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Tennis

French Open, Tag 2: Kerber nach Krimi weiter - auch Petkovic in Runde zwei - Nadal souverän

SID

Angelique Kerber hat nach einem harten Stück Arbeit erstmals seit 2018 wieder den Sprung in die zweite Runde der French Open geschafft. Auch Andrea Petkovic ist weiter.

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Angelique Kerber sackte auf die Knie. Dann brüllte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin nach dem glücklichen Ende einer echten Nervenschlacht unter dem wilden Jubel des Publikums ein lautstarkes "Come on" heraus und animierte ihre Fans zu einer Welle.

Zwei Tage nach dem Gewinn ihres insgesamt 14. Tour-Titels in Straßburg setzte sich die frühere Weltranglistenerste trotz eines kapitalen Fehlstarts in Paris einem echten Krimi mit 2:6, 6:3, 7:5 gegen die Polin Magdalena Frech durch. Kerber war völlig platt, hatte zwei Matchbälle gegen sich und jubelte nach 2:28 Stunden dann doch nach zuletzt drei bitteren Erstrundenpleiten erstmals wieder über den Sprung in die zweite Runde der French Open.

"Ich habe heute mein Herz auf dem Platz gelassen, alles was ich hatte, habe ich auf dem Platz gelassen. Ich bin so froh, dass ich das Match gewonnen habe. Die Stimmung hier ist sau geil. Es ist unglaublich", sagte Kerber bei Eurosport. In der nächsten Runde wartet die Französin Elsa Jacquemot.

Petkovic überzeugt in Runde eins

Zuvor hatte Andrea Petkovic mehr überzeugt. Die Dauerbrennerin aus Darmstadt, die 2014 in der französischen Hauptstadt das Halbfinale erreicht hatte, legte bei ihrem 6:4, 6:2-Auftakterfolg gegen Lokalmatadorin Oceane Dodin einen starken Auftritt hin.

"Im Alter geht die Energie mal runter, mal rauf", sagte die 34-Jährige: "Die Kunst ist, mit den Energien hauszuhalten und smarter zu trainieren." Dies ist Petkovic in der Vorbereitung offenbar gut gelungen und Bundestrainerin Barbara Rittner geriet ins Schwärmen. "Das war ein Meisterstück. Ich habe sie selten in der ersten Runde eines Grand Slams so gut Tennis spielen sehen", sagte Rittner bei Eurosport. Nächste Gegnerin der Weltranglisten-65. ist die frühere Nummer eins Wiktoria Asarenka aus Belarus.

Petkovic rechnete nach ihrem Match damit, dass auch Kerber gute Chancen auf einen erfolgreichen Start hatte. Die beiden Freundinnen waren am Sonntagmorgen gemeinsam auf den Trainingsplatz gegangen und hatten sich für ihre Aufgaben eingeschlagen. "Sie hat gemeint, sie sei kaum aus dem Bett gekommen. Dann ist sie aber wie ein junges Hüpfreh herumgelaufen", sagte Petkovic.

Doch gegen Frech gelang Kerber zunächst kaum etwas. 13 unerzwungene Fehler waren deutlich zu viel im ersten Satz, ihre Gegnerin witterte ihre Chance und spielte mutig auf. Doch Kerber sammelte sich, spielte im zweiten Durchgang viel konzentrierter und brachte Frech mit ihren Stopps ins Laufen. Im Entscheidungssatz kam sie nach einem Break Rückstand zurück kämpfte sich zurück. Beide Spielerinnen lieferten sich nun ein echtes Tennisdrama.

Paris weiter schwieriges Pflaster für Osaka - Swiatek souverän

Paris bleibt ein schwieriges Pflaster für Naomi Osaka: Die viermalige Grand-Slam-Siegerin aus Japan ist in der ersten Runde der French Open gescheitert. Osaka (24), die im vergangenen Jahr mit ihrem Rückzug nach der ersten Runde für großes Aufsehen gesorgt hatte, unterlag der US-Amerikanerin Amanda Anisimova am Montag 5:7, 4:6. Die Polin Iga Swiatek setzte unterdessen ihre beeindruckende Serie fort.

