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NBA - Erkenntnisse zu Sixers vs. Nets: Die Legende von Small Game James

James Harden erwischte einen schwachen Abend gegen sein Ex-Team.

4. Kyrie hatte mal wieder Lust

Vor zwei Tagen legte Irving das effizienteste 50-Punkte-Spiel der Geschichte auf und auch in Philly knüpfte der Guard nahtlos an diese Performance an. Es wurden zwar nur 22 Zähler (8/17 FG), doch vor allem in Halbzeit eins zeigte Irving, dass er kaum zu verteidigen ist. Sixers-Edel-Verteidiger Matisse Thybulle mühte sich nach Kräften, doch mehr als ein geblockter Dreier war für den Forward nicht drin.

Es gibt weiterhin kaum einen Spieler (mit seiner Größe), der mit einer solchen Leichtigkeit Platz für sich kreieren und dann abdrücken kann. Wenn dann auch noch ein Durant an seiner Seite spielt, wird es schnell unfair. Die Sixers machten es Irving teilweise aber auch sehr leicht. Eine Drop Coverage - der gegnerische Big kommt im Pick'n'Roll nicht hoch zum Block - ist gegen Irving keine Lösung, das mussten die Gastgeber schmerzhaft erfahren.

Beinahe noch interessanter war, mit welchem Einsatz Irving in der Defense agierte. Teilweise checkte Uncle Drew James Harden schon direkt nach dem Einwurf und rieb sich tatsächlich gegen den deutlich bulligeren Gegenspieler auf. Wenn er das doch nur konstant so machen würde ...

5. Das Mysterium James Harden

Böse Zungen möchten meinen, dass es fast schon abzusehen war, dass Harden ein schwaches Spiel abliefern würde, weil dieses gefühlt in einem Playoff-Szenario stattfand. Und die Spötter dürfen sich bestätigt fühlen (cc Bill Simmons: "Small Game James"). Nach vier guten Auftritten gegen meist schwache Gegner (sorry an die Knicks und die gebeutelten Cavs) war dies der erste Rückschlag in der Embiid-Harden-"Ära".

11 Zähler, 3/17 aus dem Feld - am Ende sprach niemand mehr darüber, dass Harden Reggie Miller bei den meisten verwandelten Dreiern für Platz drei schluckte. Distanzwürfe waren auch das einzige, was dem 32-Jährigen an diesem Abend gelang. Aus dem Zweierbereich blieb Harden ohne Punkte, das passierte dem Guard in seiner langen Karriere von 926 NBA-Spielen noch nie.

Harden wirkte behäbig und war meist damit beschäftigt, irgendwie Fouls zu schinden, doch dieses Spiel spielten die Referees nicht mit. Stattdessen wurde "The Beard" satte sechsmal abgeräumt, auch das dürfte dem neunfachen All-Star noch nie untergekommen sein. Hardens Drives endeten fast ausschließlich in einem Block oder einem Turnover (insgesamt 4), dagegen stand nur ein gepfiffenes Shooting Foul.

Nach der Pause erzielte Harden überhaupt keine Punkte mehr, stattdessen war der MVP von 2018 später mit einer bandagierten Wade auf der Bank zu sehen. Wie sehr ihn das beeinträchtigte? Das weiß nur er, nach der Partie äußerte sich der Spielmacher zumindest nicht, sprach aber davon, dass dem Team allgemein der Schwung gefehlt habe.

Es ist ein wiederkehrendes Thema mit Harden. Wie fit ist er wirklich? Hat er im Vergleich zu seinen besten Jahren abgebaut? Fakt ist, dass sich die schwächeren Spiele häufen, auch wenn er in Philadelphia seine Sache bisher gut machte. Dennoch - und Zach Lowe brachte es kürzlich in seinem Podcast auf den Punkt -, für keinen Spieler steht in den kommenden Playoffs mehr auf dem Spiel als für Harden - sowohl im Hinblick auf die eigene Legacy als auch auf die anstehende Free Agency.

6. Rivers-Lineups

Klar ist auch, dass die Sixers für Harden Tiefe geopfert haben, namentlich Seth Curry. Der Schwiegersohn von Coach Doc Rivers lieferte den Nets das, was Philly vermisste. Einen dynamischen Guard, der Druck auf die Defense ausüben kann. Harden war das nicht, aber auch Tyrese Maxey (4, 2/7 FG) war an diesem Abend überhaupt kein Faktor.

Das mag nächstes Spiel schon wieder ganz anders aussehen, dennoch würde den Sixers ein weiterer Schütze gut zu Gesicht stehen, obwohl die Gastgeber aus dem Dreierland recht passabel trafen (14/36). Ob Curry auch in den Playoffs eine solch große Rolle für die Nets spielen kann, bleibt abzuwarten. Dass Kevin Huerter gegen die Sixers in Spiel 7 der vergangenen Semifinals heiß lief, lag auch an der fehlenden Länge von Curry, dennoch könnten die Sixers ihn gut gebrauchen.

Darüber hinaus wirkt der Kader nicht unbedingt ausbalanciert bzw. ließ Rivers (mal wieder) teils fragwürdige Lineups spielen. Als die Nets Durant auf die Fünf stellten, reagiert der Sixers-Coach (mal wieder) nicht und setzte auf einen Frontcourt mit Georges Niang, Harris und DeAndre Jordan. Das war zum Scheitern verurteilt und so sah es dann auch aus.

Diese Kombination ist schlichtweg zu langsam, um überhaupt den Hauch einer Chance gegen Durant zu haben, gerade Jordan hat eigentlich keinen Platz gegen einen solchen Gegner.

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