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NFL Recap: New Orleans Saints vs. Tampa Bay Buccaneers 20:30 - Bucs vermiesen Brees' Superdome-Abschied und erreichen Championship Game

Die Tampa Bay Buccaneers haben erstmals seit 2002 das NFC Championship Game erreicht. Beim am Ende klaren 30:20-Erfolg über die New Orleans Saints im Superdome nutzten sie vor allem die Schwächen von Drew Brees aus, für den es wohl das letzte Spiel in der NFL war.

Die Bucs begannen die Partie mit zwei Three-and-Outs in Serie, jeweils nach dem gleichen Muster: ein früher Run, der zu wenig Raumgewinn führte und Tom Brady bei Third-and-Long unter Druck setzte. Es folgten dann riskante Pässe und ein Sack.

Die Saints wiederum begannen ihren ersten Drive nach einem 54-Yard-Punt-Return von Deonta Harris in exzellenter Feldposition. Daraus allerdings machten sie nur ein Field Goal. Auch beim zweiten Drive, der etwas weiter hinten begann, stand am Ende nur ein Field Goal von Will Lutz.

Anschließend fingen sich die Bucs ein wenig, hatten erste Erfolge mit kurzen Pässen und Screens, wurden jedoch in der Red Zone gestoppt. Bei Fourth-and-One an der Acht-Yard-Linie entschied sich Head Coach Bruce Arians dann zu einem kurzen Field Goal durch Ryan Succop. Zuvor verhinderte Safety Malcolm Jenkins mit einem perfekten Pas-Breakup in der Endzone einen Touchdown von Rob Gronkowski.

Richtig ins Spiel fanden die Gäste aber erst nach einer Interception von Sean Murphy-Bunting gegen Drew Brees. Dieser returnierte den Ball bis kurz vor die Endzone, den Rest besorgten Brady und Mike Evans mit einem 3-Yard-Touchdown. Die Saints hatten jedoch eine perfekte Antwort darauf.

Saints greifen für Touchdown tief in die Trickkiste

Head Coach Sean Payton griff tief in die Trickkiste: Brees ging überraschend vom Feld und Jameis Winston übernahm, stellte sich jedoch als Receiver auf mit Running Back Alvin Kamara in der Wildcat-Formation im Backfield. Er bekam den Snap, gab weiter an Emmanuel Sanders in der Jet-Motion und dieser pitchte den Ball schließlich zu Winston, der einen völlig offenen Wide Receiver Tre'Quan Smith für einen 56-Yard-Touchdown-Pass fing.

Den Bucs gelang anschließend nur noch der Ausgleich per Field Goal. Mit 13:13 ging es in die Pause.

Nach der Pause legten die Saints ihren wohl besten Drive des Spiels hin. An dessen Ende stand ein 16-Yard-Touchdown-Pass auf Smith, der sich dieses Mal gegen Murphy-Bunting in der Endzone durchsetzte. Die Bucs wurden daraufhin gestoppt, bekamen den Ball aber zügig zurück, denn Tight End Jared Cook verlor nach einem Catch einen Fumble, den Safety Antoine Winfield Jr. erzwang. Linebacker Devin White returnierte den Ball dann bis an die 40 der Hausherren.

Wenig später sorgte Brady mit einem Touchdown-Pass über sechs Yards zu Leonard Fournette für den abermaligen Ausgleich.

Während die Bucs-Defense in der Folge hielt, marschierte die Offense mit ein paar starken Third-Down-Completions von Brady zu Tyler Johnson und Scotty Miller einmal mehr in die Red Zone. Dort jedoch verpasste Brady einen Deep Ball Richtung Gronkowski, der Jenkins hinter sich gelassen hatte. Und so stand am Ende wieder nur ein Field Goal, das den Gästen jedoch die Führung (23:20) mit 9:52 Minuten zu spielen gab.

Brees bekam den Ball zurück, hatte offenbar ein Missverständnis mit Kamara bezüglich der intendierten Route und so warf Brees einen zu kurzen Pass, der pfannenfertig bei Linebacker White landete. Die nächste Interception. Kurz darauf sorgte dann Brady mit einem QB-Sneak-Touchdown für die Vorentscheidung mit weniger als 5 Minuten zu spielen. Kurz darauf fing auch noch Mike Edwards einen Pick von Brees, nachdem Cook den Ball nur abgefälscht hatte.

Die Bucs stehen damit zum vierten Mal in ihrer Geschichte im NFC Championship Game - zum ersten Mal seit der Saison 2002 - und treffen in der kommenden Woche auf die Green Bay Packers im Lambeau Field. Tom Brady wiederum steht zum 14. Mal in einem Championship Game, erstmals in der NFC.

