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NBA - Das Debüt von LeBron James 2003: Als The Chosen One die Kritiker im "Zoo" Sacramento verstummen ließ

LeBron James erzielte bei seinem Debüt gegen Sacramento 25 Punkte.

LeBron James: Believe the hype

Druck kam aber auch vonseiten der NBA, was Coach Paul Silas zu folgendem Statement hinreißen ließ. "Wenn ich LeBron für längere Zeit auf die Bank setzen würde, würde mir David Stern vermutlich auf die Finger hauen." Der 18-Jährige selbst gab sich dagegen diplomatisch. "Wie viel ich spiele, liegt in den Händen von Paul Silas. Ich gehöre zu 100 Prozent ihm."

James wurde nicht müde zu betonen, dass er lediglich ein Rookie sei. Das Team gehöre Davis und Ilgauskaus. "Ich möchte kein vorlauter Rookie sein und gleich alles an mich reißen", versicherte LeBron. "Ich habe nur eine Nachricht und das ist, dass ich zu jeder Zeit für meine Teamkollegen da sein werde."

So nobel diese Worte auch waren, die Medien jazzten sein Debüt so gut es ging in die Höhe. Nike drehte einen aufwendigen Werbespot (unter anderem mit dem Ice Man George Gervin), in welchem James gegen die Sacramento Kings vermeintlich versagte, als er für einen Moment sich nicht bewegte und dann doch lachend abdrehte. Geplant war, dass er Kings-Guard Mike Bibby im Eins-gegen-Eins schlagen würde, dieser wollte sich aber in einer Werbung nicht lächerlich machen.

In der Preseason hatte LBJ dann aber noch Probleme. Der King legte nur 8 Zähler im Schnitt auf und traf lediglich 33 Prozent aus dem Feld. Ein Journalist aus Cleveland stellte sogar die Frage, ob ein normaler Rookie, der nicht LeBron heiße, mit solchen Leistungen aus dem Kader gestrichen werden sollte.

LeBron James' Debüt: Wie in einem Zoo

Das war natürlich Unsinn und so fieberte jeder NBA-Fan dem 29. Oktober 2003 entgegen. ESPN legte LeBrons Debüt an das Ende eines Double-Headers, für die Cavs war es das erste Spiel im nationalen Fernsehen nach fast 18 Monaten. Gespielt wurde in der Arco Arena in Sacramento. Die Kings waren damals eines der besten Teams der Liga, mit Bibby, Peja Stojakovic, Chris Webber und Vlade Divac zelebrierten die Kings Offensiv-Basketball und stellten damit den Gegenpol zum "langweiligen" Champion San Antonio Spurs dar.

"Es war wie in einem Zoo", erinnerte sich der damalige Cavs-Guard J.R. Bremer an die Atmosphäre in der kalifornischen Hauptstadt an diesem Abend. "Jeder Reporter und gefühlt jeder NBA-Verantwortlicher war an diesem Abend in der Halle."

Selbst alte Hasen wie Kings-Guard Doug Christie behielten diese Stimmung in Erinnerung. "So etwas hatte ich noch nie erlebt. Ich war schon dabei als Shaq gedraftet wurde, aber das war nicht so ein Event wie dieser Abend." Alle Augen waren auf James gerichtet und die Voraussetzungen waren alles andere als ideal für den Teenager.

Die Cavs waren ohne einen Point Guard angereist, weil Dajuan Wagner mit Knieproblemen in Ohio blieb und so begann der nominelle Forward James tatsächlich als Point Guard für die Cavaliers - mit 18 Jahren, in seinem erstem NBA-Spiel. "Er hat ihr Spiel dirigiert als ob er Magic Johnson wäre. Das war unglaublich, Rookies machen so etwas nicht", sagte Christie.

LeBron James: Kein gewöhnlicher Rookie

Und so war es beinahe folgerichtig, dass LeBrons erste Offensiv-Statistik ein Assist war. Nach nur 90 Sekunden fand er in Transition von der Dreierlinie Davis, der mit mit einem krachenden Alley-Oop-Dunk abschloss. Von Nervosität war bei James nichts zu spüren, nach 12 Minuten hatte er ebenso viele Punkte eingesammelt und dazu 3 Assists und 2 Steals verbucht

Schon damals kamen die Qualitäten zum Vorschein, die James über fast zwei Dekaden auszeichnen würden. In einer Szene klaute er mit seinen schnellen Händen den Ball, doch anstatt vor nationalem Publikum einen krachenden Dunk auszupacken, wartete er lieber auf Mitspieler Davis, damit dieser per Reverse Jam vollenden konnte.

Es kristallisierte sich auch schnell heraus, dass James ein absoluter Matchup-Albtraum werden würde. Sacramento setzte Bibby auf ihn an und hoffte, dass LeBron vornehmlich Sprungwürfe nehmen würde. Es sollte eine bewährte Strategie über viele Jahre sein, doch an diesem Abend fielen die Würfe.

James beendete sein erstes NBA-Spiel mit 25 Punkten bei 12/20 aus dem Feld, garniert mit 6 Rebounds, 9 Assists, 4 Steals und gerade einmal 2 Ballverlusten. Bis heute ist James der einzige 18-Jährige, dem mindestens 25 Punkte in einem Spiel gelangen, er tat es bis zu seinem 19. Geburtstag noch acht weitere Male (darunter auch 37 Zähler gegen die Boston Celtics).

Hier gibt es die kompletten Highlights von LeBrons NBA-Debüt!

LeBron James: Niederlage beim Debüt - und doch gewonnen

Für den Sieg reichte es bei James' Debüt jedoch nicht. Die Cavs führten zwar im vierten Viertel mit 85:83, verloren am Ende aber recht deutlich mit 92:106. Aber auch beim Gegner war James in aller Munde. "Wir haben am Ende recht leicht gewonnen, aber nach dem Spiel haben wir in der Kabine nur von LeBron James gesprochen und wie groß er eines Tages mal werden wird", verriet Peja Stojakovic.

Über die Saison bestätigte James seinen guten Auftakt, er legte in seiner Rookie-Spielzeit durchschnittlich 20,9 Punkte, 5,9 Assists sowie 5,5 Rebounds auf. Im Rennen um den besten Rookie setzte sich LBJ damals umstritten gegen Carmelo Anthony durch, der die Nuggets tatsächlich in die Playoffs führte.

James war dies nicht vergönnt. Eine Niederlage im drittletzten Spiel der Saison in Miami besiegelte das Ausscheiden Clevelands aus dem Playoff-Rennen. Nicht mehr dabei waren da übrigens Davis und Miles, welche Cleveland im Laufe der Saison nach Boston bzw. Portland getradet hatten. Die Zukunft gehörte schon knapp sieben Monate zuvor dem 18-jährigen LeBron, damals wussten sie es jedoch noch nicht.

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