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NBA - Kyrie Irving komplettiert Traum-Trio der Brooklyn Nets mit Harden und Durant: Wie ein Ball reichen könnte

Kyrie Irving und James Harden teilen sich nun den Backcourt der Brooklyn Nets.
© getty

Kyrie Irving wird aller Voraussicht nach in der Nacht auf Donnerstag bei den Cleveland Cavaliers sein Comeback für die Brooklyn Nets geben. In seiner Abwesenheit hat sich bei den Nets vieles verändert, mit James Harden spielt nun ein weiterer Superstar in New York. Kann sich Irving anpassen?

Die Flitterwochen bei den Brooklyn Nets sind in vollem Gange. Die ersten beiden Spiele der Nets mit James Harden wurden gewonnen, darunter auch das Spitzenspiel gegen die Milwaukee Bucks (hier gibt es die Highlights im Video). In besagten Partien legten Harden und Kevin Durant zusammengerechnet 69 Punkte im Schnitt auf und nahmen mehr als die Hälfte aller Würfe des Teams.

Das alles gelang ohne eine einzige gemeinsame Trainingseinheit, die gab es erst am Dienstag. Ebenfalls mit dabei: Kyrie Irving. Der Point Guard hatte die vergangenen sieben Partien der Nets verpasst, zunächst aus privaten Gründen, später wegen des Corona-Protokolls und konditionellem Rückstand.

In Abwesenheit des Guards hatte Harden den Part des Spielmachers übernommen und teils exzellent Regie geführt. Insgesamt spielte The Beard 26 Assists, allerdings dürfen auch die 15 Ballverluste nicht verschwiegen werden. Das ist ob des fehlenden Trainings jedoch nicht ungewöhnlich.

Nun wird in Cleveland dem Team in Irving ein weiteres Puzzleteil implementiert, ein weiterer Scorer, ein weiterer balldominanter Spieler. Es ist ein faszinierendes Experiment, denn eine solche Form der Big Three hat es noch nicht gegeben, weder in Miami, Boston, Golden State oder sonst wo. Alle drei haben ihre Stärken in der Offense, alle drei haben den Ball gerne in der Hand.

Kyrie Irving bei den Nets: Muss er sich opfern?

Durant ist wohl der Spieler, der noch am ehesten abseits des Spaldings spielen kann, schließlich tat er dies auch einige Jahre bei den Warriors. Harden hingegen kennt aus Houston seit Jahren nur einen Stil, nämlich seinen eigenen. Zwar teilte er den Ball in den ersten Partien, viel Bewegung war aber nicht zu sehen, wenn er das orangene Leder nicht in den Händen hielt.

Nets-Coach Steve Nash wischte dagegen Zweifel schon vom Tisch, bevor Harden überhaupt eine Minute für Brooklyn auf dem Feld stand: "Die Jungs wollen gewinnen. Und wenn sie wirklich gewinnen wollen, werden sie einen Weg finden, um zusammenzuspielen."

Opferbereitschaft ist also das Stichwort, ein Prozess, den alle großen Stars in Superteams durchliefen. Manche mehr, manche weniger. In Brooklyn dürfte dies vor allem auf Irving zutreffen. Durant und Harden sind weiterhin Top-10-Spieler, Irving befindet sich eher eine Kaste darunter, auch wenn er an guten Tagen Spiele im Alleingang entscheiden kann.

In den sechs Spielen mit Durant zum Saisonstart klappte die Arbeitsteilung, Nash entschied sich sogar dafür, das Duo nicht zu staffeln und stattdessen meist zusammen spielen zu lassen. Mit Erfolg: In den 185 Minuten mit KD/Irving erzielten die Nets auf 100 Ballbesitze normiert 17,5 Punkte mehr als der Gegner. Das ist ein elitärer Wert, wenn man bedenkt, dass dies meist gegen andere Starter gelang und es immerhin 31 Minuten pro Spiel waren.

Kyrie Irving: Hero Ball war einmal

Groß zurückstecken musste keiner der beiden, auch wenn Irving nach einigen Spielen betonte, dass "Hero Ball", den er gerne in Cleveland und Boston zelebrierte, für ihn ohnehin gestorben sei. "Es war eine lange Reise, um an diesen Punkt zu kommen und zu lernen, dass es nicht um Hero Ball geht, sondern darum wie gut ein Team sein kann", sagte Irving kurz vor dem Saisonstart.

"Ich denke, dass ich in meiner Karriere einige Male den Fehler gemacht habe, zu eigensinnig zu spielen. Dabei diktiert der Erfolg des Teams, wie gut du individuell bist. Im Moment genieße ich meine Rolle und gehe darin auf", so der Point Guard. Diese Rolle dürfte sich durch die Addition von Harden aber wieder etwas verändern.

Irving wird den Ball weniger in den Händen halten, vermehrt abseits des Balles spielen. Das tat er auch lange bei den Cavs an der Seite von LeBron James. Nach drei Jahren und einer Meisterschaft wollte er trotzdem sein eigenes Team und forcierte einen Trade.

In Brooklyn wird das nach eigener Aussage nicht passieren: "Es ist die richtige Situation, das richtige Umfeld. Mir geht es nicht mehr um persönliche Auszeichnungen. Ich bin Teil der Kultur, dafür brauche ich keinen MVP-Titel. Ich will mit einem tollen Team eine Meisterschaft gewinnen und später darauf zurückschauen, wie viel Spaß wir dabei hatten."

Kyrie Irving: WM-Titel an der Seite von Harden

Nash steht nun vor einem Luxusproblem, was seine Rotation betrifft. Vermutlich wird er Durant stets mit Harden oder Irving spielen lassen, einer der beiden Letztgenannten dürfte zudem früh im ersten Viertel rausgehen, um etwas später die Second Unit alleine anzuführen. Am Ende von engen Spielen werden dann wieder alle drei auf dem Feld stehen.

Hier dürfte es hoch interessant werden, wer denn nun die erste Option für den letzten Wurf sein wird. Die Antwort sollte natürlich Durant heißen, kein Spieler in der NBA ist schließlich so schwer zu verteidigen, keiner kann mit einer solchen Leichtigkeit einen Wurf für sich selbst kreieren. Aber: Bei der Pleite gegen die Wizards (122:123) war es zunächst Irving, der den letzten Versuch bekam - und scheiterte. Nach einem Rebound hatte Durant eine weitere Chance, aber auch er vergab.

So oder so: Wer auch immer aus diesem Trio in der Crunchtime Würfe nehmen wird, es ist ein Luxus, den kein anderes Team besitzt. Natürlich gibt es noch andere Baustellen wie die Defense oder die Tiefe des Kaders, doch zunächst einmal wird der Fokus auf dem Trio liegen und wie es zusammenspielen wird.

Übrigens: Nicht nur Harden und Durant haben eine gemeinsame Vergangenheit. Auch Irving und Harden teilten sich vor bald sieben Jahren schon einmal den Court, als Team USA 2014 in Spanien souverän Weltmeister wurde. Kyrie wurde MVP, zusammen legte er mit Harden im Finale gegen Serbien (129:92) 49 Zähler auf.

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