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NBA

NBA Legenden-Serie: Dan Majerle - Basketball meets Boygroup

Von Sebastian Hahn
Dan Majerle wurde in Phoenix trotz aller Skepsis zur Legende

Dan Majerle war in den 90ern ein absoluter Fan-Liebling, der Prototyp eines Glue Guys und ein Frauenschwarm. Bei den Phoenix Suns ist Thunder Dan mittlerweile eine echte Legende auch, wenn dass zu Beginn seiner Karriere niemand in Arizona gedacht hätte - außer seinem Coach. Heute wird er 57 Jahre alt.

Dieser Artikel erschien erstmals am 28. September 2014. Alle weiteren Geschichten zu den besten Spielern aller Zeiten gibt es in unserem Legendenarchiv.

Cotton Fitzsimmons konnte einfach nicht anders. Die Coaching-Legende der Phoenix Suns musste im Frühjahr 2002 einfach lächeln, als er auf den Court des American West Centers schritt. "Ich habe es euch allen gesagt. Ihr werdet eure Buhrufe noch bereuen", erklärte der 73-Jährige den klatschenden Zuschauern.

Was war passiert? Gerade eben hatte Dan Majerle sein letztes NBA-Spiel bestritten. Der Fan-Liebling war im Herbst noch einmal für eine letzte Saison nach Arizona zurückgekehrt, gegen die Mavericks ging seine Karriere jetzt zu Ende. 25 Sekunden vor Schluss hatte er nochmal seinen Dreier ausgepackt und die 800 Treffer voll gemacht.

Bei seiner letzten Auswechslung bekommt der Forward mit der Nummer neun Standing Ovations, 14 Jahre zuvor wäre das noch undenkbar gewesen. Als Commissioner David Stern am Draft-Abend 1988 seinen Namen ausruft, erntet er nur Buhrufe der Suns-Fans. Coach Fitzsimmons Kommentar: "Ihr werdet diesen jungen Mann nie wieder ausbuhen, das schwöre ich euch." Er sollte Recht behalten.

Die Geburt von Thunder Dan

Majerle darf in seiner Rookie-Saison nur 54 Spiele auf das Parkett, die Suns sind dennoch äußerst erfolgreich und erreichen nach nur 28 Siegen im Vorjahr wieder die Playoffs. Vor allem Kevin Johnson, der im Tausch für Larry Nance nach Phoenix wechselt, bringt die Franchise weiter voran und gibt ihnen einen neuen Leader.

Der Pick der Cavs, der in diesem Zug ebenfalls in die Wüste Arizonas geschickt wird, wird von den Verantwortlichen übrigens für Majerle genutzt. Wer als Sieger aus diesem Trade hervorgeht, ist also schwer zu übersehen.

Trotz Johnsons Qualitäten als Floor General, Tom Chambers unter dem Korb und Schütze Jeff Hornacek ist in den Conference Finals aber gegen die Lakers und Magic Johnson Feierabend. Majerle feiert in den Playoffs seine persönliche Coming-Out-Party und steigert seinen Punkteschnitt um fünf Zähler auf 14,3. Seine krachenden Dunks werden von den Fans gefeiert - Thunder Dan ist geboren.

"Es ist egal, von wo er wirft"

In den kommenden beiden Jahren nimmt Majerle seine Rolle als Sixth Man in Phoenix immer besser an, bei Hornacek nimmt er Übungsstunden in Sachen Dreier. Der Vorteil des damals 25-Jährigen: Aufgrund seiner muskelbepackten Oberarme kann er auch von weit hinter der Dreierlinie treffen, nicht selten lässt er einen Wurf von der Mittellinie los - und trifft. Gegen die Charlotte Hornets legt er daher direkt sein Career-High von 37 Punkten auf.

"Wenn er erstmal heiß läuft, dann kann ihn niemand mehr stoppen. Dann ist es auch egal, von wo er wirft. Heute hat er einen von vier Metern hinter der Linie reingemacht", erklärt sein Coach Paul Westphal, der Fitzsimmons im Sommer 1992 ablöst und eine neue Ära in der Wüste von Arizona einleitet.

Neben Westphal kommt mit Charles Barkley nämlich nach Jahren wieder ein Superstar nach Phoenix, "The Round Mound of Rebound" verändert alles.

Finals-Trip mit Sir Charles

Mit Majerle, Johnson, Slam-Dunk-Champ Cedric Ceballos und eben Barkley sind die Suns reif für einen tiefen Playoff-Run. Thunder Dan startet nun auf der Zwei, da Jeff Hornacek im Rahmen des Barkley-Trades die Franchise verlassen musste. Mit 16,9 Punkten ist er nicht nur der zweitbeste Scorer seines Teams, er wird auch zum zweiten Mal in Folge zum All-Star-Game eingeladen.

Gegen die Lakers beißt man sich in der ersten Runde nach fünf Spielen durch, auch die Spurs sind in den Semifinals nach sechs Spielen bezwungen. Dann warten die Sonics - und Majerle tritt erstmals richtig ins Rampenlicht.

Nach einer starken Serie, in der er 17,3 Punkte, 6,7 Rebounds, 4,9 Assists, 1,4 Steals und einen Block abliefert, explodiert Majerle in Spiel fünf. 34 Punkte stehen am Ende hinter seinem Namen. Shawn Kemp und Co. schnappen sich zwar die nächste Partie, am Ende stehen die Suns aber in den Finals gegen die Bulls.

No Jordan, No Problem

In den ersten beiden Spielen läuft es für Thunder Dan absolut nicht nach Plan, nur einer von elf Würfen sitzt, die Suns reisen trotz ihres Heimvorteils mit zwei Niederlagen im Gepäck nach Chicago. Westphal zerbricht sich am Tag vor Spiel drei den Kopf über eine neue Taktik. Das Problem: Majerle ist in der Defense zu sehr mit Michael Jordan beschäftigt, in der Offense geht ihm dabei meist die Puste aus, der starke Wurf ist nahezu komplet verschwunden.

Im United Center übernimmt dann Kevin Johnson Majerles Aufgabe, Thunder Dan kann fortan auch in der Offense glänzen. Sechs Würfe von Downtown schenkt er den Bulls ein, erst Ray Allen bricht diesen Rekord 2010 wieder. Am Ende stehen 28 Punkte im Spielberichtsbogen, Phoenix kann Spiel drei aus Chicago entführen. Für viel mehr reicht es nicht, Spiel fünf geht noch an die Suns, dann schießt John Paxson die Bulls zum ersten Threepeat in den Neunzigern.

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