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Fussball

England - Schottland 0:0: Ideenlose Three Lions patzen gegen starken Außenseiter

Von Philipp Schmidt
England kam gegen Schottland nicht über ein Remis hinaus.

England hat am zweiten Spieltag der Gruppenphase der Europameisterschaft enttäuscht und ist im Insel-Duell gegen Schottland nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Vor 22.500 Zuschauern im Londoner Wembley Stadium schossen die Three Lions in 90 Minuten nur einmal auf das Tor der Gäste.

Stattdessen lieferten die Bravehearts ein Spiel auf Augenhöhe, spielten teilweise mutig auf und verdienten sich das Unentschieden auf ganzer Linie. Auf einen Sieg auf englischem Boden müssen sie dennoch weiter warten. "Wir hatten nur einen Wunsch: Wir wollten dagegenhalten und das überstehen", sagte Billy Gilmour, der zum Man of the Match gewählt wurde.

"Kompliment an Schottland, sie haben sehr gut dagegengehalten und hatten auch ihre Möglichkeiten. Das war sicher nicht unsere beste Leistung, wir hatten nicht so viele Chancen. Das ist ein faires Resultat", erklärte Englands Harry Kane, wollte die Partie jedoch nicht überbewerten: "Wir sind einen Schritt näher an der nächsten Runde, das war unser Ziel."

England-Trainer Gareth Southgate ergänzte: "Wir haben nicht das Level erreicht, das wir erreichen wollten und mussten. Ich verstehe jede Kritik, die nun kommt. aber wir müssen uns hinter die Spieler stellen. Sie sind jung, viele von ihnen waren noch nicht in solch einer Situation."

Während England am letzten Spieltag gegen Tschechien einen Sieg benötigt, um Platz eins der Gruppe D zurückzuerobern, treffen die Schotten in Glasgow im direkten Duell um Platz 3 auf Kroatien, die ebenfalls einen Punkt auf dem Konto haben.

England - Schottland: Die Analyse

Three-Lions-Coach Southgate ersetzte auf den Außenbahnen Trippier und Walker durch Shaw und James. Für BVB-Star Sancho reichte es zumindest für einen Platz auf der Bank, nachdem er beim Auftaktsieg gegen Kroatien noch aus dem 23er-Kader gestrichen worden war. Der wiedergenesene Abwehrchef Maguire stand ebenfalls wieder zur Verfügung. Bei den Schotten durften sich Chelsea-Youngster Gilmour sowie Adams, Tierney und McGregor neu beweisen.

England, mit einem Altersschnitt von 25,1 Jahren so jung wie nie, setzte auf ein 4-5-1, während sich die Nachbarn in der Defensive in einer dicht gestaffelten Fünferkette formierten. Den ersten vielversprechenden Abschluss hatte dennoch Schottland, nach schöner Kombination wurde Adams aus kurzer Distanz von Rice geblockt (4.).

In der Folge übernahmen die Gastgeber die Kontrolle und zogen ein gefälliges Passspiel auf, um Lücken in der gegnerischen Defensive zu finden. Nach einer Ecke scheiterte Stones am Pfosten (10.), zwei Zeigerumdrehungen später vergab Mount nach Sterling-Zuspiel. Die Marschroute war klar: England spielte, Schottland versuchte mit schnellen Gegenstößen für Entlastung zu sorgen. Die englische Defensive bot durchaus Räume.

England harmlos - Schottland verdient sich Remis

Auffällig das variable Offensivspiel des Favoriten. Kane holte sich die Bälle in der eigenen Hälfte ab, Foden rückte immer wieder ins Sturmzentrum vor. England agierte im Spielaufbau jedoch zu behäbig, stattdessen kam Schottland durch eine Direktabnahme von O'Donnell zu einer Großchance, Pickford parierte prächtig. Die Dominanz der Three Lions nahm ab, die Unruhe im Publikum zu.

