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Fussball

FC Bayern München: Salihamidzic attackiert BVB-Kapitän Marco Reus - Zorc reagiert

Von Jonas Rütten
© getty

Bayern Münchens Sportvorstand hat am Sonntag leise Kritik an BVB-Kapitän Marco Reus geäußert, weil dieser vergangene Woche mit einer Knieverletzung vor dem abschließenden Spiel gegen Island von der Nationalmannschaft abgereist war, am Samstag beim 4:3-Sieg der Dortmunder gegen Bayer Leverkusen aber wieder von Beginn an auf dem Platz stand.

"Das ist nicht meine Sache, aber ich finde das schon verwunderlich, wenn man von der Nationalmannschaft wegfährt und dann ein paar Tage später wieder spielt", sagte Salihamidzic und verwies darauf, dass angeschlagene Bayern-Spieler bei der Nationalmannschaft geblieben seien und nun den Preis dafür zahlten.

"Unsere Spieler bleiben und spielen dann trotzdem. Es ist ja auch nicht das erste Mal. Wenn man verletzt ist, ok, dann fällt man aus, aber sonst. Serge Gnabry ist dageblieben, der fällt jetzt wahrscheinlich gegen Barcelona aus, aber das ist dann halt so", führte Salihamidzic aus.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hatte Gnabry kurz vor der Pause aufgrund von muskulären Problemen auswechseln müssen. Ein Einsatz in der Champions League gegen Barca ist offenbar stark gefährdet. "Es wird ganz eng. Er hat sich behandeln lassen und es ist schon besser. Ich war heute da und habe ihn gesehen. Man muss sehen, ob es reicht", sagte der Sportvorstand, der Reus außerdem für dessen Abreise vom DFB kritisierte, weil der BVB-Kapitän eigentlich eine eine Führungsrolle im Team von Bundestrainer Hansi Flick übernehmen sollte.

"Wenn man Führung übernehmen will, dann muss man auch immer da sein", erklärte der 44-Jährige: "Sonst funktioniert eine Mannschaft nicht. Was Kimmich macht, was Neuer macht, was Goretzka macht, das ist für mich Führung. Darauf kann sich der Trainer verlassen."

BVB-Sportdirektor Michael Zorc reagierte wenig amüsiert auf die Sticheleien aus München. "Salihamidzic sollte seine Klappe halten und sich zu den Themen von Bayern München äußern", sagte Zorc dem kicker: "Was glaubt er eigentlich, wer er ist?"

FC Bayern: Salihamidzic bei Goretzka "guter Dinge"

Bei Leon Goretzka, dessen aktuelles Arbeitspapier 2022 ausläuft, könnte es schon bald gute Nachrichten geben. Demnach seien beide Partien wegen einer Vertragsverlängerungen in "guten Gesprächen", wie Salihamidzic verriet.

Der Bosnier sei "guter Dinge", dass der FC Bayern nach Joshua Kimmich (2025) auch Goretzka langfrisitig binden kann. "Er ist sehr wichtig. Er ist ein Spieler, der besondere Fähigkeiten hat im Mittelfeld, box to box", sagte er.

Salihamidzic: "Haben eine hervorragende Mannschaft"

Im Hinblick auf die eher zurückhaltende Transferperiode der Münchner gab sich Salihamidzic selbstbewusst. "Ich glaube absolut an den Kader. Wenn ich auf den Trainingsplatz schaue, haben wir eine hervorragende Mannschaft. Natürlich kann man immer noch ein, zwei Spieler mehr haben für die Breite", erklärte er und führte aus: "Aber es gab eine Pandemie da draußen und wir wissen, wie die finanzielle Situation im Fußball ist. Deshalb bin ich sehr zufrieden, dass wir einiges auf dem Transfermarkt gemacht haben, um uns in der Spitze und Breite zu verstärken. Wenn wir alle in Top-Form bringen, dann können wir um alle drei Titel spielen."

Im vergangenen Sommer hatte Salihamidzic kurz vor Schließung des Transferfensters mehrere Last-Minute-Transfers getätigt. "Mit dem ganzen Druck, der aufgebaut wurde, hätte ich die Transferperiode so wahrscheinlich nicht gemacht. Das hat mit den Spielern nichts zu tun, das hat eher mit dem Zeitpunkt zu tun. Klar will man dem Trainer was geben, um ihn zufriedenzustellen. Dann war da auch der Druck der Medien", erklärte er und schob nach: "Die Spieler, die wir geholt haben, das ist alles okay. Die haben die Qualität, aber eben wenig Spielzeit bekommen und das war nicht zufriedenstellend. Aber das ist jetzt abgehakt."

Salihamidzic: Nagelsmann hat viel Input

Nachdem Trainer Hansi Flick noch während der Saison um seine Freigabe gebeten hatte, musste sich Salihamidzic obendrein um einen Nachfolger kümmern. Die Verhandlungen mit Julian Nagelsmann seien allerdings nicht schwer gewesen.

"Als Niko (Kovac; Anm. d. Red.) ging, hatten wir schon mal Kontakt. Seitdem wusste ich, wenn man ihn anruft, ich glaube er hat Lust. Als Hansi dann weg wollte, ging alles ganz schnell", sagte er.

Die Kommunikation mit Nagelsmann sei obendrein sehr gut. "Es spielt eine große Rolle, wenn ein Trainer jeden Tag nach dem Training reinkommt und mit dir darüber spricht, was war heute gut, was war schlecht. Die kommen zu viert, die Co-Trainer sind auch da. Das ist das, was wir heute brauchen. Die Kommunikation untereinander ist extrem wichtig. Er hat viel Input, das ist für uns alle neu. Aber wenn wir das umsetzen, dann werden wir gute Bayern sehen. Hansi hat das auch gemacht, aber auf eine andere Art und Weise - und nicht so viel."

Mit Flick habe er sich indes ausgesprochen. "Wir haben uns ein paar Mal gesehen. Wir hatten Kontakt wegen der Nationalmannschaft, davor 1,5 Monate nicht. Wir haben uns ausgesprochen und ein Glas Wein zusammen getrunken. Seine Frau war auch dabei", verriet Salihamidzic: "Er ist ein guter Typ. Wir werden ganz normal weiter Kontakt haben und so zusammenarbeiten, wie wir müssen."

Warum Salihamidzic in seiner Anfangszeit als Funktionär wegen Rummenigge und Hoeneß Probleme hatte, erfahrt Ihr hier.

 

 

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