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NBA

NBA Playoffs - Sixers-Star Ben Simmons vor Spiel 4 gegen die Hawks: Wenn gut nicht gut genug ist

Von Philipp Schmidt
Bauen die Sixers ihre Führung in Spiel 4 aus?

Die Philadelphia 76ers haben in der Serie gegen die Atlanta Hawks die Führung erobert und können diese in der Nacht auf Dienstag ausbauen. Schlüssel zum Erfolg war ein verbesserter Ben Simmons, der auf den Rat seines Coaches und Starspielers hörte und den Fokus weiter beibehalten will.

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21 Würfe nahm Joel Embiid in Spiel 1, sogar 25 waren es in Spiel 2. An diesem Zustand wollten die Hawks spürbar etwas ändern. "Ich habe gesehen, wie sie mich verteidigt haben, sie wollten nicht, dass ich den Ball berühre", erklärte Embiid die Defensivstrategie der Gäste beim 127:111-Erfolg. Zwar leistete der Kameruner mit 27 Punkten, 9 Rebounds, 8 Assists (die meisten seit dem 18. April) und 3 Blöcken einen überaus wertvollen Beitrag, Abschlüsse verzeichnete er jedoch nur 14.

Aus dem Verteidigungsverhalten Atlantas - neben Kettenhund Clint Capela schickten die Hawks häufig einen zweiten oder gar dritten Spieler - zog Embiid seine Konsequenzen, die in erster Linie Simmons involvierten: "Ich habe ihm gesagt, dass er aggressiv sein und attackieren muss, weil es eine Menge Platz für ihn gibt." Seine Kernbotschaft: "Geh raus und dominiere!" Und Simmons gehorchte: 11 Punkte erzielte der Australier im dritten Viertel, traf vier seiner fünf Würfe, nahm sechs Freiwürfe (von denen er nur drei versenkte) und spielte drei Assists.

Gemeinsam mit Embiid, der ebenfalls auf 11 Zähler in diesem Zeitraum kam, sorgte er dafür, dass die Sixers-Führung infolge eines 34:19-Viertels auf 20 Punkte anwuchs und der zweite Sieg in Folge nicht mehr in Gefahr geriet. Der Heimvorteil liegt nun wieder beim Team aus der Stadt der brüderlichen Liebe.

Tobias Harris zeigte eine starke Leistung, Furkan Korkmaz sprang mit einem Playoff-Career-High (14) für den verletzt ausgeschiedenen Danny Green in die Bresche, aber für die im Idealfall noch zwei anstehenden Playoff-Runden dürfte die Entwicklung von Simmons am wichtigsten sein. Er ist es, der Embiid neben seiner elitären Defense auch offensiv entlasten muss, er ist es, der "aggressiv sein und attackieren muss".

Rivers übt Kritik: "Zu viele Möglichkeiten ausgelassen"

Seine enormen Fähigkeiten in Transition spielte er auch in Spiel 3 hervorragend aus, bei vielen der 15 Fastbreak-Punkte (ATL: 6) hatte er seine Finger im Spiel. "Ich wollte das Spiel schnell machen, in die Zone kommen, meine Mitspieler finden. Ich denke, dass ich das in der zweiten Halbzeit gut gemacht habe", bewertete Simmons seine Leistung.

Das Hervorheben der "zweiten Halbzeit" hatte seine Gründe. Zu verhalten habe er in den Augen seines Head Coach Doc Rivers vor der Pause agiert und insbesondere seine Limitierungen in der Halfcourt-Offense einmal mehr offenbart. "Er hat zu viele Möglichkeiten ausgelassen. Wir haben ihm gesagt, dass wir rauskommen und ihn viel im Post einsetzen werden. Und er war großartig mit seiner Geschwindigkeit und Kraft, genau das haben wir gebraucht."

Dabei ertappte sich Rivers selbst, wie er die vielfältigen Aufgaben seines Schützlings vergaß. "Es ist kräftezehrend. Wenn du darüber nachdenkst, was wir von Ben alles verlange: Trae Young überallhin folgen, um all die Blöcke jagen und dann noch das Tempo im Spiel hochhalten." In der Halbzeit sei er von seinen Co-Trainern auch auch von Simmons selbst ("Ich verteidige auch noch Trae!") an diese Tatsache erinnert worden.

In 42 von 85 Angriffen verteidigte Simmons laut ESPN Stats & Information den gegnerischen Spielmacher bravourös und mit höchster Intensität , mit 28 Punkten und 8 Assists zeigte dieser einmal mehr, dass er nicht gänzlich aus dem Spiel genommen werden kann. Aufgrund der hohen Bedeutung von Young für das Hawks-Spiel beabsichtigt Rivers nicht, am kräftezehrenden Game Plan für seinen Schützling etwas zu ändern: "Er ist jung und widerstandsfähig."

Simmons: DPOY? "Ich will die Meisterschaft gewinnen"

Dies Resilienz unterstrich er in besagtem dritten Viertel, in dem er Embiid mit dem No-Look-Alley-Oop für das Play of the Game fand. "Wir spielen so lange zusammen, wir kennen uns. Er weiß, wo ich den Ball haben. Es war ein guter Pass", kommentierte dieser die Szene nüchtern und legte den Fokus wie sein Co-Star auf die anstehenden Aufgaben.

Wie das gesamte Hawks-Team werde sich auch Young in Spiel 4 neue Schachzüge einfallen lassen, um der Serie noch eine Wende zu verleihen: "Er ist ein cleverer, junger Spieler, ich habe eine Menge Respekt für ihn. Ich freue mich darauf, den besten Spieler jeden Abend zu verteidigen. Das ist meine Aufgabe." Ob 10-, 20- oder 30-Punkte-Führung: Es gebe keinen Grund, den Fuß vom Gas zu nehmen.

Keine Gedanken will er an die Tatsache verschwenden, dass es bei der Wahl zum Defenive Player of the Year nur zu Platz zwei hinter Rudy Gobert gereicht hat - auch wenn sein fehlendes Verständnis nicht zu übersehen ist: "Glückwunsch an ihn. Es ist, wie es ist."

Im April noch hatte er in einem ESPN-Interview gegen den Franzosen gestichelt und darauf verwiesen, 42 Punkte gegen die Jazz erzielt zu haben, obwohl Gobert ihn verteidigt habe und er ja gar kein sonderlich begabter Offensivspieler sei. Während 14 Journalisten Simmons vorne sahen (insgesamt 287 Punkte), hatte der Stifle Tower mit 84 First-Place-Votes eindeutig die Oberhand (464 Punke).

"Individuelle Auszeichnungen kümmern mich nicht", stellte Simmons klar. "Ich will die Meisterschaft gewinnen, das ist mein ultmatives Ziel. Ich gehe einfach raus und versuche der beste Verteidiger der Liga zu sein."

Sixers vs. Hawks: Die Serie im Überblick - Stand: 2-1

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
16. Juni19 UhrSixersHawks124:128
29. Juni1.30 UhrSixersHawks118:102
312. Juni1.30 UhrHawksSixers111:127
415. Juni1.30 UhrHawksSixers
517. JunitbaSixersHawks
6*19. JunitbaHawksSixers
7*21. JunitbaSixersHawks
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