Cookie-Einstellungen
NBA

NBA Playoffs - Denver Nuggets nach Pleite gegen Suns mit dem Rücken zur Wand: "Wir haben schon einmal Geschichte neu geschrieben"

Nikola Jokic und die Denver Nuggets stehen vor dem Playoff-Aus.

Die Denver Nuggets stehen vor dem Playoff-Aus! Nach der dritten Niederlage im dritten Duell mit den Phoenix Suns in den Western Conference Semifinals stehen Nikola Jokic und Co. mit dem Rücken zur Wand. Einen letzten Hoffnungsschimmer gibt es aber noch, an den sich die Nuggets klammern.

Als Nuggets-Coach Michael Malone nach der 102:116-Niederlage seines Teams gegen die Suns vor dem Monitor zur virtuellen Pressekonferenz Platz nahm, machte er einen deutlich gefassteren Eindruck als noch 48 Stunden zuvor. Nach der Blowout-Pleite in Spiel 2 setzte der 49-Jährige zu einer Schimpftirade an, mit der er eine Reaktion seiner Mannen erzwingen wollte. Nach Spiel 3 war Malone deutlich ruhiger, dabei stehen die Chancen auf das Erreichen der West-Finals nun deutlich schlechter.

Glaubt man den Geschichtsbüchern, dann tendieren die Chancen der Nuggets gegen null. In der langen Playoff-Historie der NBA erreichten 142 Teams bisher eine 3-0-Führung in einer Best-of-Seven-Serie. 142-mal erreichte dieses Team die nächste Runde. Machte sich bei Malone also schon Resignation breit? Mitnichten.

"Ja, die Geschichte ist nicht auf unserer Seite", gab Malone zu. "Aber wisst ihr was? Wir haben in den vergangenen Jahren schon einmal Geschichte neu geschrieben. Als wir 2020 zweimal mit 1-3 hinten lagen, ging es nie darum, drei Spiele zu gewinnen. Es ging immer nur um das nächste Spiel und darum, das erste Viertel zu gewinnen und dann das zweite und so weiter. Das muss unsere Denkweise sein."

Denver dürfe nicht versuchen, in Spiel 4 in der Nacht auf Montag gleich vier Partien auf einmal zu gewinnen. Sondern: "Unser Fokus muss darauf liegen, diese eine Partie zu gewinnen. Das letzte, was wir sehen wollen, ist, wie die Suns den Besen rausholen und uns nach Spiel 4 vom Parkett kehren."

Denver Nuggets: Drop Coverage wird bestraft

Um den Sweep zu verhindern, werden sich die Nuggets vor allem defensiv etwas einfallen lassen müssen. Zwar legte Malone seinen Fokus im Postgame-Interview auf die eigene Offense, die seiner Einschätzung nach einige offene Versuche liegen gelassen habe - ein Problem, das die Nuggets schon die komplette Serie begleitet. Die Nuggets standen laut nba.com/stats in den ersten beiden Spielen bei 35 Prozent Trefferquote bei den als "weit offen" deklarierten Versuchen. Das dürfte sich nach dem schwachen Shooting-Abend in Spiel 3 nicht großartig verbessert haben.

Allerdings fanden die Nuggets auch in der Defense keine Antwort auf die gnadenlos die Schwachstellen attackierenden Suns. Insbesondere im Pick'n'Roll bekam Phoenix immer und immer wieder gute Würfe. Im ersten Viertel probierte es Denver teilweise mit Switches, teilweise mit Traps gegen die Ballhandler. Die fanden oftmals jedoch den allein gelassenen Deandre Ayton unter dem Korb.

Im weiteren Spielverlauf stellte Coach Malone auf eine Drop Coverage um. Soll heißen: Der Big Man, meistens Nikola Jokic, ließ sich im Pick'n'Roll etwas in die Zone zurückfallen, um den Drive und eventuelle Passwege wegzunehmen. Dadurch öffneten sich Räume in der Mitteldistanz - und Chris Paul sagte danke.

In der zweiten Halbzeit nahm der Point God mit seinem hochprozentigen Mitteldistanzwurf diese Defense auseinander. Insgesamt traf er 6/8 aus der Midrange, nach dem Seitenwechsel legte er 16 seiner 27 Punkte auf. Im Schlussabschnitt war er sogar zweimal in Folge mit dem exakt gleichen Play erfolgreich: Screen von Ayton am Perimeter, Paul zieht rechts an ihm vorbei. Jokic, Aytons Verteidiger in diesen Situationen, wartete tief in der eigenen Zone, Paul kam zweimal zu seinem Spot am rechten Ellbow, drückte zweimal per Pullup-Jumper ab und verzeichnete zweimal das gleiche Resultat - nothing but net! Alle Comeback-Hoffnungen der Nuggets erstickten im Keim.

Paul seziert die Nuggets: "Er braucht nur ein klein wenig Platz"

"Er weiß, wann wir solche Würfe brauchen", schwärmte Ayton anschließend. "Sie haben die Coverage verändert, sodass der Roll-Man zugestellt wurde, genauso wie der Eckendreier. Wir alle haben aber wieder den Point God in ihm gesehen, er hat sich um die Angelegenheit gekümmert. Er muss nur zu seinem Lieblingsplatz kommen und braucht nur ein klein wenig Platz."

