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NBA Playoffs - Atlanta Hawks hoffen in den Ost-Finals auf Bogdan Bogdanovic: X-Faktor auf einem Bein

Bogdan Bogdanovic ist aufgrund von Knieproblemen bisher noch nicht in den Ost-Finals angekommen.

Die Atlanta Hawks stehen vor Spiel 4 gewaltig unter Druck, einen 1-3-Rückstand dürfen sie sich in den Ost-Finals gegen die Bucks wohl kaum erlauben. Allerdings macht der Knöchel von Trae Young Sorgen - eigentlich höchste Zeit für Bogdan Bogdanovic, seine Heldentaten aus Europa auch auf die NBA Playoffs zu übertragen. Doch auch beim Serben gibt es Fragezeichen.

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"Frustrierend" war das Wort, das Trae Young bemühte, um seine Gefühlswelt nach Spiel 3 zu beschreiben. Nicht nur aufgrund der 102:113-Pleite seiner Farben, sondern vor allem aufgrund der unglücklichen und deshalb so bitteren Knöchelverletzung, die er sich im dritten Viertel zuzog. Young knickte im Rückwärtslaufen mit seinem Knöchel auf dem Fuß des Referees um, im Schlussabschnitt war er kein wirklicher Faktor mehr für die Hawks, die nun vor Spiel 4 um ihren Point Guard bangen.

Vom Glück verfolgt waren die Hawks während ihres fast schon magischen Playoff-Runs, der der Franchise nach drei Jahren Playoff-Abstinenz direkt eine Teilnahme an den Conference Finals sicherte, ohnehin nicht. Cam Reddish verpasste den Großteil der Postseason, in Person von De'Andre Hunter fehlt sogar ein etatmäßiger Starter seit dem Start der zweiten Runde verletzungsbedingt.

"Wir haben kein Spiel mit dem kompletten Team gespielt, aber jeder ist über sich hinausgewachsen und wir haben eine ziemlich gute Saison gespielt", fasste Danilo Gallinari die Situation der Hawks nach Spiel 3 zusammen. "Wir kennen das also: Wenn jemand ausgefallen ist, ist jemand anderes gekommen und hat ein großartiges Spiel geliefert. Das müssen wir weiterhin so machen."

Soll heißen: Sollte Young, die alles überragende Figur dieser Hawks-Postseason, in Spiel 4 tatsächlich zu stark eingeschränkt sein oder sogar ausfallen, muss eben jemand anderes in die Bresche springen. Für diese Rolle prädestiniert wäre eigentlich Bogdan Bogdanovic - wenn der Serbe nicht aktuell mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hätte.

Bogdanovic: Für wenige Stunden ein Milwaukee Buck?

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass eben jener Bogdanovic ein X-Faktor der Hawks in diesen Eastern Conference Finals werden könnte. Ginge es nach den Verantwortlichen des Gegners, dann würde der 28-Jährige nämlich im Trikot der Bucks auflaufen und als sekundärer Ballhandler und gefährlicher Distanzschütze an der Seite von Giannis Antetokounmpo und Khris Middleton Milwaukee in die Finals hieven.

Offenbar war man sich vergangene Offseason in der Bierstadt sogar schon einig mit den Sacramento Kings, einen Sign-and-Trade-Deal um Restricted Free Agent Bogdanovic einzufädeln. Das Problem: Der angeblich fixe Deal sickerte bereits vor der Öffnung des offiziellen Verhandlungsfensters in der Free Agency durch. Die NBA schob dem Sign-and-Trade einen Riegel vor, der Deal wurde abgeblasen. Stattdessen sicherte sich Atlanta die Dienste des Guards.

Dessen Start in Georgia verlief allerdings alles andere als planmäßig. Noch vor dem Start des Training Camps wurde Bogdanovic positiv auf das Coronavirus getestet, nach gut zweieinhalb Saisonwochen zog er sich dann eine Fraktur im rechten Knie zu. Die Verletzung setzte Bogdanovic 25 Spiele außer Gefecht, als er aufs Parkett zurückkam, stand Atlanta mit 14 Siegen sowie 20 Niederlagen nur auf Platz elf im Osten und Head Coach Lloyd Pierce wurde gerade erst gefeuert. Von den Ost-Finals träumten zu diesem Zeitpunkt nicht einmal die hartgesottensten Fans.

Bogdan Bogdanovic: "Um Titel zu spielen, ist sein Standard"

Nun ist es allerdings auch kein Zufall, dass der Aufschwung der Hawks mit der Übernahme von Interimscoach Nate McMillan und eben der Rückkehr von Bogdanovic einherging. Coach McMillan begann, seinen Shooting Guard sowohl abseits des Balles als auch mit Ball mehr ins Offensivsystem der Hawks zu integrieren.

"Wir haben unsere Offense etwas besser individuell abgestimmt, damit er öfters den Ball bekommt und wir ihn mehr bewegen", erklärte McMillan im April. "Er bewegt sich abseits des Balles großartig, vor allem um Screens, also haben wir ein paar mehr Sets eingearbeitet, um Bogi in solchen Situationen zu bedienen."

Die Resultate sprechen für sich. In seinem vierten Jahr in der Association legte Bogdanovic Career-Highs bei den Punkten (16,4), der Dreierquote (43,8 Prozent bei 7,6 Versuchen pro Partie, Platz 6 in der NBA unter allen Spielern mit mindestens 5 Versuchen) und der True Shooting Percentage (61,6 Prozent) auf. So sammelte Atlanta auch dank Bogdanovic von Anfang März bis zum Ende der regulären Saison ligaweit die meisten Siege (27-11) und qualifizierte sich doch noch für die Playoffs.