NFL Playoffs: Divisional Round

No. 2 New Orleans Saints (12-4) - No. 5 Tampa Bay Buccaneers (11-5)

Ergebnis: 20:30 (6:0, 7:13, 7:7, 0:10) BOXSCORE

Saints vs. Buccaneers - die wichtigsten Statisken

  • Winstons 56-Yard-Touchdown-Pass auf Smith war das längste Scrimmage-Play der Saints in dieser Saison. Zuvor hatten sie zwei 50-Yard-Spielzüge, jeweils Pässe von Brees.

  • Smith hatte beim 56-Yard-Touchdown 10,6 Yards Separation vom nächsten Verteidiger. Dies ist laut Next Gen Stats der erste Touchdown-Catch mit mindestens 10 Yards Separation in den Playoffs in den vergangenen fünf Jahren.

  • Für Winston war besagter Touchdown-Pass sein erster im Trikot der Saints. Er war vor der Saison aus Tampa Bay nach New Orleans gewechselt.

Der Star des Spiels: Devin White (Buccaneers)

Der Linebacker dominierte dieses Spiel wie kein Zweiter und führte sein Team nicht nur mit 10 Tackles an, er machte auch schlicht die meisten Plays. Er eroberte einen Fumble und fing eine Interception und stand damit sinnbildlich für eine Defense, die mit fortlaufender Spieldauer immer weniger zuließ und die Fehler von Brees und Co. konsequent ausnutzte.

Der Flop des Spiels: Drew Brees (Saints)

Vor dem Spiel wurde bekannt, dass dieses sehr wahrscheinlich Brees' letztes Spiel im Superdome sein würde - selbst im Erfolgsfall hätte das Championship Game in Green Bay stattgefunden - und letztlich gelang ihm kein Abschied nach Maß. Brees' verminderte Armstärke wurde mit fortlaufender Spieldauer immer deutlicher und am Ende kamen auch noch schlechte Reads dazu. Brees war nicht mal der beste QB seines Teams und objektiv betrachtet hätte dem Team wohl Jameis Winston eine bessere Chance gegeben als der Veteran.

Analyse: Saints vs. Buccaneers - die Taktiktafel

  • Die Saints spielten defensiv eine recht klare Coverage: Lattimore war in der Regel Evans zugeordnet, Gardner-Johnson verfolgte Godwin und Janoris Jenkins war auf Brown abgestellt. Darüber hinaus spielten die Saints meist mit zwei tiefen Safetys, was Deep Shots verhindern sollte.

  • Interessanterweise hielt das aber Arians nicht davon ab, dennoch den einen oder anderen Deep-Shot - zur Unzeit - anzusagen, was in der Regel nicht von Erfolg gekrönt war. Vielmehr gelang es den Bucs auch zumeist nicht, mit ihren Läufen in Early Downs, von denen sie eigentlich zuletzt etwas abgekommen waren, signifikant Gefahr auszustrahlen, sodass die Saints lange an ihren 2-Deep-Looks festhalten konnten.

  • Mit fortlaufender Spieldauer fanden die Bucs mehr Erfolg mit kurzen Pässen, seien es Screens oder Checkdowns zum Running Back. Und dann wurde auch der Raumgewann bei Läufen größer, weil das Blocking gegen den 4-Men-Rush der Hausherren effektiver funktionierte. Auf Blitzes setzten die Saints indes eigentlich nur bei Third Down und dies auch nur außerhalb der Red Zone.

  • Die NFL ist eine "Copycat League". Bestes Beispiel war der 56-Yard-Touchdown-Spielzug der Saints. Es war im Grunde eine Kopie des Deep-Shot-Trickspielzugs der Bears gegen die Saints aus der Vorwoche als am Ende Wide Receiver Javon Wims den Ball in der Endzone fallen ließ. Smith machte es in diesem Spiel freilich besser.

  • Dass dieser Spielzug so gut funktionierte, lag daran, dass gleich vier Verteidiger mit Kamara auf die linke Seite der Saints mitgingen, inklusive des ursprünglich Smith zugeordneten Davis. Smith hingegen wurde komplett allein gelassen, da auch die Safetys nur Augen für Kamara hatten.

  • Die Bucs begannen die Partie defensiv in Zone Coverage, was Brees selbst mit seiner verminderten Armstärke ziemlich gut las und zerpflückte. Ab dem zweiten Viertel wechselten sie dann mehr zu Man Covrage und zwangen Brees dazu, präzisere Pässe in engere Fenster zu werfen, was ihm das Leben schwerer machte.

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