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Fussball

FC Bayern München: "Ich finde das erbärmlich!" Karl-Heinz Rummenigge nach "G15"-Gipfel im Kreuzfeuer

Von SPOX
Steht nach der Organisation eines Treffens von 14 Bundesligisten und dem HSV in Frankfurt in der Kritik: Bayern-Boss Rummenigge.
© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der ehemalige Bundesligatrainer Ewald Lienen hat Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge für dessen Ausschluss von vier Bundesligisten beim sogenannten "G15-Treffen" in Frankfurt am vergangenen Mittwoch und seine darauffolgende Begründung scharf kritisiert.

"Es ist natürlich schwer für Karl-Heinz zu akzeptieren, dass wir uns in einer Demokratie befinden. Wenn ich bei Bayern München bin und mir kommt das Geld aus den Ohren raus ...", sagte Lienen im Podcast Der Sechzehner, den er seit April 2019 mit Sky-Kommentator Michael Born betreibt.

"Es ist doch völlig normal, dass Andere auch mal eine andere Meinung haben, damit muss man sich abfinden", wetterte Lienen weiter. Diese dann aber als "unzulässige Beeinflussung des Präsidiums zu deklarieren", sei für ihn unverständlich.

Rummenigge hatte am Mittwoch 14 Bundesligisten und den HSV zu einem Treffen nach Frankfurt eingeladen und dabei andere Klubs, die sich in einem Schreiben zur Umverteilung der TV-Gelder positioniert haben, bewusst nicht berücksichtigt.

Dem VfB Stuttgart, dem FC Augsburg, Arminia Bielefeld und Mainz 05, die jenes Positionspapier gemeinsam mit zehn Zweitligisten unterschrieben und als Diskursempfehlung für die Anfang Dezember anstehende Entscheidung des neunköpfigen DFL-Präsidiums über den neuen TV-Schlüssel geschickt hatten, warf Rummenigge anschließend vor, "uns den Fehdehandschuh hingeworfen" zu haben.

Rummenigges Ausschluss von Klubs "ein Armutszeugnis"

Ein Vorgehen, das für Lienen mehr als nur fragwürdig ist. "Zur Strafe, dass sie eine eigene Meinung haben und die auch äußerten, werden sie ausgeschlossen. Ich finde es erbärmlich", erklärte der 66-Jährige. Das, was Rummenigge initiiert habe, sei nichts anderes als "ein Armutszeugnis".

Weil das neunköpfige Gremium um den scheidenden DFL-Präsident Christian Seifert mittlerweile von Vertretern der mittelgroßen und kleinen Vereinen dominiert wird, könnte es durchaus zu einer Umverteilung kommen.

Rummenigge, der beispielsweise von Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic großen Dank für die Organisation des Treffens erhalten hatte, erklärte noch am Mittwoch, dass man das Thema TV-Einnahmen jedoch gar nicht groß diskutiert habe. Offenbar ist es den 15 teilnehmenden Klubs mehr um eine Signalwirkung gegangen, wie Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke indirekt bestätigte.

"Die Klubs, die nicht dabei waren, hatten sich ja vorher schon auf eine Haltung festgelegt und versucht, das DFL-Präsidium damit unter Druck zu setzen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Das ist nicht unser Weg, auch das wollten wir demonstrieren."

FC Bayern und der Vorwurf der Doppelmoral

Den Vorstoß Rummenigges und die Zustimmung seitens seiner Kollegen wie Watzke kritisierte zuletzt auch der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig scharf. Dieser befürchtet durch den Ausschluss der vier Klubs einen Schaden für den Solidaritätsgedanken innerhalb der DFL.

"Sollte ruchbar werden, dass man andere Gedanken hat als der FC Bayern oder Kollegen, dann könnte das ja dazu führen, dass man zukünftig auch Persona non grata wird und von allen anderen Dingen ausgeschlossen wird. Dann können wir bald den Laden zumachen", sagte Rettig bei Sky und warf den Bayern angesichts der Berichte über geheime Pläne für eine europäische Superliga eine Doppelmoral in ihrer Argumentation vor.

"Schmunzeln muss ich natürlich, wenn Herr Rummenigge sich über Geheimtreffen echauffiert oder Geheimpapiere", erklärte Rettig: "Dass jemand mit dieser Vita sich dann so aus dem Fenster lehnt, das muss ich sagen, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie."

 

 

 

 

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