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NBA - Selbst LeBron James ist begeistert: Wie Julius Randle die New York Knicks wieder relevant macht

Julius Randle ist der Go-to-Guy der New York Knicks.
© getty

Die New York Knicks sind on fire! Dank acht Siegen am Stück sind die Knicks inzwischen Vierter im Osten. Das Team aus dem Big Apple ist die Überraschung der Saison, wobei aus dem malochenden Kollektiv vor allem einer heraussticht: Julius Randle.

Der April neigt sich dem Ende entgegen und die New York Knicks schielen auf den Heimvorteil in den Playoffs. Wer hätte das vor der Saison kommen sehen? Heute vor einem Jahr war die vergangene Spielzeit der Knicks bereits beendet, zu schlecht war ihre Bilanz, um überhaupt in die Bubble von Disney World eingeladen zu werden.

New York war eines von acht Teams, welches außen vor blieb, inzwischen möchte wohl niemand mehr die Truppe aus dem Big Apple missen. Die Knicks sind die Feel-Good-Story der Saison, auch mit begrenzter Zuschauerzahl versprüht der Madison Square Garden endlich wieder die Magie, welche so lange verloren gegangen war. Selbst LeBron James scheint die Wiederauferstehung der Knickerbockers zu gefallen.

Coach Tom Thibodeau war als Assistant Coach unter Jeff Van Gundy dabei, als die Knicks in den Neunzigern regelmäßig gegnerische Offenses zur Verzweiflung brachten und sich mit MJs Bulls, Millers Pacers oder Rileys Miami Heat unvergessene Schlachten lieferten. Doch dass Thibs das vor wenigen Jahren noch schlechteste Team der Eastern Conference mit nur leicht verändertem Personal zu einer Playoff-Mannschaft transformieren würde, davon war nicht auszugehen.

Julius Randle: Plötzlich ein All-NBA-Spieler?

Gleiches gilt für die Entwicklung von Julius Randle, der in seinem zweiten Jahr in Manhattan einen Sprung machte, den ihm so wohl niemand zugetraut hätte. In seiner siebten NBA-Saison entwickelte sich aus einem soliden Big Man, der in der modernen NBA weder ein echter Power Forward noch ein Center war, ein All-Star, womöglich sogar ein All-NBA-Spieler.

Randle legt über die Saison 23,9 Punkte, 10,5 Rebounds und 6,1 Assists bei 41 Prozent von der Dreierlinie auf, nur MVP-Favorit Nikola Jokic erreicht ebenfalls diese Zahlen, in der Historie der NBA schaffte es ansonsten nur Larry Bird. Nun muss man mit diesen Statistiken aufgrund der heutzutage enormen Pace etwas vorsichtig sein, doch die Knicks spielen den mit Abstand langsamsten Basketball der NBA - Old School eben, so wie der Coach und auch das Spiel von Randle.

313 Versuche hat der 26-Jährige bisher aus der Mitteldistanz genommen, nur Nikola Vucevic von den Bulls hat mehr. Die Quote von 42 Prozent sieht auf den ersten Blick nicht prickelnd aus, doch wohl keiner in der NBA nimmt mehr schwere Versuche als der erstmalige All-Star. Die Knicks laufen jede Menge Isolations für Randle an den "Elbows", jenem Spot auf dem Feld, in welchem Dirk Nowitzki einst sein Büro platzierte.

Julius Randle: Seine Statistiken bei den New York Knicks

SaisonSpieleMinutenPunkteFG%3P%ReboundsAssists
19/206432,519,546,027,79,73,1
20/215937,523,946,041,010,56,1

Julius Randle: Der Dreier als Dosenöffner

Auch Randle agiert viel aus dem Post, wo er entweder in die Zone powert, den Face-Up-Sprungwurf oder aber einen Turnaround-Jumper nimmt. Das ist nicht besonders effizient, aber so ist die Offense der Knicks eben aufgebaut. Der Respekt für Randle ist in der NBA gewachsen, immer häufiger wird der bullige Forward gedoppelt und ist gezwungen, Entscheidungen zu treffen.

Aber Randle kann inzwischen Verteidigungen aus größerer Entfernung bestrafen. Vor der Saison traf der Big Man über seine Karriere keine 30 Prozent von Downtown, nun sind es über 40 bei 5,2 Versuchen pro Spiel, der Großteil davon selbst kreiert.

