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Fussball

Daniel Caligiuri vom FC Augsburg im Interview: "Schokolade, Pizza oder Kebab? Meiner Meinung nach braucht das ein Fußballer auch mal"

Daniel Caligiuri verließ den FC Schalke im Sommer.
© getty

 

Sie haben auch von Schalke ein Angebot bekommen, dies aber abgelehnt. Wie lief das ab?

Caligiuri: Das war kompliziert, abgelehnt habe ich aber nichts. Ich hatte ein Vertragsangebot von Schalke vorliegen, die Gespräche wurden aber wegen Corona abgebrochen und auf Eis gelegt. Anschließend kam nichts mehr zu Stande.

Wären Sie gerne auf Schalke geblieben, hatten aber nicht mehr die Möglichkeit?

Caligiuri: Ich hatte eine super Zeit auf Schalke und habe mich dort immer sehr wohlgefühlt, bin aber auch kein Typ, der sich vor Veränderungen scheut. Als dann einige spannende Optionen aufkamen und sich die Gespräche mit den FCA-Verantwortlichen um Stefan Reuter, Michael Ströll und Heiko Herrlich extrem positiv intensivierten, habe ich das aus voller Überzeugung gemacht.

Auch nach Ihrem Abgang lief es für die Schalker nicht rund. Inwiefern war die Entwicklung abzusehen?

Caligiuri: Die letzte Saison dort war schon nicht ohne. Irgendwie kamen alle nicht so richtig in Schwung und die Negativserie steckte in den Köpfen drin. Druck erzeugt Stress und so sind die Köpfe nicht frei. Ich denke, das ist jetzt immer noch so dort.

Caligiuri: "Oh nee, nicht schon wieder eine Niederlage"

Wie äußert sich das konkret?

Caligiuri: Im Training und vor den Spielen waren alle hochmotiviert, aber auf dem Platz hatten wir dann Angst, Fehler zu machen. Wenn du diese Angst hast und beispielsweise ein Gegentor kassierst, dann denkst du 'Oh nee, nicht schon wieder eine Niederlage' und dann kommt es erst recht so. Durch die vielen Verletzungen hatten wir häufig sehr viele junge Spieler auf dem Platz und nur mit jungen Spielern geht es heute nicht mehr. Da braucht es eine gewisse Achse aus erfahrenen Spielern, die vorangehen. Das hat leider häufig gefehlt.

Wie hätte man den Druck auf die Spieler verringern können?

Caligiuri: Der Druck, den 14 sieglose Spiele aufbauen, geht nicht so leicht weg. Die Serie kennen die Spieler auf dem Platz ja auch. Dann kam der Druck von außerhalb dazu. Man merkt ja als Spieler auch, dass ein Sieg nötig wäre. Aber wie genau man den Druck von den Spielern hätte nehmen können, ist schwer zu sagen.

Der Druckfaktor Zuschauer in den Stadien ist ja seit einiger Zeit weg oder mindestens deutlich verringert. Kann das befreien?

Caligiuri: Es kann sein, dass das auf den einen oder anderen Spieler befreiend wirkt, vor allem bei Auswärtsspielen. Wenn einer nicht mehr das Gepfeife zu hören bekommt, kann er sich befreiter fühlen.

Kennen Sie einen Spieler, der froh ist, dass keine Zuschauer im Stadion sind?

Caligiuri: Ich glaube, jeder Spieler wünscht sich Fans im Stadion. Da kann ich leider keinen nennen.

Ich wollte keinen Namen hören, eher generell fragen ...

Caligiuri: (unterbricht) Also ich kenne keinen.

Neu in der Verantwortung ist auf Schalke ein guter Bekannter von Ihnen: Naldo. Mit ihm haben Sie auf Schalke und in Wolfsburg zusammengespielt. Inwieweit kann er als Co-Trainer Einfluss nehmen?

Caligiuri: Naldo ist ein wirklich sehr positiver und netter Spieler gewesen. So ist er auch als Mensch. Als Co-Trainer hat er noch nicht so viel Erfahrung, aber ich denke, er arbeitet sich da rein. Er ist ein lernwilliger Typ. Für die Mannschaft kann er sehr wichtig sein, weil er jemand ist, der gerade junge Spieler mitnehmen kann und so eine positive Stimmung reinbringt.

Zurück zu Ihnen: Sie waren im Mai 2015 erstmals beim Lehrgang der italienischen Nationalmannschaft - haben Sie damals mit einer Einladung gerechnet?

Caligiuri: 2014/15 sind wir ja mit Wolfsburg Vize-Meister geworden, da hatte ich auch eine überragende Saison inklusive des Pokalsiegs. Es gab bereits im Vorfeld einige Gespräche und so habe ich mitbekommen, dass die Einladung kommen könnte. Erfahren habe ich es dann nach dem Pokalsieg. Das war natürlich ein tolles Gefühl. Schade war, dass es nicht zu einem Länderspiel gereicht hat, nicht mal zu ein paar Minütchen. Ganz abgehakt habe ich die Nationalmannschaft aber noch nicht. Ich habe immer Ziele vor Augen und eine Nominierung ist sicherlich eines davon. Klar, das wird schwer, weil ich in Fußballerjahren nicht mehr der Jüngste bin, aber ich versuche weiterhin, mich über meine Leistungen im Verein zu zeigen und dann schauen wir mal.

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