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NBA - Erkenntnisse zum All-Star Game 2022: Die Kunst des Verführens a la Stephen Curry

LeBron James ist von Michael Jordan inspiriert worden.

Der Abend des Stephen Curry in Cleveland begann mit einem Buh-Konzert, er endete mit einer Rekord-Show, der MVP-Trophäe und dann doch dem Jubel der Cavs-Fans. Und: Die Basketball-Götter mögen das Elam Ending schützen. Die Erkenntnisse zum All-Star Game.

NBA All-Star Game 2022: Die Kunst des Verführens

Es dauerte gar nicht lange, bis klar war, dass dieser Junge aus Akron, Ohio, das All-Star Game 2022 zu seinem All-Star Game machen würde. Wobei, eigentlich waren es zwei Jungs aus Akron. Einer wurde frenetisch gefeiert und versenkte in seiner alten Heimat den Gamewinner. Der andere wurde anfangs ausgebuht, zog die Fans jedoch mit einer irren Rekord-Show auf seine Seite. Zumindest kurzzeitig.

Die Rede ist natürlich von LeBron James und Stephen Curry. Beide kamen im selben Krankenhaus in Akron zur Welt, etwa 50 Kilometer südlich von Cleveland. Doch während LeBron zum Lokalhelden aufstieg, avancierte Curry, dessen Vater Dell Curry im Geburtsjahr von Stephen für die Cavs spielte, zum Bösewicht. Viermal standen sich die Warriors und Cavaliers in der vergangenen Dekade in den Finals gegenüber, dreimal gewann Curry.

Diesen Umstand bedachten die heimischen Fans in Cleveland schon das gesamte Wochenende mit konstanten Buh-Rufen, wann immer der 33-Jährige auf dem Videowürfel oder auf dem Court auftauchte. So auch bei der Vorstellung der All-Star-Starter. Curry hatte dafür nur ein mildes Lächeln übrig. Vielleicht hatte er da schon so ein Gefühl, wie er die Arena auf seine Seite ziehen könnte.

Und zwar so, wie er es eben am besten kann: mit lächerlich gutem Shooting. Mit einem "automatischen Sniper im Arm", wie LeBron nach dem 163:160-Sieg seiner Truppe gegen Team Durant ungläubig anmerkte. Mit 50 Punkten und 16 erfolgreichen Dreiern im All-Star Game - Rekord!

NBA All-Star Game 2022: Stephen Currys irre Rekord-Show

"Absurd" oder "albern" lauteten während der Curry-Show auf Twitter die Einschätzungen der Fans. Spätestens im zweiten Viertel lief der Splash Brother komplett heiß (6/7 Dreier), sodass er den Rekord für die meisten Triples in einer All-Star-Halbzeit brach plus den für die meisten in einem All-Star-Viertel. Weil's so schön war, machte er das im dritten Durchgang gleich nochmal (7/10).

Der Schwierigkeitsgrad war dabei nicht zu unterschätzen - auch wenn die Defense natürlich nicht vollen Einsatz zeigte. Curry versenkte einen einbeinigen Dreier aus dem Lauf, er netzte problemlos mehrere Meter hinter der Dreierlinie - und er fühlte sich irgendwann nach fünf Dreiern am Stück so sicher, dass er sich bereits lässig umdrehte, als der Ball noch in der Luft war. Diesem Dreier-Spektakel konnten auch die Cavs-Fans nicht widerstehen. Spätestens im dritten Viertel feierten auch sie jeden weiteren Treffer des ehemaligen Erzfeinds.

Dabei sind All-Star Games eigentlich nicht mal dessen Vorzeige-Events. Vor der 2022er Ausgabe stand Curry in sieben Partien bei für seine Verhältnisse überschaubaren 18,6 Punkten und 40 Prozent Feldwurfquote. Nun schweißte er mehr Dreier durch die Reuse als die meisten All-Star Teams überhaupt, laut ESPN versenkte kein einziges Team bis 2014 mindestens 16 Triples in einem All-Star Game. Nur am Punkterekord von Anthony Davis (52) schrammte er knapp vorbei, weil ihm am Ende etwas die Puste ausging. Seine letzten sechs Wurfversuche gingen daneben.

Dennoch: Wohl niemand beherrscht die Kunst, ein Publikum zu verführen, so wie Curry mit seinem Lächeln, seiner Leichtigkeit, seiner gesamten Art, wie er sich auf dem Basketball-Court präsentiert. "Steph macht einfach das, was er immer macht", zeigte sich Andrew Wiggins dagegen relativ unbeeindruckt von dessen ASG-Show, bevor er doch herzhaft lachen musste: "Ich sehe das ja jeden Tag."

NBA All-Star Game 2022: Ode an die Legenden

Und was machte der andere Junge aus Akron, dem eigentlich die Rolle als Held des Abends vorhergesagt wurde? LeBron lieferte zwar keine dominante Vorstellung in seiner Heimat ab, hinterließ aber dennoch seine deutliche Duftmarke auf dem 71. All-Star Game.

Für den Gamewinner und damit den Schlusspunkt der Partie sorgte der King höchstpersönlich, indem er die finalen Punkte per schwierigem, einbeinigem Fadeway aus dem langen Zweierbereich perfekt machte. LeBron selbst sah darin eine perfekte Hommage für eine der größten Legenden des Sports.

"Wir wären nicht hier ohne die Inspiration von Michael Jordan", sagte LeBron angesprochen auf seinen Gamewinner. "Als ich aufwuchs, wollte ich immer so sein wie er. Der Wurf zum Sieg war ein Fadeaway, der von MJ inspiriert ist." Es war nicht die einzige gelungene Ode an die Größen der Vergangenheit.

In der Halbzeitpause ehrte die Liga die vor der Saison gekürte Top 75 in einer von Spike Lee anmoderierten Zeremonie. 43 der 61 noch lebenden Mitglieder der Top 75 wurden auf dem Court willkommen geheißen und gebührend gefeiert, alle wurden einzeln vorgestellt. Darunter Dirk Nowitzki, Shaquille O'Neal, Kareem Abdul-Jabbar oder eben MJ.

"Die Zeremonie und einfach alles in den vergangenen vier, fünf Stunden war eine unvergessliche Erfahrung", sagte Curry. "Ziemlich perfekt, wenn ihr mich fragt." Übrigens: Neben seinem Gamewinner legte LeBron 24 Punkte und 8 Assists auf. Noch so eine Hommage, wenn auch sicherlich nicht geplant.

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