Den bekam er von den Nuggets. Obwohl Phoenix diese Defense fast die komplette zweite Halbzeit über auseinandernahm, änderte Coach Malone nichts an seiner Strategie. Das bestrafte Paul, der allerdings auch die Rolle seiner Teamkollegen, insbesondere Ayton, nicht unter den Teppich kehren wollte.

"Ich kann gar nicht genug betonen, was D.A. alles für unser Team tut", sagte CP3. "Das meiste taucht gar nicht auf dem Statistikbogen auf. Die Jumper, die ich gegen Ende der Partie getroffen habe, die kriege ich nicht ohne ihn. Er setzt die Screens. Und er holt sich Rebounds, er spielt so uneigennützig." Ayton beendete die Partie mit 10 Punkten und 15 Brettern, Devin Booker hatte die Suns mit 11 seiner Team-High 28 Zähler im ersten Viertel bereits früh auf Kurs gebracht.

Im Schlussabschnitt war es aber Paul, der das Heft in die Hand nahm und die Nuggets komfortabel auf Abstand hielt. Trotz mehrerer Versuche der Nuggets, den Rückstand zu verkürzen, blieb Phoenix doch immer zweistellig in Front. Der 36-Jährige legte entweder Dreier für Jae Crowder auf (8 von 14 Punkten im Schlussabschnitt) oder übernahm wie bereits angesprochen selbst das Scoring. In den drei finalen Vierteln in der Serie gegen die Nuggets hat Paul nun zusammengerechnet 30 Punkte bei 12/13 aus dem Feld sowie 4/4 von Downtown und 8 Assists bei 0 Turnover aufgelegt (+20).

"Wir müssen es ihm schwieriger machen", sagte Nuggets-Guard Monte Morris. "Er ist ein Hall-of-Fame-Point-Guard, mindestens Top 5. CP ist für jeden schwer zu verteidigen, aber wir müssen unseren Plan so gut es geht ausführen."

Denver Nuggets: Leistung von Nikola Jokic "vergeudet"

Auch wenn die sportliche Antwort fehlte, die Nuggets gaben sich immerhin nicht auf, aus Sicht von Coach Malone dürfte das ein Fortschritt gegenüber Spiel 2 gewesen sein, als er noch genau dies an seinem Team kritisiert hatte. Andererseits: "Lasst uns ehrlich sein, das ist Spiel 3 der Western Conference Semifinals. Ich habe genug von Leuten, die sagen: 'Sie haben hart gespielt.' Sie sollten auch hart spielen. Das ist nicht etwas, worauf man stolz sein kann."

Einen gewissen Stolz verspürte Malone aber gegenüber seinem Franchise-Star. Jokic erhielt vor der Partie seine Auszeichnung als MVP und lieferte im Anschluss eine MVP-würdige Performance ab. Seine Statline von 32 Punkten, 20 Rebounds und 10 Assists erreichten vor ihm in der Playoff-Historie nur Wilt Chamberlain und Kareem Abdul-Jabbar. "Jup, das ist der MVP", lautete Aytons Reaktion, als er einen Blick auf den Boxscore warf.

"Leider haben wir diese Performance vergeudet", monierte Malone. Jokic selbst zeigte sich unzufrieden von seinem Auftritt, in erster Linie, weil er nur 13 seiner 29 Würfe im Korb unterbringen konnte - und weil am Ende eben die dritte Pleite auf dem Scoreboard stand. Malone gab zu, dass das Team frustriert sei, gleichzeitig zeigte er sich kämpferisch: "Wir wissen alle, dass wir gegen ein gutes Team spielen. Allerdings wissen wir auch, dass wir besser spielen können, als wir es in diesen drei Spielen gezeigt haben."

Denver Nuggets: "Fünftes Spiel in Phoenix erzwingen"

Dessen sind sich offenbar auch die Suns bewusst. "Wir wissen, dass diese Jungs nicht aufgeben werden. Sie haben den MVP, sie werden gut gecoacht und sie spielen sehr hart", sagte Booker. "Niemand will jemals, dass seine Saison endet. Also werden sie alles geben - und wir werden darauf vorbereitet sein."

In Person von CP3 haben die Suns einen Anführer, der sichergehen wird, dass der Fokus des jungen Teams nicht zu früh auf die West-Finals wandert. Zunächst muss die Aufgabe namens Nuggets erledigt werden. Und das wird nicht leicht.

"Ich weiß nicht, ob ich jemals ein Team gesehen habe, das besser für so eine Situation geeignet wäre, um einen Weg zurück in den Kampf zu finden", sagte Malone. "Ich will nicht, dass wir leise in die Nacht verschwinden. Ich hoffe, dass wir Kampf und Entschlossenheit zeigen und diese Serie in ein fünftes Spiel in Phoenix zwingen."

Suns vs. Nuggets: Die Serie im Überblick - Stand: 3-0

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
18. Juni4 UhrSunsNuggets122:105
210. Juni3.30 UhrSunsNuggets123:98
312. Juni4 UhrNuggetsSuns102:116
414. Juni2 UhrNuggetsSuns
5*16. JunitbaSunsNuggets
6*18. JunitbaNuggetsSuns
7*20. JunitbaSunsNuggets
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung