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NBA: Dennis Schröder und sein Start bei den Los Angeles Lakers - Wie die Faust auf dem Auge

Dennis Schröder hat bei den Los Angeles Lakers einen vielversprechenden Start hingelegt.
© twitter.com/Lakers

Dennis Schröder hat bei den Los Angeles Lakers einen vielversprechenden Start hingelegt. Die Kombination des deutschen Nationalspielers mit LeBron James und Anthony Davis hat jede Menge Potenzial - auch über diese Spielzeit hinaus.

Nach zwei Wochen in der neuen Saison befindet sich die gesamte Liga noch in der Findungsphase. Die Lakers machen da keine Ausnahme, auch wenn der amtierende Meister mit 5-2 erneut stark gestartet ist und derzeit gemeinsam mit den Clippers und Suns an der Spitze seiner Conference rangiert. Alles stimmt trotzdem noch nicht, vor allem ist Anthony Davis für seine Verhältnisse noch nicht wirklich in der Saison angekommen.

Dazu gibt es bekanntlich einige neue Gesichter, die ins Team eingegliedert werden müssen - darunter Dennis Schröder. Die Integration des deutschen Nationalspielers allerdings ist bisher äußerst reibungslos verlaufen, sieht man von der Tatsache ab, dass Schröder vor Saisonstart anscheinend eine vorzeitige Vertragsverlängerung ablehnte.

"Natürlich würde ich es lieben, hier zu verlängern, aber es muss für beide Seiten fair sein. Das ist alles, was ich dazu sage", kommentierte Schröder den Bericht, dass die angebotenen zwei Jahre und 33,4 Millionen Dollar ihm nicht ausreichten. Doch was nicht ist, kann ja noch werden: Bis zum Februar können die Lakers ihr Angebot nachbessern, die Gespräche dauern wohl an.

Und in der Zwischenzeit gibt Schröder den Lakers ziemlich genau das, was sie sich erhofft hatten, als sie in der Offseason für ihn getradet haben - und dabei ist seine bestmögliche Rolle womöglich noch gar nicht gefunden.

Dennis Schröder ist die neue Nummer 3 bei den Lakers

Schröder hat sich bisher sowohl bei den Minuten (30,4) als auch bei den Punkten (16,3) hinter den beiden Superstars LeBron James und Davis eingereiht. Nach James spielt er die zweitmeisten Assists (4,9), ist häufig derjenige, der die Offensive anleiten soll, wenn der nun 36-Jährige auf die Bank geht. Die besten Resultate haben Schröder und LeBron bisher allerdings zusammen eingefahren.

20,3 Minuten pro Spiel stehen beide bisher gemeinsam auf dem Court, in dieser Zeit fegen die Lakers ihre Gegner mit +23,1 Punkten pro 100 Ballbesitzen aus der Halle.

Die Offense profitiert sehr davon, dass in diesem Lineup zwei dynamische Playmaker (sowie in Davis ein überragender Play-Finisher) auf dem Court stehen, obwohl Schröder und LeBron sich teilweise regelrecht abwechseln - so hat LeBron beispielsweise bisher erst ein einziges Field Goal Schröders vorbereitet.

Dennis Schröder findet sich bei den Lakers gut ein

Dieser ist aber bekanntlich ohnehin sehr gut darin, sich selbst Punkte zu erarbeiten. Der 27-Jährige forciert nichts Unnötiges, nimmt aber die Abschlüsse, die er nehmen soll, mit dem richtigen Selbstverständnis. Schröders Schnelligkeit auf dem Weg zum Korb ist eine Komponente, die den Lakers in der vergangenen Saison noch nahezu vollständig abging.

Sein Distanzwurf fällt bisher nicht ganz auf dem Level der Vorsaison, aber gut genug. Momentan gehören die Lakers, als Champion noch ein schlechtes Shooting-Team, sogar zu den drei besten Teams in Sachen Dreierquote (40,6 Prozent). Von den bisher 91 Lakers-Dreiern hat Schröder zehn selbst getroffen und zehn weitere vorbereitet.

Das Playmaking ist dabei mehr als in der Vorsaison gefragt, als Schröder bei OKC fast immer mindestens einen weiteren Point Guard neben sich hatte und vor allem Scorer sein sollte. Gerade in den Minuten ohne LeBron initiiert Schröder die Offense und ist hauptverantwortlich dafür, auch Davis in Szene zu setzen, mit dem er fast all seine Minuten gemeinsam auf dem Court verbringt.

Anthony Davis profitiert von Dennis Schröder

Davis agiert dabei noch nicht ganz auf dem gewohnten Niveau, zumal sich seine Rolle etwas mehr nach außen verlagert hat. Dennoch arbeiten beide bereits an einer guten Chemie und Schröder hat Davis bisher ebenso viele Field Goals aufgelegt wie LeBron (12). Mit etwas mehr Zeit dürfte sich das Zusammenspiel beider nur noch besser entwickeln.

Es ist damit zu rechnen, dass dieses Two-Man-Game mit der Zeit das werden soll, was die Lakers schon vergangene Saison lange suchten: Die Identität der Offense, wenn James sitzt. Der viermalige MVP spielt aktuell die wenigsten Minuten seiner Karriere, schultert aber noch immer eine größere Last, als die Lakers es in dieser komprimierten Saison eigentlich wollen.

James selbst hält zwar nichts von Load Management, sein Head Coach Frank Vogel allerdings sieht das ein bisschen anders. "Wir werden seine Minuten und seine Last auf eine verantwortungsvolle Art und Weise im Auge behalten müssen", sagte Vogel unlängst. Ein Stück weit wollen die Lakers LeBron womöglich auch vor sich selbst schützen.

Dennis Schröder besteht nicht mehr auf Starter-Rolle

Schröder drängt sich auf als ein Spieler, der dann noch etwas mehr Anteile übernehmen könnte. Je mehr Vogel sein neues Team kennenlernt, desto mehr könnte sich die Rotation auch so verlagern, dass Schröder mehr Minuten ohne James bekommt als die bisher knapp zehn pro Spiel, um seine Fähigkeiten noch besser auszunutzen. Selbst wenn das bedeutet, dass er vielleicht nicht immer startet.

Schröder selbst hatte vor Saisonbeginn quasi darauf bestanden, von Beginn an zu spielen, und spielerisch hat er diesen Anspruch auch gerechtfertigt. Trotzdem könnten seine Anteile als Bankspieler noch größer sein. Kürzlich klang er in dieser Hinsicht auch bei weitem nicht mehr so offensiv.

"Ich bin ein Teamspieler. Was auch immer es braucht, was ich tun muss, ich werde es tun. Es geht uns um Siege", sagte Schröder. "Das war meine persönliche Sache. Ich wollte dieses Jahr gerne starten, aber ich bin ein Teamspieler und bringe, was auch immer von mir gebraucht wird. Mir macht das keine Sorgen."

Dennis Schröder: Lakers eine "höllisch gute Organisation"

Das muss es auch nicht. Wichtiger ist ohnehin, wer am Ende von Spielen auf dem Court steht, und das wird bei einem tiefen Team wie den Lakers üblicherweise Matchup-spezifisch entschieden. Für Schröder spricht, dass er gewisse Fähigkeiten hat, die im Team sonst niemand mitbringt. Neben der offensiven Dynamik bezieht sich das aktuell ein Stück weit auch auf die Defense.

Vergangene Saison setzten die Lakers gern Avery Bradley als Full-Court-Verteidiger für gegnerische Point Guards ein, aktuell übernimmt diesen Part wenn dann Schröder. Dieser ist zwar kein Lockdown-Verteidiger, aber mit ihm spielte Los Angeles bisher gute Defense und überragende Offense - das sind gute Argumente für einen Platz in der Crunchtime-Five.

Bisher läuft die Kombination aus Schröder und den Lakers also äußerst vielversprechend an. "Das ist eine höllisch gute Organisation", sagte Schröder über sein bisher drittes NBA-Team. "Das ist auf jeden Fall ein Ort, an dem man sein möchte." Vielleicht ja auch für längere Zeit. Bisher spricht eigentlich nichts dagegen.

Die Statistiken von Dennis Schröder in der NBA

TeamSpielePunkteFG%3FG%AssistsRebounds
Hawks36212,943,4324,82,5
Thunder144174436,14,13,6
Lakers716,346,3374,94,4
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