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NBA - Der Trade um Norman Powell zwischen den L.A. Clippers und Portland Trail Blazers in der Kurz-Analyse

Norman Powell ist nun Spieler der L.A. Clippers
© getty

Die L.A. Clippers und die Portland Trail Blazers tauschen insgesamt fünf Spieler, unter anderem wechseln Norman Powell und Robert Covington nach L.A. Was sind die Absichten beider Teams?

Der Trade aus Sicht der Clippers

In typischer Clippers-Manier haben die Kalifornier einen Hasen aus dem Hut gezogen. Kaum ein Team versteht es besser, mögliche Trades unter Verschluss zu halten, so auch diesmal. Mit Norman Powell und Robert Covington verstärkt der Achte der Western Conference sein Team noch einmal, obwohl dieser Deal eher langfristig angelegt ist.

Clippers-Coach Tyronn Lue erklärte vor dem Spiel gegen die Los Angeles Lakers (111:110), dass Kawhi Leonard in dieser Saison eher nicht mehr eingesetzt wird, zuletzt hatte es immer mal wieder Gerüchte gegeben, dass der zweifache Finals-MVP nach seinem Kreuzbandriss in den vergangenen Playoffs womöglich doch noch einmal zum Einsatz kommen könnte. Auch der zweite Star, Paul George, fehlte zuletzt mit Schulterproblemen, eine Operation mit möglichem Saisonaus als Folge steht weiter im Raum.

Der Trade in der Übersicht

Clippers erhaltenNorman Powell, Robert Covington
Blazers erhaltenEric Bledsoe, Justise Winslow, Keon Johnson, Zweitrundenpick 2025

Und doch ist es aus Clippers-Sicht sinnvoll, diesen Trade jetzt zu machen, obwohl laut Bobby Marks (ESPN) die Luxussteuerrechnung von 94 Millionen Dollar noch einmal um 19 Millionen ansteigt. Geld spielt seit der Übernahme des früheren Microsoft-CEO Steve Ballmer ohnehin keine Rolle mehr. Herzstück des Deals ist Norman Powell, der sofort der beste Offensivspieler der aktuellen Clippers sein dürfte. Der 28-Jährige trifft nicht nur 40 Prozent seiner Dreier, sondern kann mit kraftvollen Drives auch Druck auf den Ring ausüben - eine Fähigkeit, welche im Clippers-Kader Mangelware ist.

Zu abhängig waren die Kalifornier bisher von der Tagesform von Reggie Jackson, Platz 26 im Offensiv-Rating (107,0) ist kein Zufall. In L.A. dürfte Powell nun wieder auf seine angestammte Position auf die Zwei rücken, insbesondere wenn die beiden Stars zurückkehren, sollte er eine sehr gute Ergänzung für die kommenden Jahre sein.

L.A. Clippers: Noch mehr Flügelpower

Powell ist zudem ein solider Verteidiger und ein deutliches Upgrade zu einem Spieler wie Luke Kennard. Dazu wurde der Guard erst im Sommer von den Blazers mit einem Fünfjahresvertrag über 90 Millionen Dollar ausgestattet, wodurch die Clippers nun bis 2026 auf Powell setzen können.

Im Gegenzug gaben die Clippers nur wenig im Hinblick auf die Zukunft ab, stattdessen nutzten sie vor allem den Deal von Eric Bledsoe, dessen Vertrag noch bis 2023 lief, wobei von den 19,4 Millionen aber nur 3,9 garantiert sind. Justise Winslow und Rookie Keon Johnson spielten ohnehin kaum eine Rolle.

Als Bonus gibt es noch den auslaufenden Vertrag von Robert Covington dazu, bei ihm wird es sich zeigen, ob er eine Zukunft in L.A. hat. RoCo bleibt ein polarisierender Spieler, weil er auf dem Flügel kein guter Eins-gegen-Eins-Verteidiger ist und der Wurf mal kommt, meistens aber geht. Dafür ist Covington noch immer einer der besten Help Defender der Liga - und das könnte für die Clippers von Wert sein, wenn sie Covington über die Saison hinaus behalten.

L.A. Clippers: Das Depth Chart

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Reggie JacksonNorman PowellTerance MannMarcus MorrisIvica Zubac
Luke KennardB.J. BostonAmir Coffey (Two-Way)Nicolas BatumIsaiah Hartenstein
Jason PrestonJay Scrubb (Two-Way)(Kawhi Leonard)Robert CovingtonSerge Ibaka
(Paul George)

L.A. Clippers: Ein Trade für Gegenwart und Zukunft

Mit Leonard und George haben die Clippers bereits elitäre Verteidiger für den Flügel, sodass Covington in der Theorie wie kurzzeitig in Houston in der Saison 2019/20 gesehen, den "Free Safety" geben könnte. L.A. hat nun ein paar Monate Zeit, dies zu evaluieren und zu entscheiden, ob Covington Teil der Zukunft sein soll. Durch den Trade halten die Clippers dessen "Bird Rights", können also für eine Verlängerung über den Cap gehen.

Dies ist wertvoll für ein Team tief in der Luxussteuer, welches nur Minimalverträge oder Exceptions ausgeben kann. Gleichzeitig könnte Covington auch über einen Sign-and-Trade-Deal weiter verschifft werden und den Clippers ein anderes Puzzleteil für einen Championship-Run bringen.

Und noch ein Randaspekt dieses Trades: Die Clippers haben nun wieder einen freien Kaderplatz. Beim Blick auf den Kader erscheint es fast logisch, dass dieser früher (Trade Deadline) oder später (Buyout-Markt) noch mit einem Spielmacher besetzt wird, da hinter Jackson ein großes Loch klafft.

Beunruhigend ist das für die Clippers aber nicht. Mit diesem Deal haben sie ihr Team für den Rest der Saison verbessert, auch wenn es ohne die beiden Stars schwierig werden dürfte, eine Playoff-Serie zu gewinnen. Auf lange Sicht haben die Kalifornier aber einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung erste Championship der Franchise-Historie gemacht.

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