"In dem Moment, wo er sich den Dreier angeeignet hat, haben sich für ihn alle Türen geöffnet", lobte auch Thibodeau, der anmerkte, dass Randle die neunmonatige Spielpause genau dafür nutzte. Es ist ein Sprung, welcher in der NBA selten ist und Randle zum Favoriten auf den Award des Most Improved Player macht.

New York Knicks: Die Defense ist Trumpf

Noch im Sommer 2019 hatten viele Knicks-Fan mit der Nase gerümpft, als man auf dem Free-Agent-Markt von Kevin Durant und Kyrie Irving träumte, die ihre Zelte aber lieber auf der anderen Seite des East Rivers aufschlugen. Als Trostpreis bekamen die Knicks Randle für 62 Millionen über drei Jahre - ein stolzer Preis für jemanden, der als Starter weder für die Lakers noch für die Pelicans Bäume ausriss.

Doch aus einem durchschnittlichen Big ist ein All-Star geworden, ein Spieler, der bei einem Playoff-Team die erste Option ist. New York hat zwar nur ein Offensiv-Rating, welches für Platz 22 reicht, doch dank der defensiven Prinzipen von Thibodeau können sich die Knicks das erlauben. Beim Blick auf den Kader war schon vor der Saison klar, dass mit wenig Spacing das Scoring schwer fallen würde, dank Randle und dem ebenfalls stark verbesserten R.J. Barrett halten die Knicks den Kopf über Wasser.

Der Power Forward ist inzwischen das Gesicht des Teams, ein harter Arbeiter, der es mit seiner Power erzwingen kann. Er selbst möchte das gar nicht hören. "Wir funktionieren als Team", sagte Randle kürzlich. "Die Jungs lassen mich gut aussehen und ich gebe mein Bestes, um ihnen zu helfen."

Randle kennt schließlich auch die Kehrseite der Medaille. Noch im Vorjahr hätten viele Knicks-Fans den ineffizienten Top-Verdiener wohl am liebsten aus der Stadt gejagt, nun fliegen ihm die Herzen zu. So schnell kann es manchmal gehen.

Julius Randle endlich vor Playoff-Debüt

Auch die Knicks hatten solch eine Verbesserung wohl nicht erwartet. Zur Trade Deadline 2020 soll bereits ein Deal mit Charlotte ausgehandelt worden sein, der Randle zu den Hornets und Terry Rozier nach New York gebracht hätte. Bis heute ist unklar, welche der beiden Parteien letztlich kalte Füße bekam. Dazu drafteten die Knicks in Obi Toppin einen Spieler für Randles Position, dieser sieht nun aber hinter dem Minuten-König der NBA kaum den Court.

Thibodeau ist bekannt dafür, dass seine besten Spieler viele Minuten abreißen müssen, mit Randle ist es nicht anders. Da hilft es auch nicht, dass die Knicks in dieser Spielzeit fast immer in enge Spiele verwickelt sind. Nach Jokic und Chris Paul hat Randle bisher die meisten Crunchtime-Minuten (wenn die Differenz in den letzten fünf Minuten maximal fünf Punkte beträgt) abgespult.

Immer häufiger gehen dabei die Knicks als Sieger vom Feld, zuletzt gelang dies achtmal in Folge (gleich dreimal nach Verlängerung), was zuletzt zu solchen Szenen in den Katakomben des MSG führte. Die New Yorker lieben dieses malochende Knicks-Team, welches das Maximum aus dem weiter limitierten Kader presst - mit Randle als Aushängeschild.

MVP-Sprechchöre sind inzwischen keine Seltenheit mehr, man mag sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn die Knicks in den Playoffs tatsächlich für Furore sorgen würden. Aber nicht nur die Knicks-Fans lechzen nach der Postseason, gleiches dürfte für Randle gelten. 434 Spiele hat der Forward nun auf dem Buckel, kein einziges in den Playoffs. Nur Alex Len (517) und Elfrid Payton (438) warten länger - höchste Zeit dies zu ändern.

NBA: Der Kampf um die Playoffs im Osten

PlatzTeamBilanzRückstand
4New York Knicks33-27-
5Atlanta Hawks32-270,5
6Boston Celtics32-270,5
7Miami Heat31-281,5
8Charlotte Hornets28-304
9Indiana Pacers27-315
10Washington Wizards25-337
11Chicago Bulls25-347,5
12Toronto Raptors25-347,5
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