Die Weltranglistenerste zog mit ihrem 29. Sieg in Serie in die zweite Runde ein. Swiatek (20) hatte mit der ukrainischen Qualifikantin Lesia Tsurenko beim 6:2, 6:0-Sieg in nur 54 Minuten keinerlei Mühe. Wenig später scheiterte die Titelverteidigerin Barbora Krejcikova (Tschechien) mit 6:1, 2:6, 3:6 an der Französin Diane Parry.

Osaka ereilte dagegen das gleich Schicksal wie in Melbourne. Auch bei den Australian Open im Januar hatte sie gegen Anisimova verloren - damals in der dritten Runde. Nun verlässt die Weltranglisten-38. Paris erneut enttäuscht, noch nie kam sie in der französischen Hauptstadt über die dritte Runde hinaus.

Vor dem Start des Turniers hatte die einstige Weltranglistenerste berichtet, dass sie noch immer bewegt sei von den Ereignissen des Vorjahres. "Ich will nicht lügen. Vor meiner Rückkehr war ich besorgt", sagte Osaka.

Sie hatte 2021 nicht an den obligatorischen Pressekonferenzen teilnehmen wollen und war nach öffentlichen Diskussionen schließlich nicht mehr zu ihrem Zweitrundenmatch angetreten. Osaka sprach in diesem Zug öffentlich ihre mentalen Probleme an und legte eine Spielpause bis zu den Olympischen Spielen in Tokio ein.

French Open: Nadal ohne Mühe in Runde 2

Rafael Nadal ist standesgemäß in die French Open gestartet. Der Grand-Slam-Rekordchampion aus Spanien setzte sich in seinem Erstrundenduell in Paris mit 6:2, 6:2, 6:2 gegen den unermüdlich kämpfenden Australier Jordan Thompson durch. Nadal hat das wichtigste Sandplatz-Turnier schon 13-mal gewonnen und zählt auch in diesem Jahr wieder zum Favoritenkreis mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien) und Shootingstar Carlos Alcaraz (Spanien).

"Ich bin sehr glücklich über den Sieg heute und froh, dass ich in drei Sätzen durchgekommen bin", sagte Nadal: "Es war ein positives Match, aber es gibt auch noch viel Raum für Verbesserungen."

Nadals Vorbereitung für Paris war nicht ideal. Beim Masters in Rom scheiterte der 35-Jährige körperlich angeschlagen im Achtelfinale am Kanadier Denis Shapovalov. Vor dem Start in Roland Garros zeigte er sich aber unbeeindruckt. Die Schmerzen im Fuß seien ständig da, "sie werden nicht mehr verschwinden", sagte Nadal, der im April auch noch wegen einer Stressfraktur einer Rippe pausiert hatte: "Es geht darum, ob die Schmerzen so stark sind, dass ich chancenlos bin."

Bei den Australian Open im Januar war es dem Mallorquiner gelungen, seine Probleme auszublenden. Er holte seinen insgesamt 21. Majortitel und setzte sich damit von Roger Federer und Djokovic (beide 20 Titel) ab. Nun will er in Paris zurück auf den Thron: Im vergangenen Jahr scheiterte Nadal im Halbfinale an Djokovic.

Die wichtigsten Matches von Tag 2

Spieler:in ASpieler:in BErgebnis
Jordan Thompson (AUS)Rafael Nadal (ESP)2:6, 2:6, 2:6
Novak Djokovic (SRB)Yoshihito Nishioka (JPN)6:3, 6:1, 6:0
Oceane Dodin (FRA)Andrea Petkovic (GER)4:6, 2:6
Angelique Kerber (GER)Magdalena Frech (POL)2:6, 6:3, 7:5
Amanda Anisimova (USA)Naomi Osaka (JPN)7:5, 6:4
Iga Swiatek (POL)Lesia Tsurenko (UKR)6:2, 6:0
Diane Parry (FRA)Barbora Krejcikova (CZE)1:6, 6:2, 6:3
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