Endlich, wird sich Bogdanovic nach zuvor drei Jahren in der NBA ohne Postseason-Basketball gedacht haben. Dass er eigentlich auf die größte Bühne gehört, hat er schließlich schon in Europa mehrfach unter Beweis gestellt. "Es war komisch, Bogdan für drei Jahre nicht in den Playoffs zu sehen", sagte auch dessen Teamkollege aus Jugendzeiten Aleksandar Komatina gegenüber The Ringer. "Um Titel zu spielen, ist eigentlich sein Standard. In diesen Momenten ist er am besten."

Hawks-Guard Bogdan Bogdanovic: Held in Europa

In einem insgesamt jungen und unerfahrenen Team sticht Bogdanovic als ehemaliger EuroLeague-Champion mit Fenerbahce oder Finals-MVP der türkischen Liga heraus, um nur mal ein paar seiner Auszeichnungen aus seinem beeindruckenden Steckbrief herauszufischen. An der Seite von Young macht ihn das zu einer enorm wichtigen Waffe für die Hawks, auch in der Crunchtime.

Zwar fehlte bisher ein echtes Breakout-Game in den NBA Playoffs, doch bereits in der ersten Runde gegen die Knicks zeichnete er sich für einen Clutch-Dreier verantwortlich. Gleiches galt für Spiel 1 in der zweiten Runde gegen Philadelphia, als er mit seinem Dagger die Sixers-Fans zum Schweigen brachte - genauso, wie er es auch schon zu Fenerbahce-Zeiten mit unzähligen anderen gegnerischen Anhängerschaften tat.

Dann allerdings schlug erneut das Verletzungspech zu. In Spiel 6 der Philly-Serie musste Bogdanovic im Schlussabschnitt vorzeitig vom Feld, das rechte Knie machte ihm zu schaffen. Bereits in der Partie zuvor schien er körperlich nicht vollends auf der Höhe zu sein, seither schleppt er sich auf einem Bein durch die Postseason.

In den vergangenen sechs Spielen legte der Serbe nur 6,2 Punkte bei 26,8 Prozent aus dem Feld auf, in den Ost-Finals steht er aktuell bei 20 Zählern - in insgesamt drei Partien wohlgemerkt. In diesen drei Spielen flutschten von seinen 28 Feldwurfversuchen nur sieben durch die Reuse. "Er gibt uns alles, was er hat", sagte McMillan vor wenigen Tagen. "Es ist ziemlich offensichtlich, dass er Schmerzen hat, aber dieses Team ist nun mal aus diesem Holz geschnitzt. Er will nicht pausieren."

Bogdanovic: "Er glaubt immer, der nächste Wurf sitzt"

Der Bogdanovic der vergangenen Tage war bei weitem nicht der Bogdanovic der letzten Saisonmonate, dabei könnte Atlanta gerade jetzt letzteren gut gebrauchen. Nach Youngs Knöchelverletzung in Spiel 3 wurde er im Schlussabschnitt hauptsächlich abseits des Balles als Köder benutzt, Bogdanovic spielte zwar die kompletten 12 Minuten durch, verzeichnete aber keinen einzigen Zähler (0/3 FG).

Insgesamt stand er in der Partie bei 3/16 aus dem Feld und 2/10 von Downtown, wirkte aber immerhin deutlich agiler als noch zum Auftakt der Serie, als er auch defensiv gnadenlos attackiert wurde und zumeist keine Chance hatte, vor dem Gegenspieler zu bleiben. Hoffnung dürften den Hawks-Fans auch die Minuten des Guards machen, nach 28 beziehungsweise 18 Minuten in den ersten beiden Duellen mit den Bucks stand er in Spiel 3 wieder 35 Minuten auf dem Parkett.

"Was seine Gesundheit betrifft, wird er immer besser", bestätigte nun auch McMillan. "Sein Wurf wollte einfach nicht fallen, aber er ist jemand, der immer daran glaubt, dass der nächste sitzt. Er hatte ein paar weit offene Würfe und ich vertraue ihm, dass er diese trifft." Darauf wird Atlanta in der restlichen Serie auch angewiesen sein, wenn sie die Finals-Hoffnungen noch nicht begraben wollen.

In Spiel 1 brauchte es einen überragenden Young, um die Partie zu stehlen. Aufgrund der Fragezeichen hinter dieser Personalie vor Spiel 4 wird Coach McMillan mehr von Bogdanovic oder auch Kevin Huerter, der in Game 7 gegen Philadelphia das Spiel seines Lebens machte, benötigen, um Druck vom Franchise-Star zu nehmen. Sollte Atlanta mit 1-3 gegen Giannis und Co. in Rückstand geraten, dürfte die Serie wohl vorbei sein, entsprechend groß ist der Druck auf den Hawks. Genau solche Situationen liebt Bogdanovic eigentlich.

Bucks vs. Hawks: Die Serie im Überblick - Stand: 2-1

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
124. Juni2.30 UhrBucksHawks113:116
226. Juni2.30 UhrBucksHawks125:91
328. Juni2.30 UhrHawksBucks102:113
430. Juni2.30 UhrHawksBucks
52. Juli2.30 UhrBucksHawks
6*4. Juli2.30 UhrHawksBucks
7*6. Juli2.30 UhrBucksHawks
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