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Schwimmen

Freiwasser-EM: Lea Boy schwimmt eiskalt zu EM-Gold - und freut sich auf "heiße Dusche"

SID
Lea Boy hat bei der Freiwasser-EM in Budapest Gold über die 25 Kilometer gewonnen.
© getty

Mit einem goldenen Sonntag hat die deutsche Mannschaft eine erfolgreiche erste Woche bei der Schwimm-EM in Budapest beendet. Im Freiwasser trotzte Lea Boy fast fünf Stunden der Kälte im nur 17,5 Grad warmen Lupa-See und schwamm in beeindruckender Manier zu ihrem ersten internationalen Titel. Im Wasserspringen krönte sich Tina Punzel zur Doppel-Europameisterin.

Solch große Erfolge wird der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) in der zweiten EM-Woche nicht einfahren. Im Becken der Duna Arena geht ab Montag die zweite Garde an den Start, von den Olympiateilnehmern sind lediglich Ex-Weltmeister Marco Koch und Lucas Matzerath dabei. Deutschlands Vorschwimmer Florian Wellbrock reist mit zwei Medaillen im Gepäck wie die anderen Freiwasserschwimmer am Montag ab.

Was dem Doppel-Weltmeister nicht gelang, schaffte zum Abschluss Lea Boy: Gold. In ihrem erst zweiten 25-km-Rennen startete die 21-Jährige etwa vier Kilometer vor dem Ziel eine beeindruckende Attacke und distanzierte Lara Grangeon (Frankreich) und Barbara Pozzobon (Italien) am Ende um mehr als eine Minute auf die Plätze. "Ich hatte eigentlich keinen Plan", gab die Staffel-Weltmeisterin zu: "Um ehrlich zu sein: Ich war am meisten überrascht, als ich gesehen habe, dass mir niemand folgen konnte."

Boy kam mit der Kälte am besten zurecht, auch wenn sie sich nach der Siegerehrung, bei der sie mit den Tränen kämpfte, vor allem auf ihr Hotel freute: "Da gibt es eine heiße Dusche."

Für Boy war es bereits die zweite Medaille der diesjährigen Titelkämpfe, am Samstag war sie als Startschwimmerin im Team mit Wellbrock, Rob Muffels und Leonie Beck zu Silber geschwommen. Doppel-Weltmeister Wellbrock hatte im Finish um den zweiten Platz beim Anschlag das schnellste Händchen bewiesen. "Im Endeffekt können wir super zufrieden sein mit der Medaille", sagte Wellbrock, der zuvor auch Bronze im 10-km-Rennen gewonnen hatte.

Wasserspringer sorgen für acht Medaillien

Noch erfolgreicher waren jedoch die deutschen Wasserspringer in der Duna Arena. Trotz großer Reisestrapazen sorgten sie für insgesamt acht Medaillen. "Ich bin darüber super glücklich. Als Team können wir wirklich gestärkt nach Tokio fahren", sagte Punzel.

Die Dresdnerin, die sich am Samstag acht Jahre nach ihrem Premierensieg vom 3-m-Brett wieder zur Europameisterin in der olympischen Disziplin gekürt hatte, legte am Sonntag mit Partnerin Lena Hentschel im Synchronspringen nach: Gold mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,09 Punkten. Mit einem "Gläschen Sekt" wolle sie auf ihren Doppel-Sieg anstoßen, verriet Punzel.

Hausding holt Doppel-Gold

Hausding unterstrich derweil seinen Ruf als Europas Wassersprung-König. In der Duna Arena sammelte der Olympiadritte vom 1-m-Brett und im 3-m-Synchron seine EM-Titel Nummer 16 und 17. Durch zusätzlich jeweils Bronze im Team und im Turm-Synchron baute Hausding seine Medaillen-Ausbeute auf 37 aus. Diese Zahlen seien "ziemlich surreal", sagte der 32-Jährige, "ich weiß nicht, wie viele Athleten dazu in der Zukunft fähig sein werden."

Der Erfolg von Hausding und Co. ist auch deshalb hoch einzuschätzen, weil hinter ihnen eine Ochsentour liegt: Vom Trainingslager in Dresden ging es nach Tokio zur Olympia-Qualifikation und von dort über Frankfurt direkt nach Budapest. "Die vier Wochen schlauchen einfach, nicht nur physisch, sondern auch mental", sagte Hausding: "Es gibt viele bei uns, die sich fragen, wie das überhaupt zu Hause in Deutschland ist. Sie vermissen ihre Familie und Freunde."

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