Cookie-Einstellungen
NBA

NBA - Rookie Watch: Die Magie von LaMelo Ball im Check und die Top-10

LaMelo Ball ist der Top-Favorit auf den Award des Rookie of the Year.

Gut ein Drittel der Saison ist schon wieder vorbei - und im Kampf um den besten Rookie des Jahres bahnt sich ein spannendes Duell an. In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns vor allem mit LaMelo Ball und erklären, warum er bislang doch besser als erwartet ist. Dazu würdigen wir Immanuel Quickley und schenken der Defense von Jae'Sean Tate etwas Liebe. Die Rookie Watch!

Seid ehrlich zu Euch selbst: Wie viele Spiele der Charlotte Hornets habt Ihr in der vergangenen Saison gesehen? Waren es viel mehr, als noch Kemba Walker die Fäden in der Queen City zog? So oder so: Charlotte war seit der neuerlichen Gründung der damaligen Bobcats eine graue Maus - seit dieser Spielzeit zählen die Hornets hingegen zu den aufregendsten Teams der Liga.

Gordon Hayward spielt eine Saison auf All-Star-Niveau, doch der Hauptgrund, warum die Hornets wieder Spaß machen, ist im Backcourt zu verorten und hört auf den Namen LaMelo Ball. Nach einem etwas holprigen Start ist der jüngste Big Baller angekommen. Ein 20-Punkte-Spiel, ein Triple-Double, ein 34-Punkte-Spiel, sieben verwandelte Dreier - es scheint so, als würde sich Ball Partie für Partie steigern.

Die Zahlen dahinter sind auch alles andere als leer. Im Gegensatz zu Jungstars wie Luka Doncic oder Trae Young hält er nicht die ganze Zeit den Ball in der Hand, stattdessen teilt er sich mit Hayward und Terry Rozier das Playmaking und das klappt recht gut. Seit der Verletzung von Devonte' Graham und der Installation von Ball in die Starting Five erzielen die Hornets auf 100 Ballbesitze normiert 10 Zähler mehr als ihre Gegner.

LaMelo Ball: Der It-Faktor für die graue Maus

Ball macht es mit seiner Spielweise seinen Mitspielern leicht. Das beginnt schon in der eigenen Hälfte. Der 19-Jährige ist so gedankenschnell, dass er schon beim Rebound weiß, wohin der Ball gehen soll. So verzeichnete Ball bisher zahlreiche Touchdown-Pässe, vornehmlich für Miles Bridges, mit dem die Chemie bereits jetzt ausgezeichnet ist.

In gefühlt jedem Spiel ist ein Alley-Oop zum Forward dabei, in Wahrheit sind es aber bisher nur 10. Von knapp 100 Field Goals von Bridges bereitete Ball bereits 26 vor. Mit ihm stoppt der Spalding selten, alles geschieht im Fluss der Offense. Mit zwei Metern Körpergröße schaut er über die meisten Verteidiger hinweg und sieht Dinge, die viele andere Point Guards nicht sehen (können).

Hinzu kommt sein Flair, die Möglichkeit, jeden Moment eine besondere Aktion zu verpassen. Natürlich gelingt nicht alles und es kommt zu einigen ärgerlichen Ballverlusten, doch gemessen an seiner Spielzeit ist er hier schon deutlich besser geworden.

Balls Passspiel war indes schon vor dem Draft über jeden Zweifel erhaben, viel überraschender ist, dass sein Scoring nicht so ineffizient wie befürchtet ist. Ein wichtiger Schritt ist, dass Ball weniger unmotivierte tiefe Dreier als in Australien nimmt.

Hin und wieder streut er einen schlechten Versuch ein, aber es hält sich in Grenzen und hilft seiner Dreierquote von 36 Prozent. Kann er dies annähernd halten, werden Verteidiger ihn auch in Zukunft respektieren müssen.

LaMelo Ball: Seine Statistiken als Starter

SpieleMinutenPunkteFG%3P%ReboundsAssists
633,321,745,248,85,36,3

LaMelo Ball und Coach Borrego: Zuckerbrot und Peitsche

Das öffnet bekanntlich andere Wege, vornehmlich die zum Korb. LaMelo ist kein großartiger Athlet und besitzt auch keinen überdurchschnittlichen ersten Schritt, doch mit seinen Fakes (hier gleich drei in zwei Sekunden, auf die auch ein Rudy Gobert reinfällt) gelangt er häufiger als gedacht in Ringnähe (41 Prozent seiner Abschlüsse sind dort laut Cleaning the Glass). Hier trifft er etwas mehr als die Hälfte, ebenfalls ein Wert, mit dem man leben kann.

Selbst die Defense ist nicht so verheerend wie befürchtet, auch wenn Ball manchmal völlig die Orientierung verliert. Mit seiner Nase für Steals und seinen schnellen Händen steuert er zumindest einen kleinen Teil Defensiv-Arbeit bei.

Mit James Borrego hat Ball zudem einen Coach, der ihn an der kurzen Leine hält. Nach 5 Ballverlusten in 16 Minuten gab es überraschend deutliche Worte vom Coach: "Das reicht bei mir nicht", sagte Borrego. "Wenn du offensiv so spielst, dann solltest du dir wenigstens in der Defense den Arsch aufreißen."

Exakt zwei Wochen später blieb Ball dann erstmals ohne Ballverlust - in 40 Minuten, in denen er 34 Punkte und 8 Assists auflegte.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung