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NBA - Der Trade von Kemba Walker von den Boston Celtics zu den OKC Thunder in der Analyse: Erst der Anfang?

Nach nur zwei Jahren in Boston ist die Celtics-Karriere von Kemba Walker schon wieder zu Ende.

Mitten im Playoff-Fieber hat Brad Stevens, der neue Teampräsident der Boston Celtics, seinen ersten Trade eingefädelt. Kemba Walker wird zu den Oklahoma City Thunder verfrachtet, dafür kommt Al Horford zurück nach Boston. Bei dem Trade geht es aber um viel mehr als diese beiden Akteure. Was bedeuten die Deals für die Celtics und die Thunder?

NBA: Der Kemba-Trade aus der Celtics-Perspektive

Gerade mal zwei Wochen ist Brad Stevens als neuer President of Basketball Operations der Celtics im Amt, schon sorgt er für den ersten Trade-Hammer. Der Zeitpunkt des Trades um Kemba Walker kam überraschend, Deals zu einem so frühen Zeitpunkt, noch vor der Draft Lottery und dem Draft Combine, beides steigt in der kommenden Woche, sind ungewöhnlich.

Doch anstatt möglicherweise Draft und Free Agency abzuwarten, machte Stevens bei einer der dringendsten Fragen der Celtics-Offseason so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen. Dass Boston Kemba verschiffen wollte, war kein Geheimnis. Ähnliche Pläne verfolgte wohl bereits Stevens' Vorgänger Danny Ainge in der vergangenen Offseason. Der Point Guard bekam Wind davon, war angeblich verärgert und wollte ebenfalls weg.

Der Trade nach Oklahoma City setzt der Celtics-Karriere des 31-Jährigen nun deutlich früher ein Ende, als eigentlich geplant. Erst 2019 kam er nach Boston, um die Traditionsfranchise gemeinsam mit dem jungen Kern um Jayson Tatum und Jaylen Brown zu einer Championship zu führen. Daraus wurde bekanntlich nichts, unter anderem, weil hartnäckige Knieprobleme Walker immer wieder aus dem Spiel nahmen.

Nachdem er in seinen ersten acht NBA-Jahren in Charlotte nur insgesamt 35 Partien verpasst hatte, waren es in den vergangenen beiden Spielzeiten in Boston 45. Nach einer Knie-OP in der Offseason 2020 verpasste er zunächst den Saisonstart, wurde in Back-to-Backs geschont und verpasste schließlich auch die letzten beiden Playoff-Partien der Kelten in der ersten Runde gegen Brooklyn (1-4) aufgrund des lädierten linken Knies. Und in den Spielen, in denen er auflief, konnte er an das Level vergangener Jahre nicht mehr anknüpfen.

Kemba Walker wurde den Celtics zu teuer

Seinem 2019 unterschriebenen, hochdotierten Vierjahresvertrag wurde er damit nicht mehr gerecht. In den kommenden beiden Jahren kann Walker noch 73,7 Mio. Dollar einstreichen, für die Saison 2022/23 besitzt er eine Spieleroption in Höhe von 37,7 Mio. Dollar. Sein Vertrag in Verbindung mit den Fragezeichen um seinen Gesundheitszustand ließen seinen Trade-Wert in den Keller fallen.

Das wird vor allem durch das Paket deutlich, das Boston schnüren musste, um Kemba loszuwerden. Stevens legte den eigenen Erstrundenpick 2021 (Nr.16) sowie einen Zweitrundenpick 2025 obendrauf, um sich dafür Al Horford, Moses Brown und einen 2023er Zweitrundenpick von den Thunder zu angeln (Boston bekommt zudem eine Trade Exception in Höhe von 6,9 Mio. Dollar).

Für Horford ist es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Stevens kennt den Big Man aus gemeinsamen Jahren zwischen 2016 und 2019, im Celtics-Trikot schaffte er es sogar einmal zum All-Star. Doch mittlerweile ist er 35 Jahre alt. Nach seinem Wechsel von Boston nach Philadelphia durchlebte er eine unglückliche Saison bei den Sixers und wurde 2020 nach OKC verschifft. Dort zeigte er in 28 Spielen vergangene Saison durchaus solide Leistungen. Zu solide für die Thunder, die ihn zugunsten des Tank-Modes und mit dem Versprechen, einen Trade zu finden, ab Mitte März kaltstellten.

Wahrscheinlich kommt auf ihn die Backup-Rolle hinter Robert Williams zu, dem er mit ein paar Veteranen-Tipps in dessen Entwicklung sicherlich helfen kann. Auch als Floor Spacer kann er sicherlich noch etwas zum Spiel der Celtics beitragen und der Frontcourt-Rotation Tiefe verleihen, was zuletzt durchaus ein Problem war. Brown bringt zudem Upside auf Center mit - laut Boston Globe war er allerdings in erster Linie ein Trade-Füller, um die Gehälter passend zu machen. Er soll aber seine Chance in Boston bekommen.

Boston Celtics: Mehr finanzielle Flexibilität

Letztlich könnte Boston also seinen Starting Point Guard und einen Erstrundenpick für einen Backup-Center abgegeben haben, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Am wichtigsten an diesem Deal ist wohl der finanzielle Aspekt. Indem die Celtics die Verträge von Walker und Horford tauschen, spart die Franchise eine Menge Geld.

Der Big steht noch für zwei Jahre und 53,5 Mio. Dollar unter Vertrag, in seinem letzten Vertragsjahr sind allerdings nur 14,5 Mio. garantiert. Statt 73,7 Mio. für Kemba geben die Kelten in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich also nur noch 41,5 Mio. für Horford aus (plus knapp 2 Mio. für Brown).

Damit rutscht Boston vorerst unter die Luxussteuergrenze, was dem Front Office etwas mehr Flexibilität für den Sommer verschafft. Ein Ziel der Celtics ist offenbar eine Vertragsverlängerung mit Unrestricted Free Agent Evan Fournier, was durch den Trade wahrscheinlicher geworden ist. Gleichzeitig muss Stevens Ausschau nach einem neuen Starting Point Guard halten, auch weitere Trades (zum Beispiel Marcus Smart) scheinen nicht ausgeschlossen. Ob sich der Kemba-Trade am Ende gelohnt hat, wird sich also erst nach den weiteren Deals der Kelten in diesem Sommer zeigen.

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