England kam mit Schwung aus der Kabine: Einen Mount-Abschluss entschärfte Marshall (48.), Rice zielte zu hoch (55.). Doch weiterhin stimmte das Gleichgewicht aus Offensive und Defensive nicht. Dykes sorgte stets für Gefahr, unter anderem durch einen Nachschuss nach Ecke, den James knapp vor der Linie klärte. Schottland zeigte sich in den Zweikämpfen sehr präsent.

Southgate brachte Grealish und später Rashford, abgesehen von einer missglückten Flanke von Shaw sollte aber nicht mehr viel kommen. Stattdessen traf Adams den Ball aus kurzer Distanz nicht richtig. Nach der Euphorie nach dem geglückten EM-Auftakt ist im Mutterland des Fußballs damit wieder Ernüchterung eingekehrt.

England - Schottland: Die Daten des Spiels

  • England traf zum 33. Mal im Wembley-Stadion auf Schottland, das ist fast doppelt so oft wie jedes andere Spiel mit englischer Beteiligung in diesem Stadion (18 Spiele gegen Nordirland und Wales). Keine der bisherigen 32 Begegnungen endete torlos.
  • Am 30. November 1872 fand das erste offizielle Länderspiel weltweit zwischen England und Schottland statt - auf dem Hamilton Crescent bei Glasgow endete es 0:0.
  • Schottland gewann nur eines der letzten elf Spiele gegen England (zwei Remis, acht Niederlagen): Mit 1:0 durch ein Tor von Don Hutchinson im November 1999 in einem EM-Qualifikationsspiel im Wembley.

England - Schottland: Die Aufstellungen

England: Pickford/FC Everton (27 Jahre/33 Länderspiele) - James/FC Chelsea (21/7), Stones/Manchester City (27/43/2), Mings/Aston Villa (28/12), Shaw/Manchester United (25/11) - Rice/West Ham United (22/22), Phillips/Leeds United (25/10) - Foden/Manchester City (21/8) ab 63. Grealish/Aston Villa (25/8), Mount/FC Chelsea (22/18), Sterling/Manchester City (26/63) - Kane/Tottenham Hotspur (27/56) ab 74. Rashford/Manchester United (23/43). - Trainer: Southgate

Schottland: Marshall/Derby County (36 Jahre/46 Länderspiele) - McTominay/Manchester United (24/25), Hanley/Norwich City (29/34), Tierney/FC Arsenal (24/22) - Gilmour/FC Chelsea (20/3) ab 76. Armstrong/FC Southampton (29/27) - O'Donnell/FC Motherwell (29/21), McGinn/Aston Villa (26/35), McGregor/Celtic Glasgow (27/33), Robertson/FC Liverpool (26/47) - Dykes/Queens Park Rangers (25/14), Adams/FC Southampton (24/6) ab 86. Nisbet/Hibernian Edinburgh (24/5). - Trainer: Clarke

Der Star des Spiels: Kieran Tierney (Schottland)

War beim Außenseiter überall zu finden. Defensiv grundsolide (vier klärende Aktionen), schaltete er sich immer wieder in die Offensive ein und schlug gefährliche Flanken, so auch vor der dicken Chance von O'Donnell. Auch stark: Dykes.

Der Flop des Spiels: Declan Rice (England)

Schaffte es zu keinem Zeitpunkt, dem Spiel der Engländer Balance und Struktur zu verleihen. Gewann keinen einzigen Zweikampf und beschränkte sich ansonsten auch Sicherheitspässe bei den einfallslosen Three Lions.

Der Schiedsrichter: Mateu Lahoz (Spanien)

Zeigte mit der Gelben Karte für McGinn wegen Meckerns früh, wer das Sagen hat. In einer hart, aber fair geführten Partie hatte er ansonsten kaum knifflige Aufgaben zu lösen. Richtig, nach minimalem Kontakt von Robertson mit Sterling kurz vor Schluss nicht auf den Punkt zu zeigen.

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