. Juli3 UhrSunsBucksDAZN
6*21. Juli3 UhrBucksSunsDAZN
7*23. Juli3 UhrSunsBucksDAZN

*falls erforderlich

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