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NBA

NBA Playoffs - Dallas Mavericks siegen zum Auftakt bei den Clippers: Mit dem Rezept der Golden State Warriors

Zum Auftakt der Serie feierten die Mavs einen Sieg in L.A.

Die Dallas Mavericks haben überraschend Spiel 1 bei den L.A. Clippers für sich entschieden. Dabei war nicht nur Luka Doncic überragend, am Ende machten andere die wichtigen Plays. Der Auftritt der Clippers gibt dagegen Rätsel auf.

Kleine Dinge entscheiden schon Playoff-Spiele, ein Hustle-Play hier, ein Highlight dort und schon kann sich die Dynamik einer Partie entscheidend ändern. Auch in diesem Spiel gab es zahlreiche dieser Momente für die Clippers. Da war der Mini-Run von Patrick Beverley im zweiten Viertel, der abartige Poster-Dunk von Kawhi Leonard über Maxi Kleber im dritten Durchgang (die Highlights im Video) oder aber die guten Minuten von Rajon Rondo (3 Dreier) im Schlussabschnitt.

Und doch fielen die Mavs nicht um, wie sie es in den vergangenen Jahren immer wieder taten - im Gegenteil. Noch im Vorjahr waren die Mavs Meister darin, Führungen spät zu verspielen, nun beendeten die Texaner dieses erste Playoff-Spiel mit einem 18:5-Lauf gegen einen echten Contender.

Und das gelang, ohne dass Luka Doncic, der mit 31 Punkten, 11 Rebounds und 10 Assists sein drittes Playoff-Triple-Double auflegte, im Schlussabschnitt als Scorer auftrat. Der Slowene verbuchte nur noch einen Punkt in den letzten zwölf Minuten (0/5 FG), vornehmlich weil die Clippers die heiße Hand doppelten und entschieden, dass alle anderen Mavs-Spieler, die nicht Doncic heißen, sie schlagen müssen.

Dallas Mavericks: Das Rezept der Golden State Warriors

Auch das ist Teil eines Reifeprozesses. Die Nervenstärke der Rollenspieler wurde angezweifelt, in Spiel 1 lieferten sie ab. Tim Hardaway Jr. bestätigte seine starke Regular Season mit 21 Punkten, Dorian Finney-Smith traf knapp drei Minuten vor dem Ende aus der Ecke den womöglich wichtigsten Wurf zum 103:100.

Entsprechend stolz zeigte sich auch Coach Rick Carlisle: "Unsere Stärke liegt in unserer Geschlossenheit", sagte Carlisle und verwies dabei auf das langjährige Playoff-Motto der Golden State Warriors - "Strength in numbers". Posterboy dafür war jener Finney-Smith, der sich über fünf Jahre von einem ungedrafteten No-Name zu einem wertvollen Rollenspieler bei einem ambitionierten Playoff-Team aufgeschwungen hat. "Kein Spieler hat sich über die Jahre Stück für Stück so sehr verbessert wie er", schwärmte Carlisle weiter.

2016/17 versenkte DFS keine 30 Prozent von Downtown, nun kratzt er an den 40 und bleibt auch in Drucksituationen cool. Noch immer können die Gegner mit seinen Dreiern leben, wenn der Forward aber weiter so gut trifft, werden Teams wie die Clippers nicht mehr ihren Center (in dem Fall war es Zubac) bei DFS parken, weil sie in ihm keine Gefahr sehen.

4/5 aus der Distanz wird nicht die Norm bleiben, gleiches gilt für die 47 Prozent als Team, doch Dallas hat zumindest einmal eine Duftmarke hinterlassen. Auch beim Gegner, die absichtlich die Spiele gegen die Kellerkinder Houston und OKC verloren, um genau jenes Matchup zu bekommen. Be careful what you wish for.

Dallas Mavericks stellen Clippers vor Probleme

Demut war deswegen bei den Clippers angesagt. "Das ist ein gutes Team und nicht umsonst ein 4-5-Matchup", sagte zum Beispiel Paul George und auch Coach Ty Lue hob explizit die Leistung der Mavericks hervor. Beunruhigt war aber keiner der beiden, auch wenn die letzten Minuten ob der Planlosigkeit der Clippers Erinnerungen an die Nuggets-Serie wach werden ließen.

Kawhi Leonard wurde da schon deutlicher: "Wir brauchen nicht darüber reden, ob wir Luka oder die Rollenspieler aus dem Spiel nehmen sollen. Wir müssen alles von ihnen limitieren." In diesem Spiel gelang weder das eine noch das andere. In Halbzeit eins bekam Doncic immer wieder den Switch und das Mismatch gegen Center Ivica Zubac, den er nach Problemen im Vorjahr diesmal problemlos auseinander schraubte.

"Es ist seine Zeit des Jahres", lobte Coach Carlisle auch den Auftritt von Doncic, der in seinem siebten Playoff-Spiel sein drittes Triple-Double auflegte. "Er hat jede Verteidigung gesehen, die die Menschheit zu bieten hat. Er ist einer der schlausten Basketballspieler, die es je gab - in jedem Alter, auf jedem Level."

In der zweiten Halbzeit kam der zweite Gegenspieler schneller, doch nicht schnell genug, wodurch er regelmäßig den abrollenden Spieler fand, der so zahlreiche Vier-gegen-Drei-Situationen vorfand. So entstanden eine Vielzahl der Eckendreier der Mavericks.

Dallas Mavericks: Den Druck haben die anderen

An dieser Stelle werden die Clippers ansetzen müssen, denn das ging für Dallas viel zu einfach. Aber auch die Mavs machten bei weitem kein perfektes Spiel. In allererster Linie ist Kristaps Porzingis (14, 4/13 FG) zu nennen, der den Fluss der Offensive eher störte und defensiv nicht so dominant auftrat, wie es Carlisle im Anschluss verkaufen wollte.

Dazu gerieten Kleber und Finney-Smith zu schnell in Foulprobleme und brachten einige Minuten von Nicolo Melli, die nicht wirklich gut verliefen (0 Punkte, 0/1 FG, -8).

Es hilft hingegen, wenn man den besten Spieler auf dem Feld stellt und das war eben Doncic und nicht Leonard. Trifft der Spielmacher weiter so wie in Spiel 1, dann werden die Clippers massive Probleme bekommen. Gegeben ist das nicht, die Clippers werden mit Sicherheit noch Konter in der Tasche haben.

Wie allerdings die letzten Minuten dieser Partie liefen, sollte Dallas Mut machen. Womöglich sind die Clippers nicht so gefestigt, wie man dies über die Saison annehmen konnte. "Wir hatten viele schlechte Plays und Konzentrationsschwächen", versuchte sich George mit einer Analyse. Der Druck auf die Kalifornier ist enorm und durch den verkorksten Auftakt nicht kleiner geworden. Dallas kann das nur recht sein.

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